Amin Younes von Eintracht Frankfurt

Die Ausfallliste von Eintracht Frankfurt ist vor dem richtungsweisenden Spiel gegen Union Berlin bedrohlich lang. In der Defensive muss Trainer Adi Hütter improvisieren, in der Offensive winkt eine Systemumstellung.

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Heimspiel vom 15.03.2021
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Jetzt geht's um alles. Nach drei sieglosen Spielen in Serie wartet auf Eintracht Frankfurt am Samstag (15.30 Uhr) das erste Endspiel um Europa. Gegner Union Berlin, derzeit auf Platz sieben der Bundesliga-Tabelle, könnte mit einem Sieg auf neun Punkte distanziert werden. Die Teilnahme am europäischen Wettbewerb wäre den Hessen angesichts von noch acht offenen Spieltagen wohl nur noch sehr schwer zu nehmen.

Für den Hinterkopf: Sollte RB Leipzig oder Borussia Dortmund DFB-Pokalsieger werden, würde Platz sechs für die Europa League reichen, der Siebte dürfte oder müsste in der neugeschaffenen Europa Conference League antreten. Klar ist also: Für die Eintracht steht gegen Union sehr viel auf dem Spiel, es geht um eine Vorentscheidung im Rennen um den internationalen Wettbewerb. Doch ausgerechnet jetzt ist die Personallage sehr angespannt.

Die Eintracht muss – Stand jetzt – gegen die Eisernen ohne fünf potenzielle Stammkräfte auskommen und ist vor allem in der Defensive sehr dünn besetzt. Neben den gelbgesperrten Tuta und Amin Younes fallen auch Erik Durm (Zerrung am Hüftbeuger) und Almamy Touré (Sehnenverletzung) definitiv aus. Der Einsatz von Abwehrchef Martin Hinteregger ist zudem sehr fraglich. Trainer Adi Hütter muss also improvisieren.

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Die Abwehr

Sollte Hinteregger wie erwartet ausfallen, bleiben Hütter für die Dreierkette noch genau drei Spieler übrig: Makoto Hasebe wird aus dem Mittelfeld nach hinten rücken und den zentralen Part übernehmen müssen. Links verteidigt Evan N'Dicka, rechts Stefan Ilsanker. Der Österreicher, der bereits gegen den VfB Stuttgart auf dieser Position spielte, brillierte zuletzt in Leipzig als Abwehrchef. Sollte sich während des Spiels ein Teil dieses Trios verletzen, wird es richtig eng.

Das Mittelfeld

Im Mittelfeld klafft die größte Lücke auf der rechten Seite. Die Position des rechten Außenverteidigers, die seit Jahren eine Schwachstelle ist, wird zur Problemzone. Da Durm und Touré unpässlich sind und Danny da Costa leihweise bei Mainz 05 spielt, muss sich Hütter zwischen den Reservisten Timothy Chandler und Aymen Barkok entscheiden. Für Chandler spricht seine Defensiv-Stärke und seine Mentalität. Barkok, der zuletzt etwas den Anschluss verlor, hat seine Kernkompetenz im Spiel nach vorne.

Eine weitere Option wäre auch Ajdin Hrustic. Da der Australier aber Linksfuß ist, sieht ihn Hütter eher in der Mitte. Auch Ragnar Ache hat schon als Rechtsaußen gespielt, der U21-Nationalspieler fühlt sich aber im Sturm wohler. Tendenz: Da die Eintracht gegen die Union das Spiel machen und zudem auf die Ideen von Taktgeber Younes verzichten muss, ist Barkok der Favorit auf einen Platz in der Startelf.

Die Offensive

In Abwesenheit von Spielmacher Younes stellt sich Hütter für die Abteilung Attacke wieder einmal die Systemfrage: Die naheliegendste Variante ist die Rückkehr zur Doppelspitze mit André Silva und Luka Jovic. Den Part von Younes übernimmt Kamada, der am Mittwoch zwar nur individuell trainierte, laut Sportdirektor Bruno Hübner aber rechtzeitig fit werden soll. Sollte Hütter nicht von der Grundordnung mit zwei Zehnern abrücken wollen, wäre auch eine Variante mit Kamada und Barkok hinter Silva möglich. In diesem Fall würde wohl Chandler als Rechtsaußen starten.

So oder so: Die Eintracht hat gegen Union die Chance, einen riesigen Schritt in Richtung Europapokal zu machen. Das Potenzial dazu ist trotz der prominenten Ausfälle weiter vorhanden. Viele Verletzte sollten in den kommenden Wochen aber besser nicht mehr hinzukommen.

Aufstellung Eintracht Union

Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! am Montag, 15.03.21