Henri Järvelaid vor dem Eintracht-Block

Von den Fans von Eintracht Frankfurt gibt es nach dem Quali-Spiel reichlich Applaus – nicht nur für die eigene Mannschaft, sondern auch für den Gegner aus Tallinn. Die Esten bedanken sich danach auf ihre eigene, charmante Weise.

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Danny da Costa beim Interview
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Ab in die Kurve. Für Fußball-Mannschaften nach dem Spiel ein liebgewonnenes Ritual. Zumindest nach einem Sieg. Applaus abholen, bedanken, ein bisschen schunkeln – erst dann geht es rein in die Kabine. Ein Schulterschluss, der eigentlich nur bei der eigenen Mannschaft vorgesehen ist. Am Donnerstagabend war das nach dem Europa-League-Quali-Spiel in Frankfurt aber anders. Da bekam auch der Gegner aus Tallinn diese Ehre.

Die Esten, die sich in beiden Spielen einerseits sportlich gut verkauft hatten, aber andererseits auch mit ihrem sympathischen Auftreten gepunktet hatten, waren von der Kulisse in der Frankfurter Arena so beeindruckt, dass sie sich nach dem Spiel beim Anhang der Hessen bedanken wollten. Und genau das beruhte auf Gegenseitigkeit. Die Frankfurter Kurve spendete kräftig Applaus für die No-Name-Truppe aus dem Baltikum.

Tallinn-Coach: "Die Fans der Eintracht waren großartig"

Gegner und Heimfans im Einklang – eine Symbiose, die auch in der langen Geschichte der Eintracht in dieser Form wohl ihresgleichen sucht. Tallinn-Profi Henri Järvelaid war ob der ganzen Zuneigung so angetan, dass er sich direkt ins Getümmel der Kurve stürzte und sein Trikot an die Eintracht-Fans verschenkte. Auch das ein Vorgang, wie er ungewöhnlicher in einem Fußballstadion kaum sein könnte.

Bei dieser Geste blieb es jedoch nicht. Auch warme Worte folgten nach der Partie. "Die Fans der Eintracht waren großartig", sagte Jürgen Henn, der Trainer der Esten. "Wir sind nach dem Spiel in die Kurve gegangen, um uns zu bedanken, weil das für uns die beste Atmosphäre war, die wir je erlebt haben." Eintracht-Profi Danny da Costa, der den eigenen Anhang nun ja schon etwas länger kennt, fand ähnliche Worte: "Das habe ich noch nie erlebt, dass man sich so toll verhalten kann."

Ende im Eintracht-Museum

Dieser rundum einzigartige Abend für den Außenseiter aus Tallinn endete dann auch etwas anders, als man das erwarten würde. Ein kleiner Teil der estnischen Delegation ließ den Fußball-Tag nach der Partie im Eintracht-Museum ausklingen. Mit dabei: Spieler und Anhang. Erst die Kurve, dann das Museum – den Ausflug nach Frankfurt werden sie beim FC Flora Tallinn wohl so schnell nicht vergessen.

Der Tallinn-Anhang im Eintracht-Museum