Frust bei Bernd Leno vom FC Arsenal

Großer Name, große Probleme: Der FC Arsenal kommt als klarer Favorit nach Frankfurt, chancenlos ist die Eintracht aber nicht. Eine hessische Spezialität schmeckt den Gunners nämlich gar nicht.

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zum Video Eintracht Frankfurt: der FC Arsenal im Gegnercheck

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Über mangelnde Beschäftigung kann sich Bernd Leno derzeit wahrlich nicht beklagen. Auf den Kasten des Nationalkeepers in Diensten des FC Arsenal flogen in dieser Spielzeit bereits 96 Schüsse, kein anderer Schlussmann der europäischen Top-Ligen wurde öfter gefordert. Den Höhepunkt der glühenden Torwart-Handschuhe erreichte der kommende Europa-League-Gegner von Eintracht Frankfurt am vergangenen Sonntag, als Aufsteiger Watford alle drei Minuten, insgesamt also 31 Mal, in Richtung Leno abzog. Ein Premier-League-Rekord, der dem Team von Trainer Adi Hütter Mut machen sollte: Denn der FC Arsenal hat ein Abwehrproblem.

Luiz und Sokratis wackeln

Im Zentrum von Kritik und Viererkette stehen die beiden in die Jahre gekommenen Innenverteidiger Sokratis und David Luiz. Der Grieche, der für Werder Bremen und Borussia Dortmund insgesamt sieben Jahre in der Bundesliga spielte, und Neuzugang Luiz wechselten sich in den ersten fünf Liga-Spielen mit Slapstick-Einlagen ab.

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Spiel gegen Arsenal im Social Radio

Der hr überträgt das Spiel gegen Arsenal am Donnerstag ab 18.55 Uhr im Social Radio.

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Beim 2:2 gegen Watford spielte Sokratis einen kurzen Abstoß genau in die Füße seines Gegenspielers, sein stetig wackelnder brasilianischer Nebenmann verursachte seit Saisonbeginn bereits zwei Elfmeter und entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit vom Hoffnungsträger zur Lachnummer. Für die nicht für Zimperlichkeiten bekannten englischen Medien ist der ehemalige Chelsea-Abwehrchef schon jetzt "der umstrittenste Spieler im heutigen Fußball".

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht-Profi da Costa über das Spiel gegen Arsenal

Eintracht-Außenverteidiger Danny da Costa äußert sich zu den Haller-Gerüchten.
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Einen Beweis für die Anfälligkeit der Gunners-Defensive liefert die Statistik: Sechs der acht Gegentore fielen nach direkten individuellen Fehlern, gerade für ein Spitzenteam ist das eine enorm hohe Zahl. Der FC Arsenal, der die Champions League in der vergangenen Runde knapp verpasste und derzeit als Tabellen-Siebter erneut seinen Ansprüchen hinterherhinkt, lädt immer wieder zum Toreschießen ein und bringt damit auch Coach Unai Emery auf die Palme. "Wir reden über die Fehler, erkennen sie, lernen daraus, berichtigen sie, verbessern uns", sagte er am Freitag vor dem Watford-Spiel. Zwei Tage später gab es die nächste Enttäuschung.

Arsenal anfällig bei Pressing

Nur auf Luiz und Sokratis zu schimpfen, wäre aber zu leicht. Da Trainer Emery, der im Sommer 2018 die Ära von Arsene Wenger beendete, seinem Team eine gepflegte Spieleröffnung eingeimpft und lange Bälle auf den Index gesetzt hat, sind viele Gegentreffer hausgemacht. Das Spiel der Nord-Londoner ist technisch anspruchsvoll und schön anzusehen, Ballverluste aber fast nicht vermeidbar. Kurzum: Arsenal ist extrem anfällig für Pressing. Was gegen die kloppschen Balljäger vom FC Liverpool teilweise schon groteske Züge annahm, ist auch für die Eintracht der Schlüssel zum Erfolg.

"Wenn Arsenal versucht, hinten raus zu spielen, ist das für sie ein gewisses Risiko. Das kommt uns schon entgegen", gab Rechtsverteidiger Danny da Costa am Dienstag erste Einblicke in die mögliche Frankfurter Herangehensweise. Früh stören, Bälle gewinnen, mutig umschalten. Mit diesem in der vergangenen Saison vor allem in der Europa League beinahe in Perfektion ausgeführten Power-Fußball könnte es klappen mit der Überraschung. "Wir können ihnen wehtun", versicherte da Costa. "Wir müssen allerdings auch aufpassen. Die können uns auch komplett ausspielen."

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Alle Augen auf Aubameyang

Bei allen augenscheinlichen Defensiv-Schwierigkeiten der Londoner, auch das muss klar sein, ist der FC Arsenal deutlich stärker einzuschätzen als die Eintracht. Selbst in Abwesenheit des verletzten Alexandre Lacazette kann die Gunners-Offensive um den formstarken Ex-Dortmunder Pierre-Emerick Aubameyang, 80-Millionen-Neuzugang Nicolas Pepe und dem wiedergenesenen Mesut Özil an guten Tagen wohl jedem Team der Welt Probleme bereiten.

Sollte die Angriffsmaschinerie ins Rollen kommen, muss sich die Eintracht etwas einfallen lassen. "Über Arsenal müssen wir nicht viel sagen. Sie sind sicher der klare Favorit", unterstrich deshalb auch Hütter.

Da Costa gegen Kumpel Leno

Da der Österreicher solche Sätze in der vergangenen Spielzeit allerdings auch über Schachtar Donezk, Lazio Rom, Benfica Lissabon, Inter Mailand oder den FC Chelsea sagte, ist am Donnerstag (18.55 Uhr) dennoch alles möglich. "Ich glaube schon, dass wir eine Chance haben", zeigte sich auch da Costa vorsichtig optimistisch.

Für den 26-Jährigen ist das Duell mit Arsenal zudem das Wiedersehen mit seinem Kumpel Bernd Leno, mit dem er gemeinsam bei Bayer Leverkusen spielte. "Wir waren damals rund um die Uhr zusammen. Das wäre schon etwas Besonderes, wenn ich gegen Bernd treffe", grinste er. Blickt man auf die Statistik, sollte es zumindest einige Möglichkeiten dazu geben.