Eintracht-Trainer Adi Hütter

Nichts Genaues weiß man nicht: Die Frankfurter Eintracht übt sich vor dem Spiel am Samstag bei Union Berlin in Geheimhaltung. Bis auf die Zielsetzung gibt Trainer Adi Hütter wenig preis. Nur bei einem Spieler wagt sich der Coach etwas weiter aus dem Fenster.

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zum Video Pressekonferenz: Eintracht Frankfurt vor dem Spiel bei Union Berlin

Adi Hütter
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Einblicke in seine Gedankenwelt gewährt Adi Hütter vor einem Bundesliga-Spiel kaum. "Auch in Berlin haben sie einen Fernseher und analysieren diese Pressekonferenz", gab der Trainer der Frankfurter Eintracht vor dem anstehenden Gastspiel am Samstag (15.30 Uhr) bei Union Berlin zu bedenken. So wenig wie vor dieser richtungsweisenden Partie hat sich aber selbst Hütter selten in die Karten schauen lassen.

Kehrt Bas Dost an die Seite von André Silva zurück in die Mannschaft? "Wir werden sehen, ob wir mit einer oder zwei Spitzen spielen werden." Hat Evan Ndicka nach seinem starken Auftritt gegen Leipzig eine weitere Chance verdient? "Er hat super gespielt, aber auch andere haben super gespielt." Ist Amin Younes nach seiner Corona-Pause wieder eine Alternative? "Wir müssen schauen, wie es ihm grundsätzlich geht, und ob wir ihn mitnehmen."

Remiskönige gegen "Mannschaft der Stunde"

Hütters Antworten auf die Fragen der Pressevertreter blieben alle im sehr vagen Bereich. Selbst dem eigentlich gesetzten Daichi Kamada wollte der Österreicher keinen Platz in der Startelf zusichern. "Ob er spielt oder nicht, werden wir sehen", sagte der Coach auf die aktuelle Form des Japaners angesprochen. Immerhin so viel: Kamada habe in dieser Woche sehr ordentlich trainiert.

Die Geheimniskrämerei im Frankfurter Lager zeigt, von welcher Bedeutung die Begegnung in der Hauptstadt ist. Vier Punkte trennen die "Mannschaft der Stunde" aus Köpenick auf Rang fünf von den elftplatzierten Remiskönigen aus Hessen. Verlieren, zumindest das betonte Hütter klipp und klar, sei verboten, ansonsten würde der Anschluss nach oben immer weiter verloren gegen. "Wir werden alles daran setzen, das Spiel zu gewinnen. Wir wissen aber, dass es eine schwierige Aufgabe wird", so der 50-Jährige.

Erneute Finte mit Durm?

Ob Hütters Versteckspiel tatsächlich eine größere Rotation zur Folge haben wird, bleibt abzuwarten. "Jede Mannschaft versucht, den Gegner mit einer Finte etwas zu überraschen - ob das in der Grundordnung oder in personeller Hinsicht ist", erklärte der Coach, der zuletzt gegen Leipzig (1:1) mit einigen Veränderungen aufwartete. "Viele sind nicht darauf gekommen, dass wir trotz allem mit einer Dreierkette gespielt haben", freute sich der Fußballlehrer auch im Nachhinein noch über seinen gelungenen Schachzug mit dem überraschend in die Mannschaft gerückten Erik Durm.

Mit einer ordentlichen Vorstellung zahlte Durm das Vertrauen zurück und empfahl sich auch in dieser Woche laut Hütter mit starken Übungseinheiten und gesteigertem Selbstbewusstsein für weitere Auftritte. Ob dies bereits in Berlin der Fall sein werde, bliebe freilich abzuwarten.

Ein Quartett will Barkok ersetzen

Zumindest bei Sebastian Rode verzichtete Geheimagent Hütter auf allzu viele Konjunktive. Der Mittelfeldmotor ist nach einer Sehnenreizung, die ihn zwei Spiele außer Gefecht setzte, wieder fit und "natürlich ein Thema für die Mannschaft". Klingt verdächtig nach Startelf, die Djibril Sow damit wieder gegen einen Bankplatz eintauschen dürfte.

Offen ist dann noch, wer Aymen Barkok auf dem rechten Flügel ersetzen soll. Der Senkrechtstarter der vergangenen Wochen fällt nach einem positiven Corona-Befund vorerst aus, alle weiteren Profis sind bei zwei Tests unter der Woche jeweils negativ getestet worden. Um Barkoks Platz streiten sich mit Durm, Almamy Touré, Danny da Costa und Corona-Rückkehrer Younes gleich eine knappe Handvoll Spieler. "Aymen fehlt uns jetzt, weil er dieses Momentum gehabt hat", bedauerte Hütter den Ausfall. Einzig Younes brächte auf dieser Position ähnliche spielerische Klasse mit.

Warnung vor Kruse

Eben jene individuelle Stärke verkörpert bei den Berlinern vor allem Max Kruse. Der Stürmer, der sich im Sommer 2018 gegen eine Offerte aus Frankfurt und für einen Wechsel nach Istanbul entschieden hatte, ist seit seiner Rückkehr in die Bundesliga auf Anhieb ein Fixpunkt und eine echte Verstärkung im Spiel der Hauptstädter. "Er drückt der Mannschaft spielerisch seinen Stempel auf", lobte Hütter, der Kruse seinerzeit gerne bei der Eintracht gesehen hätte.

Auf eine Manndeckung für Kruse wollen die Hessen zwar verzichten, dennoch gelte es, ihn in der gefährlichen Zone aus dem Spiel zu nehmen, forderte der Coach. Ob etwa Makoto Hasebe als Denker und Lenker ins Abwehrzentrum zurückkehrt? "Makoto ist immer ein Thema", sagte Pokerface Hütter.

So könnte die Eintracht spielen:

Aufstellung Union Eintracht

Sendung: hr1, 27.11.2020, 17 Uhr