Adi Hütter Eintracht Frankfurt

Hätte Eintracht Frankfurt seinen Trainer Adi Hütter feuern müssen? Die Verantwortlichen dachten darüber wohl zumindest nach. Ein Umstand, der in der letzten Bundesliga-Woche reichlich Zündstoff birgt.

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Für Axel Hellmann war Offensive angesagt. Das, dessen war sich der frisch auserkorene Vorstandssprecher von Eintracht Frankfurt bewusst, konnte man so nicht stehen lassen. Die Deutungshoheit musste zurück. Und so erklärte Hellmann mit markigen Worten in Richtung der beiden Noch-Eintracht-Angestellten Fredi Bobic und Adi Hütter: "Diese Schönrederei ist das falsche Signal." Es war eine Aussage mit reichlich Zündstoff-Potenzial. Kommt es in der letzten Bundesliga-Woche in Frankfurt etwa noch zum großen Knall?

"Das ist nicht der Zeitpunkt, sich über den fünften Platz zu freuen oder als Erfolg zu verkaufen", betonte Hellmann noch. Genau das hatten Hütter und Bobic getan. Immer und immer wieder. Auch nach der blamablen Leistung auf Schalke. Kein Wort der Demut, kein Wort der Zurückhaltung. Nein, der Tenor blieb: Platz fünf ist doch etwas Tolles, darüber darf man sich freuen. Besonders in Frankfurt.

"Die Leistung auf Schalke war blamabel"

Nur hat diese Lesart rein gar nichts mit den Leistungen der Eintracht in den vergangenen Wochen zu tun. Auf fast schon peinliche Art und Weise wurde das Sieben-Punkte-Polster auf Verfolger Dortmund verspielt. "Wenn du aus den Spielen gegen Mainz und Schalke nur einen Punkt holst, hast du sportlich versagt. Die Leistung auf Schalke war blamabel", brachte es Hellmann auf den Punkt.

Die Frage ist nur: Was hätte die Eintracht tun können? Oder tun müssen? Hütter freistellen - schon vorher? Darüber dachten die Verantwortlichen laut Bild-Zeitung zumindest konkret nach. Ein Umstand, der für reichlich Zündstoff sorgen kann in dieser letzten Bundesliga-Woche von Adi Hütter in Frankfurt.

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Ein Rauswurf hätte nur noch Symbolcharakter

Etwas bringen würde dies freilich nicht mehr. Das Kind, namentlich die Champions League, ist bereits in den Brunnen gefallen. Eine Freistellung vor dem letzten Spiel gegen Freiburg hätte nur noch Symbolcharakter. Es wäre ein Zeichen, klar. Sehr professionell aber nicht unbedingt. Solche Schnellschüsse werden auch in der eng vernetzten Bundesliga-Branche nicht gerne gesehen. Und die Eintracht sucht ja immer noch einen Hütter-Nachfolger.

Die Lösung, den Österreicher freizustellen, wäre eine für die Wochen zuvor gewesen. Das wissen sie mittlerweile auch bei der Eintracht. Alleine: Den einen, günstigen Zeitpunkt gab es nicht. Höchstens vielleicht nach der Niederlage in Leverkusen. Zu diesem Zeitpunkt traute sich aber niemand. Der Glauben an die Mannschaft war zu groß. Und: Eine echte Trainer-Alternative hatten die Hessen nicht in der Hinterhand - auch nicht im eigenen Verein.

Younes als Problemfall

Hinzu kam dem Vernehmen nach das Signal aus der Mannschaft, trotz aller Probleme mit Hütter weiterzumachen. Auch wenn Teile des Teams wohl irritiert waren, wie wenig dem Österreicher taktisch im Schlussspurt einfiel. Dass Hütter zudem mit manchen Spielern wenig bis gar nicht sprach, um Personal-Entscheidungen zu begründen, wurde kritisch beäugt.

Besonders deutlich wurde das an der Personalie Amin Younes. Der Nationalspieler soll mächtig gefrustet gewesen sein ob seiner Bank-Verbannung, die ihn mittlerweile auch die EM im Sommer kosten könnte. Dass Hütter zudem ohne Not das System umstellte zurück auf eine Doppelspitze, wurde von einigen nicht verstanden.

Zu viel Hütter, zu wenig Eintracht

Dem Vorstand missfiel obendrauf auch die Kommunikation von Hütter nach außen in den vergangenen Wochen. Der Tenor: zu viel Adi Hütter, zu wenig Eintracht Frankfurt. Gehandelt wurde trotz all dieser Defizite aber nicht. Bis jetzt. Bleibt es dabei in der letzten Bundesliga-Woche?

Dem Vernehmen nach strebt die Eintracht mit den fraglichen Personalien, namentlich Hütter und Bobic, eine smarte Lösung, die die Leistungen beider in den vergangenen Jahren würdigt, an. Weiterer offener Zoff soll vermieden werden. Ob das klappt, hängt dabei aber auch besonders vom Verhalten Hütters in dieser Woche ab. Denn ein Rauswurf, das ist auch klar, ist natürlich nicht komplett ausgeschlossen.

Sendung: hr-fernsehen, heimspiel!, 17.05.2021, 23.15 Uhr