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Eintracht als Favorit in Berlin

Eintracht Frankfurt gastiert am Samstag bei Hertha BSC. Beide Teams sind eher dürftig in die Saison gekommen. Nun gilt es, einen Fehlstart zu vermeiden.

Nach der Auftaktniederlage gegen die Bayern ist Eintracht Frankfurt am Samstag (15.30 Uhr) zum ersten Mal in der neuen Bundesligasaison auswärts gefordert. Die Hessen reisen zu Hertha BSC.

Die Ausgangslage

Eigentlich lief bei der Eintracht alles wie am Schnürchen. Die Vorbereitung war optimal, im DFB-Pokal wurde die Hürde Magdeburg relativ locker genommen. Nach dem 1:6-Debakel gegen den FC Bayern (und dem ersten letzten Tabellenplatz der Liga) kam dann aber die bange Frage auf, ob es wirklich für einen Angriff auf die Spitzengruppe der Bundesliga reicht. Das 0:2 gegen Real Madrid im Uefa-Supercup war zwar die zweite Pflichtspiel-Niederlage in Folge, gegen den Champions-League-Sieger verkauften sich die Hessen aber immerhin ordentlich. Hertha BSC dürfte für die Eintracht ein besserer Gradmesser sein.

Die Berliner strotzen nicht gerade vor Selbstvertrauen. Im DFB-Pokal verabschiedete sich die Hertha bereits in der ersten Runde gegen Zweitligist Eintracht Braunschweig. Im Stadtderby gegen Union Berlin setzte es eine bittere 1:3-Pleite und damit den nächsten Schlag in die Magengrube. Einen weiteren Rückschlag darf sich der Tabllen-14. eigentlich nicht erlauben.

Das Personal

Filip Kostic ist Vergangenheit, nun ist Christopher Lenz gefordert. Der Linksverteidiger hat von Trainer Oliver Glasner eine Einsatzgarantie für das Spiel in seiner Heimat bekommen. Für Neuzugang Luca Pellegrini kommt die Partie noch zu früh. So sicher wie Lenz können sich aber nicht alle Frankfurter sein, die zuletzt gegen Madrid noch erste Wahl waren. "Es kann durchaus sein, dass der eine oder andere Neue in der Startelf steht", sagte Glasner.

Die mögliche Aufstellung der Eintracht in Berlin

Auch bei der Hertha dürfte es den einen oder anderen Wechsel im Vergleich zum Berliner Derby geben. Trainer Sandro Schwarz hielt sich mit Ansagen unter der Woche aber bedeckt. Heißer Kandidat für seinen ersten Einsatz im Hertha-Dress ist Jean-Paul Boetius, der gerade erst verpflichtet wurde. Für ihn könnte Ex-Adlerträger Kevin Prince Boateng aus dem Team rutschen.

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So könnte die Hertha spielen:

Christensen - Kenny, Uremovic, Kempf, Plattenhardt - Sunjic - Boetius, S. Serdar - Lukebakio, Kanga, Ejuke

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Das sagen die Trainer

Oliver Glasner: "Ich finde, dass Berlin eine gute Mannschaft hat, mit viel Tempo in der Offensive und einem starken Mittelfeld. Den Saisonstart haben sie sich sicherlich anders vorgestellt. Vielleicht denken sie, dass wir nach dem Spiel gegen Real ein bisschen müde sind. Im physischen Bereich können wir aber jedem Gegner in der Liga Paroli bieten."

Sandro Schwarz: "Wir müssen gegen einen sehr guten Gegner sehr aggressiv sein. Die Eintracht hat Qualität, sie hat einen breiten Kader und verteidigt sehr kompakt. Für uns ist es wichtig, dass wir die Räume, die sich für uns ergeben, dass wir die mit unserer Geschwindigkeit nutzen."

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Pressekonferenz: Eintracht Frankfurt vor dem Spiel bei Hertha BSC

Oliver Glasner
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Auf diese Spieler gilt es zu achten

Weil Filip Kostic auf links nicht mehr wirbelt, scheint nun die rechte Frankfurter Angriffsseite die stärkere zu sein. Dort sorgt Ansgar Knauff als Schienenspieler für Gefahr. Dass er das kann, hat die Dortmund-Leihgabe in der vergangenen Saison zu Genüge bewiesen. Mal sehen, wie er sich anstellt, wenn der gegnerische Fokus nicht mehr auf der linken Eintracht-Flanke liegt.

Wenn die Berliner schon ihre Geschwindigkeit ansprechen, dann muss man über Dodi Lukebakio reden. Der Angreifer hat nicht nur ordentlich Speed, er ist auch physisch extrem stark und daher äußerst unangenehm zu verteidigen. Es ist kein Zufall, dass Lukebakio den Ehrentreffer der Hertha gegen Union schoss. Wiederholung gegen Frankfurt nicht erwünscht.

Die Statistik des Spiels

30 gegen 3. Die erste Zahl spricht für die Hertha, die zweite für Frankfurt. 30 Mal gewannen die Berliner bereits in ihrer Geschichte gegen die Eintracht. So häufig wie sonst nur gegen den HSV. Bei den letzten drei Aufeinandertreffen in Berlin gab es für die Alte Dame aber nichts zu holen. 4:1, 3:1 und 4:1 setzten sich die Hessen in der jüngeren Vergangenheit in der Hauptstadt durch.