Filip Kostic bejubelt sein Tor gegen Lissabon. Im Hintergrund schließt sich mit Simon Falette ein seltener Gast an.
Filip Kostic bejubelt sein Tor gegen Lissabon. Im Hintergrund schließt sich mit Simon Falette ein seltener Gast an. Bild © Imago Images

Eintracht Frankfurt steht im Halbfinale der Europa League: Die Hessen setzten sich trotz der Hinspiel-Pleite im Viertelfinale gegen Benfica Lissabon durch und dürfen sich nun auf zwei Feiertage im Duell mit dem FC Chelsea freuen. Ein kleiner Dank gilt dem Unparteiischen.

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Die Eintracht steht nach einem 2:0 (1:0)-Erfolg über Benfica Lissabon im Halbfinale der Europa League. Filip Kostic (36. Minute) und Sebastian Rode (67.) schossen die Frankfurter am Donnerstag vor eigenem Publikum eine Runde weiter, nachdem das Hinspiel beim portugiesischen Rekordmeister mit 2:4 verloren gegangen war. Den Unterschied in einer packenden Viertelfinalserie machte letztlich die Auswärtstor-Regel.

In der Runde der letzten Vier trifft die Mannschaft von Adi Hütter Anfang Mai auf den FC Chelsea, der sich im Duell mit Slavia Prag behauptete und nach einem 1:0 im Hinspiel am Donnerstag mit 4:3 in London gewann. Ante Rebic muss im ersten Aufeinandertreffen mit den Blues nach seiner dritten Gelben Karte passen.

"Es ist Wahnsinn", rang Rechtsaußen Danny da Costa nach dem Abpfiff um Worte. "Uns hat das keiner zugetraut. Wir haben heute ein überragendes Spiel gemacht. Wir haben nichts zugelassen und vorne immer an uns geglaubt."

Kostics Abseitstreffer zählt

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Rode schießt

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Die Eintracht-Tore in der Hörfunk-Reportage

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Die Eintracht musste mit der Hypothek aus dem Hinspiel einen Spagat zwischen Vollgas-Offensive und defensiver Stabilität meistern. Dagegen zeigten die Gäste angesichts ihrer komfortablen Situation nur wenig Bereitschaft, ins Risiko zu gehen. Gefordert war die zusammengeschusterte Frankfurter Dreierkette – Dauerreservist Simon Falette ersetzte den verletzten Martin Hinteregger - daher meist nur nach Ballverlusten. Lissabons Jungstar Joao Felix blieb nach seiner Drei-Tore-Gala aus dem Hinspiel zunächst blass.

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Im Angriff jedoch wurde die Präsenz des weiterhin verletzten Sébastian Haller vermisst. Der Franzose wäre als Abnehmer für lange Bälle und natürlich auch als Knipser enorm wichtig gewesen. So sprang nach der ersten Gelegenheit durch den erneut herausstechenden Duracell-Linksaußen Kostic (8.) lange Zeit nichts Erwähnenswertes heraus. Bis zur 36. Minute. Da stand Kostic nach einem Pfostenschuss von Mijat Gacinovic verdächtig frei und schob zur 1:0-Führung ein.

Im Gegensatz zum Schiedsrichter-Gespann hatte Benfica-Coach Bruno Lage die klare Abseitsposition des Torschützen erkannt. Für sein Reklamieren erntete er aber keinen Dank, sondern einen Platz auf der Tribüne im mit 48.000 ausverkauften Frankfurter Stadion. Der Eintracht war’s egal, sie war nun richtig heiß auf den zweiten Treffer und ließ sich von den Fans weiter nach vorne peitschen.

Spiel nimmt an Fahrt auf, Rode macht's in Rode-Manier

Die zweite Hälfte begann mit dem ersten starken Auftritt von Wunderkind Joao Felix, der Makoto Hasebe im Strafraum auf den Hosenboden schickte und Falette per scharfer Hereingabe beinahe zum Eigentor zwang (48.). Die Portugiesen erwachten nun aus ihrer Lethargie und kamen kurz darauf durch den Ex-Frankfurter Haris Seferovic zur nächsten Chance (52.).

Nun wurde das Spiel endgültig seinem Rahmen gerecht. Nur drei Minuten später verfehlte Mijat Gacinovic das Tor um Zentimeter, dann übernahm Rebic und beackerte fortan die unter Druck erneut anfällige Lissaboner Defensive. In der 67. Minute fand der kroatische Rammbock Rode an der Strafraumkante, und der traf, wie ein Sebastian Rode eben trifft: halb schießend, halb grätschend beförderte er den Ball aus 16 Metern ins Tor und brachte die Arena damit zum Überkochen. 2:0, jetzt war die Eintracht weiter.

Rebic fehlt im Halbfinal-Hinspiel

Beinahe hätte Eduardo Salvio die Portugiesen noch einmal zurück gebracht, seine Direktabnahme in der 85. Minute landete am Außenpfosten. Und sonst? Kam nicht mehr viel von den Gästen – auch weil die Eintracht in der Schlussphase bis an die Schmerzgrenze und darüber hinaus rannte, als es darum ging, den Zwei-Tore-Vorsprung zu verteidigen. Als Daniele Orsato die Partie nach 94 Minuten beendete, kannte der Jubel auf und neben dem Feld keine Grenzen mehr.

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Eintracht Frankfurt - Benfica Lissabon 2:0 (1:0)

Frankfurt: Trapp - Abraham, Hasebe, Falette (90.Willems) - da Costa, Fernandes, Rode (86. Torro), Kostic - Gacinovic - Rebic, Jovic (76. Paciencia)

Lissabon: Vlachodimos - Andre Almeida (79. Jonas), Ruben Dias, Jardel, Grimaldo - Fejsa, Samaris (70. Pizzi) - Gedson, Rafa Silva (72. Salvio) - Seferovic, Joao Felix

Tore: 1:0 Kostic (36.), 2:0 Rode (67.)

Gelbe Karten: Abraham, Falette, Rebic / - 

Schiedsrichter: Orsato (Italien)
Zuschauer: 48.000 (ausverkauft)

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