Torjubel nach dem 2:0 durch Sébastien Haller.
Der Mann des Tages lässt sich gebührend feiern: Sébastien Haller. Bild © Imago

Eintracht Frankfurt steht nach einem Heimsieg gegen Schachtar Donezk im Achtelfinale der Europa League. Auf das Choreo-Gate mit Zusammenstößen zwischen Fans und Polizei folgt gegen die Ukrainer ein spannendes Fußball-Fest. Mit Retro-Charme.

Externer Inhalt

Externen Inhalt von Youtube (Video) anzeigen?

An dieser Stelle befindet sich ein von unserer Redaktion empfohlener Inhalt von Youtube (Video). Beim Laden des Inhalts werden Daten an den Anbieter und ggf. weitere Dritte übertragen. Nähere Informationen erhalten Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Ende des externen Inhalts

Die Eintracht steht nach einem 4:1 (2:0)-Erfolg über Donezk in der Runde der letzten 16 in der Europa League. Nach dem 2:2 im Hinspiel schossen Luka Jovic (23. Minute), Sébastien Haller (28./Handelfmeter, 80.) und Ante Rebic (88.) die Hessen am Donnerstag mit ihren Treffern eine Runde weiter. Rund eine Stunde hatte Frankfurt gegen die aus der Champions League abgestiegenen Ukrainer alles im Griff, doch nach dem Anschluss durch Junior Moraes (63.) wurde es noch einmal richtig eng, bevor die Frankfurter kurz vor Schluss aufatmen durften.

"Man kann gar nicht beschreiben, wie gut sich das anfühlt", sagte Eintracht-Verteidiger Danny da Costa nach der Partie. Die Partie sei eine echte Achterbahnfahrt gewesen. "Mit dem Anschluss haben die nochmal Luft bekommen."

Haller setzt die Akzente

Videobeitrag
da costa

Video

zum Video da Costa: "War eine schöne Achterbahnfahrt"

Ende des Videobeitrags

Den ersten großen Aufreger hatte es schon vor dem Spiel gegeben, als Polizei und Eintracht-Fans im Clinch lagen und die Ultras als Konsequenz ihre geplante Choreografie abbliesen. Mit dem Anpfiff waren aber sowohl die Anhänger als auch die Frankfurter Profis voll da. Die Gäste hatten zwar zunächst mehr vom Spiel, die Eintracht stand jedoch sicher und schlug in der 23. Minute eiskalt zu: Über Martin Hinteregger und Haller landete der Ball bei da Costa, der im Rückraum Jovic bediente. Dessen Direktabnahme schlug hinter Andriy Pyatov im Netz ein.

Bei den Hessen waren Sebastian Rode und Kapitän David Abraham rechtzeitig für das Duell mit dem Champions-League-Stammgast fit geworden. Letzterer verteidigte in der Dreierkette, wodurch Makoto Hasebe zur Absicherung neben Rode auf die Doppel-Sechs rückte. Jener Rode sorgte kurz nach der Führung mit einem Distanzschuss für den Handelfmeter, den Haller in der 27. Minute zum 2:0 verwandelte. Torwart-Urgestein Pyatov schickte der überragende Franzose mit einem Blick ins falsche Eck und schob links unten ein.

Zweimal rettet die Latte

Und Donezk? Die "Bergmänner" deuteten ihr enormes spielerisches Potenzial gegen stark verteidigende Frankfurter nur punktuell an. Bis zum letzten Drittel kombinierten die Ukrainer ganz gefällig, dann packten die Gastgeber zu. Eine Großchance für Schachtar sahen die 47.000 Zuschauer bis zur Pause nicht.

Die Gäste erhöhten nach Wiederbeginn Tempo und Risiko, fanden aber gegen die disziplinierte Frankfurter Defensive weiter kein Durchkommen. Bis zur 63. Minute, als Marlos die Frankfurter Dreierkette mit einem wunderbaren Ball aushebelte und Moraes kurz darauf zum 1:2 aus Schachtar-Sicht einschob. Spätestens als Marlos kurz darauf die Latte traf (70.), begann das große Zittern. Wenig später sorgte Taison mit einem Kopfball an den Querbalken für einen kollektiven Herzstolperer im gesamten Stadion (79.).

Fjörtoft 2.0

Doch es war einmal mehr Verlass auf den besten Mann des Abends: Nachdem die Gäste alles nach vorne geworfen hatten, tauchte Haller bei einem Konter halblinks im Donezker Strafraum auf. In bester Jan-Aage-Fjörtoft-Manier produzierte der Stürmer vor dem herauseilenden Pyatov die schaurig-schöne Kopie eines Übersteigers und traf zum erlösenden 3:1 ins kurze Eck. Spätestens damit dürfte sich Haller in den Herzen aller Frankfurter Fans verewigt haben.

Den Schlusspunkt gegen nun aufgebende Ukrainer durfte der eingewechselte Rebic per Flachschuss in der 88. Minute setzen. Der Rest war eine große Frankfurter Feier, bei der die Erinnerungen an den Choreo-Ärger schnell verblassten. Entspannt können die Hessen nun der Achtelfinal-Auslosung am Freitagmittag entgegensehen.

Weitere Informationen

Eintracht Frankfurt - Schachtar Donezk 4:1 (2.0)

Frankfurt: Trapp - Abraham, Hinteregger, N'dicka - da Costa, Hasebe, Rode (76. Willems), Kostic - Gacinovic (90. de Guzman) - Haller, Jovic (71. Rebic)      
                
Donezk: Pyatov - Butko (66. Bolbat), Khocholava, Matviienko, Ismaily - Kovalenko (80. Kayoda), Alan Patrick - Marlos, Taison, Solomon (46. Maycon) - Junior Moraes

Tore: 1:0 Jovic (23.), 2:0 Haller (27./HE),  2:1 Junior Moraes (63.), 3:1 Haller (80.), 4:1 Rebic (88.)      

Gelbe Karten: Abraham, Rode, Haller - Khcholava, Junior Moraes, Matviienko  

Schiedsrichter: Mateu Lahoz (Spanien)
Zuschauer: 47.000 (ausverkauft)

Ende der weiteren Informationen

Sendung: hr-iNFO, 21.2.2019, 18.55 Uhr