Niko Kovac als Frankfurt-Trainer beim FC Bayern
Niko Kovac und die Bayern - es läuft nicht immer rund. Bild © Imago Images

Sportlich ist Eintracht Frankfurt beim FC Bayern klarer Außenseiter. Die Konstellation, Niko Kovac und das Stadion bieten aber Grund zur Hoffnung. Ganz besonders abergläubisch präsentiert sich der BVB.

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Ein Punkt für die Europa League, drei Punkte für eine Chance auf die Champions League: So lautet die vereinfachte Form der Frankfurter Ausgangslage vor dem Saisonfinale am Samstag beim FC Bayern (15.30 Uhr). Die Hessen haben noch Chancen auf den internationalen Wettbewerb, könnten aber auch alles verspielen und nebenbei die Meisterschaft entscheiden. Doch was spricht dafür, dass der Eintracht die Überraschung gelingt? Eine ganze Menge Kurioses:

Endspiel gegen den FC Bayern

Das letzte Spiel der Saison als krasser Außenseiter gegen den FC Bayern. Da war doch was. Vor ziemlich genau einem Jahr trat die Eintracht im Finale des DFB-Pokals in Berlin an und hätte den Münchnern nach Meinung der meisten Experten eigentlich schon vor Anpfiff Spalier in Richtung Siegerehrung stehen müssen. Der Münchner Triumph schien nur eine Formsache zu sein, einzige unbekannte Variable war die Höhe der Frankfurter Niederlage. 

Zwei lange Bälle auf Ante Rebic und ein 70-Meter-Lauf von Mijat Gacinovic später war das jedoch alles Makulatur und die Sensation perfekt. "Wir haben bewiesen, dass wir Endspiele können", predigt deshalb nicht nur Vorstand Axel Hellmann bei beinahe jeder sich bietender Gelegenheit.

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Wird Fröttmaning das neue Gijon?

Hinzu kommt, dass die Eintracht in diesem Jahr nicht unbedingt einen Sieg braucht, um am Ende zu jubeln. Ein Remis würde zur sicheren Qualifikation für die Gruppenphase der Europa League reichen, gleichzeitig genügt auch den Bayern schon ein Zähler zum Meistertitel. Ein Paradies für Verschwörungstheoretiker.

Denn ähnlich wie bei der WM 1982, dem berühmt-berüchtigten Nichtangriffspakt von Gijon, könnte ein Ergebnis gleich zwei Teams glücklich machen. Damals "einigten" sich die DFB-Elf und Österreich auf einen 1:0-Sieg, der beiden Mannschaften den Einzug in die nächste Runde bescherte. Dieses Mal könnten die Eintracht und die Bayern, theoretisch, händchenhaltend und querpassend in Richtung Meisterschaft und Europa spazieren.

Eine gemeinsame Feier auf dem Münchner Rathausbalkon ist zwar wohl nicht geplant. Ein erstmals seit Jahren voller Marienplatz wäre aber garantiert.

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Der BVB richtet Grüße aus

Bei Borussia Dortmund laufen die Partyplanungen hingegen schon auf Hochtouren. 22 Uhr Meisterfeier, Sonntag Autokorso. So soll das Wochenende nach den Wünschen des BVB laufen, wie Aki Watzke unter der Woche verriet. Problem dabei: Ohne Mithilfe der Eintracht bleiben die Kehlen trocken.

Aus diesem Grund wendeten sich die Schwarz-Gelben am Mittwoch per Twitter an die Eintracht und zeigten dabei erstaunliche Parallelen zum Meistertitel 1995 auf. Auch damals stand der BVB lange an der Spitze der Bundesliga-Tabelle und rutschte irgendwann auf Platz zwei ab. Auch damals feierten die Borussen am 33. Spieltag einen 3:2-Sieg. Auch damals waren sie auf den Sieg des Tabellen-Sechsten (damals Bayern, heute Eintracht) gegen den Tabellenführer (damals Bremen, heute Bayern) angewiesen. Wiederholung der Geschichte, aus Sicht des BVB, unbedingt erwünscht.

Kovac kein Mann für den 34. Spieltag

Und als wäre das alles noch nicht genug, liefern auch die Bayern selbst noch zwei gute Gründe, warum die Saison der Eintracht doch noch ihre verdiente Krönung finden könnte. Grund Nummer eins: Niko Kovac hat in seiner Trainerkarriere noch nie am 34. Bundesliga-Spieltag gewonnen.

Grund Nummer zwei: Die Bayern sind noch nie in der Allianz Arena Meister geworden. Die vergangenen zwölf (!) Titel holten sie entweder auswärts (11) oder auf der Couch. Die letzte Meisterschaft im eigenen Zuhause feierten sie im Jahr 2000 – damals noch im Olympiastadion.