Makoto Hasebe jubelt
Makoto Hasebe (re.) ist derzeit in Topform – obwohl er beim Jubeln ab und an zu spät kommt. Bild © Imago

Für die Schlagzeilen sorgen die Stürmer, für Ordnung und Notfall-Einsätze ist Makoto Hasebe zuständig. Fernab von allem Spektakel ist der Japaner derzeit der wohl wichtigste Mann bei Eintracht Frankfurt.

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Adi Hütter

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Es ist ein allwöchentlicher Ritus nach einem Spiel der Eintracht. Während sich die Journalisten um die Frankfurter Spieler scharen, steht Makoto Hasebe etwas abseits vor seinem eigenen Publikum. Mittlerweile sind es regelmäßig bis zu zehn Journalisten aus Fernost, die über die Spiele des 34-Jährigen berichten.

Auch in Japan ist der Eintracht-Erfolgslauf nicht verborgen geblieben – und erst recht nicht die bedeutende Rolle, die Hasebe dabei spielt. Vor wenigen Tagen wurde der Frankfurter Abwehrchef zu "Asiens internationalem Fußballer des Jahres" gekürt. Eine Auszeichnung, die ihm am Donnerstag gleich Spott von Nebenmann Marco Russ einbrachte. "Wow. Mit 45 Jahren wird der nochmal geehrt", rief dieser Hasebe zu.

Hasebe hält die Abwehr zusammen

Ein Nebenhieb unter alten Weggefährten, auch Russ weiß natürlich um die Qualitäten Hasebes. "Er ist super cool, super abgeklärt, ist immer da, wenn es brennt. Er kommt kaum in die Bredouille." All das macht den Japaner zum Stabilisator der Frankfurter Abwehr, die sich mittlerweile zur drittbesten der Liga gemausert hat.

Mit seinem herausragenden Stellungsspiel und seiner Übersicht unterbindet der dreimalige WM-Teilnehmer Angriffe der Gegner oft schon im Ansatz. Dabei muss Hasebe, der Libero, meist gar nicht in den Zweikampf gehen, er antizipiert die Situation, läuft die Bälle ab, oder schickt seine schnelleren Nebenmänner David Abraham und Evan N'Dicka in die Zweikämpfe. Gerade der junge Franzose profitiert davon enorm und ist im Schatten des Japaners in kurzer Zeit zu einer der Überraschungen der Liga gereift.

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Eintracht Frankfurt - Olympique Marseille

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Die WM machte Hasebe zu schaffen

Dabei sah es zu Saisonbeginn danach aus, als ob Hasebe im Konzept des neuen Trainers Adi Hütter keine tragende Rolle übernehmen könnte. Als Folge der WM-Endrunde war der Ex-Kapitän der "Blue Samurai", der direkt nach dem Achtelfinal-Aus der Japaner seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt hatte, körperlich und geistig ausgelaugt. "Ich hatte keine große Lust auf Fußball", sagte er beim Blick zurück.

Doch nach drei Spieltagen Pause stand der Japaner erstmals in der Startelf – und hat seitdem keine Minute verpasst. "Wenn er mal auf mich zukommt und sagt, er braucht eine Pause, dann gebe ich ihm eine", sagte Trainer Hütter über seinen Musterschüler. "Aber er will immer spielen."

Der Körper hält – die Serie hält

Genau das ist die vielleicht größte Überraschung. Denn in den vergangenen zwei Jahren verpasste Hasebe wegen anhaltender und ständig wiederkehrender Knieprobleme rund ein Drittel aller Spiele. Nach einer WM-bedingten körperlichen Schwächephase zu Beginn der Saison hat der Routinier seit Mitte September kein Spiel mehr verpasst. Seitdem verlor die Eintracht nur eine von 14 Partien, vorher verlor sie drei von vier. Kein Zufall.

Denn trotz allen Spektakels, das von der Büffelherde Haller-Rebic-Jovic ausgeht, steht der wichtigste Mann des Frankfurter Spiels ganz hinten. Hasebes Kombination aus Timing, Koordination und Spielaufbau ist genau das, was den Hessen in der Anfangsphase der Saison fehlte. Der Japaner ist bei der Eintracht nicht zu ersetzen, das hat sich inzwischen auch bis nach Japan rumgesprochen.  

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Nachberichte zum Heimspiel der Eintracht gegen Wolfsburg sehen Sie am Sonntag ab 21.45 Uhr in der Sportschau und ab 22.05 Uhr in heimspiel! Bundesliga.

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