Jovic Boki

Obwohl Luka Jovic die Eintracht im Sommer verlassen hat, dürfen an seine Haare weiter nur die Scheren-Hände eines Frankfurter Frisörs. Dieser reist für einen Hausbesuch gerne mal durch halb Europa. Auch Ante Rebic ist ihm treu geblieben.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Frankfurter Scherenhände für Jovic

Ante Rebic und sein Frisör Boki
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Es gibt sie also doch noch. Probleme, die millionenschwere Fußballprofis und handelsübliche Ottonormalbürger vereinen: Ein guter Frisör ist schwer zu finden. Hier ein lästiger Wirbel, der gekonnt umschnitten werden muss. Dort eine kahler werdende Stelle, die man bitte nicht erwähnt. Das Wasser beim Waschen nicht zu heiß. Und nein, reden will man beim Haareschneiden dann ja eigentlich auch nicht. Der Frisör und sein Kunde, das ist ein fragiles Gebilde, das man ungerne einreißt.

Besonders schwierig wird das allerdings nach Umzügen oder Vereinswechseln. Andere Stadt, andere Frisöre. Womöglich sogar Coiffeure. Oder ein Barber. Was also tun? Luka Jovic, der ehemalige Stürmer von Eintracht Frankfurt, hat da eine ganz eigene Vorgehensweise.

Mammutprogramm für den Büffelkopf

Da der Serbe auch nach seinem Karrieresprung zu Real Madrid nicht auf seinen Lieblingsfrisör Boki aus dem Frankfurter Stadtteil Bockenheim verzichten will, bittet er seinen Freund und Mähnenstutzer in Personalunion regelmäßig um Termine in den eigenen vier Wänden. "Ich habe ihn in dieser Saison bestimmt schon zehnmal besucht", erzählt Boki, der mit bürgerlichem Namen Boris Lipovac heißt und spätestens seit einer Grillparty einiger Eintracht-Profis in seinem Hinterhof zum erweiterten Frankfurter Kader gehört. Flaschenbier und Aufback-Baguettes inklusive.

Grillparty bei Boki

Abends hin, Haare ab, morgens wieder zurück. So lautet das Standardprogramm, das Jovic neben dem üblichen Waschen, Schneiden und Fönen von Boki erhält. "Ich fahre nach der Arbeit zum Flughafen und dann am nächsten Tag direkt wieder vom Flughafen in den Salon." Von Frankfurt nach Madrid, Belgrad oder einmal auch Paris. Ein Mammutprogramm für den Büffelkopf. Oder: viel Aufwand für wenig Haar.

Erst Frisörstuhl, dann an den Pool

Denn im Gegensatz zu manch extravaganten Mitspielern verzichtet Jovic auf kreative Sonderwünsche. Blonde Strähnchen, einrasierte Rückennummern oder andere Frisur-Verstöße, die man von Cristiano Ronaldo, Paul Pogba oder Franck Ribéry kennt, gibt es bei dem 21-Jährigen nicht. "Die Seiten schön kurz, oben etwas länger." So sieht sie aus: die königliche Frisur im Bockenheimer Straßenlook.

"Dieses Mal habe ich ihm einen Weihnachtsschnitt verpasst." Also noch einen Ticken ordentlicher als sonst, erzählt Boki, der zuletzt in der Woche vor Heiligabend in der Casa del Jovic vorbeischaute.

Vom Frisör zum Freund

Doch warum kann der serbische Nationalspieler, der spätestens nach seinem Wechsel zu Real wohl genug Kleingeld für jeden Frisör der Welt haben dürfte, nicht auf seinen Frankfurter Figaro verzichten? "Ihm ist es wichtig, dass es familiär zugeht. Wir sind befreundet", begründet Boki die Hausbesuche in knapp 1.800 Kilometern Entfernung.

Nach dem Frisieren der Torjägertolle geht es meist noch zusammen an den Billardtisch oder in den Pool. Oft sind weitere Freunde aus gemeinsamen Frankfurter Zeiten anwesend. "Luka geht immer relativ früh ins Bett. Der Abend ist dann aber noch lange nicht vorbei." Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Ein Leitsatz, der für Fußballer wie Frisöre gleichermaßen gilt.

Rebic kommt oft in Frankfurt vorbei

Boki besucht Ante Rebic

Ein weiterer treuer Kunde aus der Herde der ehemaligen Frankfurter Büffel ist nach wie vor auch Ante Rebic. Der Kroate ist zwar beim AC Mailand sportlich nie angekommen, einen Frisör hat er in der Mode-Hauptstadt aber schnell gefunden. "Ivan Perisic hat ihm da einen Tipp gegeben", so Boki. Hin und wieder schaut Rebic, der sich stets eine ähnliche Frisur wie sein Buddy Jovic verpassen lässt, aber noch in Bockenheim vorbei. "Wenn er in Frankfurt ist, kommt er eigentlich immer."

Das letzte Mal war das am vergangenen Dienstag vor rund zwei Wochen der Fall. Danach ging es für beide zum Flughafen. Der eine flog nach Mailand, der andere nach Madrid.