Eintracht-Vorstandsmitglied Axel Hellmann kann sich einen Stadionkauf vorstellen.
Eintracht-Vorstandsmitglied Axel Hellmann will die tabellarische Momentaufnahme nicht zu hochhängen. Bild © Imago

Sportlich schwebt die Eintracht auf Wolke sieben. Dennoch sorgt der angekündigte Stimmungsboykott der Fans gegen Leipzig für ein ungutes Gefühl bei Frankfurts Vorstandsmitglied Axel Hellmann. Eindeutig ist seine Position zu Präsident Peter Fischer.

Eintracht Frankfurt hat sich nach dem 2:0 gegen Mönchengladbach im oberen Tabellenbereich festgesetzt. Mit 33 Zählern belegen die Hessen aktuell einen Champions-League-Platz. Für Vorstandsmitglied Axel Hellmann kein Grund abzuheben. Im Gespräch mit hr-iNFO erinnerte er sich nur ungern an die vergangene Rückrunde und sprach zudem über weitere aktuelle Themen.

Audiobeitrag
Eintracht-Vorstand Hellmann

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hellmann: "Jeder kann jeden schlagen - hinter Bayern München."

Ende des Audiobeitrags

Das sagte Hellmann über...

… die tabellarische Situation: "Wir sollten Zurückhaltung an den Tag legen. Wir hatten im vergangenen Jahr auch eine gute Position im Winter. Da sind wir mit zwei Siegen gestartet und hatten dann aber eine relativ unerfreuliche Negativserie. Wir halten uns mit Prognosen daher zurück. Aber hinter den Bayern kann jeder gegen jeden gewinnen. Es ist eine Momentaufnahme, aber ich denke, dass es bis zum Ende der Saison ein enges Rennen bleiben wird. Die Form, Stabilität und Kreativität einer Mannschaft auf der Zielgerade sind dann ganz entscheidend. Man muss die Feste aber feiern, wie sie fallen. Und dann kann mit diesem wuchtigen Club in dieser wuchtigen Region alles passieren."

Audiobeitrag
Hellmann zu Fans

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hellmann: "Bin nicht naiv"

Ende des Audiobeitrags

… die anstehende Mitgliederversammlung: "Der Verein bildet das Rückgrat und verschafft der Eintracht eine gesellschaftspolitische Position, die wir in der Spitze brauchen. Man kann den Verein und die AG nicht voneinander trennen. Präsident Peter Fischer besitzt einen breiten Rückhalt. Das hat etwas mit seiner kontinuierlichen Arbeit zu tun. Der Verein hat sich immer weiterentwickelt und hat jetzt fast 50.000 Mitglieder. Das ist eine enorme Leistung. Die Diskussion rund um die AfD wird eine Rolle spielen. Zahlreiche Pressevertreter kommen, und das ist nicht nur der Tatsache geschuldet, dass wir eine ordentliche Saison spielen. Alle wollen wissen: Wie positioniert sich Fischer gegenüber den Mitgliedern?"

… den drohenden Stimmungsboykott beim Montagsspiel: "Das ist eine kritische Situation. Es herrscht zwar eine gute Stimmung im und um den Club. Und die Protesthaltung richtet sich nicht gegen die Eintracht. Aber der Stimmungsboykott in so einem wichtigen Spiel tut weh. In der Partie gegen RB Leipzig geht es um eine Positionierung im Bereich der ersten sieben, acht Ränge. Ich bin deshalb zwiegespalten: Ich kann es verstehen, aber es wird am Ende keine positiven Auswirkungen auf die Mannschaft haben. Es geht für uns darum, diese Stimmung aufzugreifen und zu hinterfragen, ob das Montagsspiel eine Zukunft haben kann. Wenn ich mir von Sponsoren und Fans Feedback einhole, dann ist das Fragezeichen sehr groß."

… einen Stadionkauf: "Da gibt es Möglichkeiten und ich würde beim Buchwert (dieser soll laut Sportdezernent Markus Frank (CDU) bei 150 Millionen Euro liegen, Anm. d. Red.) ein Fragezeichen dahintersetzen. Wir haben eine Idee und ein rechtliches Konzept ausgearbeitet. Wir haben aber vereinbart, vor der Frankfurter Oberbürgermeisterwahl keine öffentliche Debatte zu führen, sondern danach eine konkrete Lösung zu finden. Wir arbeiten seit vier Jahren an diesem Plan und sind darauf gut vorbereitet."

Audiobeitrag
Hellmann zu Transfers

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hellmann: "Es stellt sich die Frage, wie ernst bestimmte Ideen und Zusagen gemeint sind."

Ende des Audiobeitrags

… den geplanten Stadionausbau: "Die Pläne sind unabhängig von einem Kauf. Wir haben den bislang höchsten Zuschauerschnitt in der Vereinsgeschichte. Die Ausbauidee muss dahingehen, dass sich mehr Familien und junge Menschen, die keine Dauerkarte haben, einen Gang ins Stadion leisten und die Eintracht sehen können. Im Hochpreissegment ist es schwierig, weitere Tickets zu verkaufen. Deshalb geht es nur, wenn der Stehplatzbreich ausgebaut wird."

… die Stadionmiete: "Wir haben dadurch andere Bedingungen als beispielsweise Mönchengladbach. Die Borussia hat wirtschaftliche Konstruktionen, die es dem Verein erlaubt, sechs bis acht Millionen Euro mehr zu investieren. Dafür bekommt man zwei gute Spieler. Die Gladbacher haben uns das über viele Jahre voraus, wir müssen das kompensieren. Das ist jedesmal ein Kampf gegen das stärkere Budget. Wenn uns hier eine Veränderung nicht gelingt, dann wird es schwierig, sich weiterzuentwickeln."