Eintracht Frankfurt FC Augsburg

Einmal alle kräftig durchpusten, bitte! Eintracht Frankfurt hat das eminent wichtige Heimspiel gegen Augsburg gewonnen. Auch wenn nicht alles rosig war, lebt nun der ganz große Traum. Die Analyse in fünf Punkten.

Videobeitrag

Video

zum Video Eintracht-PK nach dem Sieg gegen Augsburg

Adi Hütter roh
Ende des Videobeitrags

Eintracht Frankfurt hat nach der deftigen Pleite bei Borussia Mönchengladbach am Wochenende die richtige Reaktion gezeigt und das Heimspiel am Dienstag gegen den FC Augsburg mit 2:0 (1:0) gewonnen. Die Tore für die Hessen erzielten dabei Martin Hinteregger (37. Minute) und André Silva (58.), die Hessen hatten zudem Glück, dass der Augsburger Alfed Finnbogasson einen Elfmeter verschoss (73.).

1. Es knisterte gewaltig

Klar, die Eintracht hatte in dieser Saison gefühlt schon ein paar klassische Endspiele. Nur hatte die Partie gegen den FC Augsburg nochmal einen ganz anderen Charakter. Würde das Spiel gegen die bayrischen Schwaben in die Hosen gehen, da waren sich alle, die es mit der Eintracht halten, einig, dann würde der Baum in Frankfurt lichterloh brennen.

Es knisterte dadurch gewaltig im Stadtwald. Allen war die Wichtigkeit der Partie bewusst - auch dem Anhang der Frankfurter. Rund 150 Fans versammelten sich deswegen während der Begegnung vor dem Stadion und zündeten schon vor dem Anpfiff einige Feuerwerkskörper. Die Gesänge im Laufe des Spiels waren dann selbst über die TV-Mikrofone deutlich zu vernehmen.

2. Es stimmte längst nicht alles

Von einem Feuerwerk war auf dem Platz jedoch nicht all zu viel zu sehen. Der Eintracht merkte man den Ernst der Lage an. Von der Leichtigkeit vergangener Tage war die meiste Zeit der Partie nicht viel zu sehen, dazu gesellten sich mehr als nur ein paar Leichtsinnsfehler in der Defensive. Kurzum: Es lief nicht rund.

Eintracht-Keeper Kevin Trapp war bereits in der Anfangsphase mehr als nur einmal gefordert, in der 18. Minute musste zudem Hinteregger einen FCA-Konter in höchster Not klären. Und nach vorne fiel den Hessen in der ersten halben Stunde relativ wenig ein. Es mussten Lösungen her.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht Frankfurt bezwingt den FC Augsburg

Eintracht Frankfurt freut sich über ein Tor gegen Augsburg
Ende des Audiobeitrags

3. Die Eintracht-Eckpfeiler richten es

Und diese Lösungen hatten, wie sollte es in dieser Saison anders sein, die Eckpfeiler dieser Eintracht-Elf. Hinteregger, der nach 30 Minuten nach einem rüden Foulspiel ein wenig Glück hatte, nur Gelb zu sehen, traf nach einer punktgenauen Flanke von Daichi Kamada zum brustlösenden 1:0 per brachialem Kopfball.

Ebenjener Kamada leitete im zweiten Abschnitt dann auch die Entscheidung ein. Den Konter, den der Japaner mit Können und Übersicht ins Rollen brachte, vollendeten dann Filip Kostic und Silva. Der Serbe bediente den Portugiesen per Flanke und der Eintracht-Torjäger nickte dankend ein. Dass Finnbogasson in der Schlussviertelstunde relativ kläglich einen Handelfmeter vergab, sorgte zudem dafür, dass die Hessen im Anschluss zu keinem Zeitpunkt mehr richtig zittern mussten.

4. Eintracht im Waldstadion eine Macht

Neun Siege, sechs Unentschieden, immer noch keine Niederlage: So lautet durch den Sieg gegen den FCA die Bilanz der Eintracht in dieser Saison im heimischen Waldstadion. Die Frankfurter bleiben eine absolute Macht in den eigenen vier Wänden. Sollte das große Ziel Champions League tatsächlich erreicht werden, dann wird die Heimbilanz dazu reichlich beigetragen haben.

Und wenn wir schon beim Punkt Statistik sind: Durch den Sieg stehen die Hessen schon jetzt bei 56 Punkten, eine Marke, die die Frankfurter in der Bundesliga noch nie erreicht haben. Selbst für die Büffelherde der Saison 2018/19 war nach 54 Punkten Schluss. Wo das alles hinführen soll, ist nun auch allen klar.

5. History in the making

Was für ein gigantischer Stein allen Eintracht-Akteuren nach der Partie vom Herzen plumpste, war in den Aussagen nach Spielende deutlich zu hören. "Wir haben die Antwort gegeben. Dass wir das Spiel gewonnen haben, das ist Balsam auf die Wunden", erklärte ein erleichterter Trainer Adi Hütter. Womit dann auch die wichtigsten Fragen nach der deftigen Pleite in Mönchengladbach geklärt wären: Nein, die Eintracht ist nicht in einem Negativ-Strudel. Ja, der Champions-League-Traum lebt. Und wie.

Dazu kommt: Die Konkurrenz aus Dortmund und Wolfsburg spielt erst an diesem Mittwoch, hat knifflige Aufgaben vor der Brust und ist von der Eintracht nun unter Druck gesetzt. So schnell kann's gehen. "Ich freue mich für den gesamten Verein, dass die Chance weiterhin lebt, einen historischen Moment in Frankfurt zu erzielen", erklärte es Hütter. So langsam darf man es daher tatsächlich aussprechen: (Champions-League-) History in the making in Frankfurt.

Weitere Informationen

Eintracht Frankfurt – FC Augsburg 2:0 (1:0)

Frankfurt: Trapp - Tuta, Hinteregger  (46. Hasebe), N'Dicka - Sow (79. Ilsanker), Rode - Chandler (88. Durm), Kamada (83. Barkok), Kostic - Silva, Jovic (79. Younes) 

Augsburg: Gikiewicz - Oxford, Suchy, Uduokhai - Gumny, Gruezo, Moravek (65. Strobl), Pedersen - Richter (65. Jensen), Benes (81. Vargas) – Niederlechner (65. Finnbogason)

Tore: 1:0 Hinteregger (37.), 2:0 Silva (58.) 
Gelbe Karten: Hinteregger, Rode, Jovic – Uduokhai
Bes.Vork.: Finnbogason verschießt HE (73.)

Schiedsrichter: Schröder (Hannover)   

Ende der weiteren Informationen

Sendung: hr-iNFO, Nachrichten, 21.04.21, 6 Uhr