Sportdirektor Bruno Hübner
Bruno Hübner hat noch nicht genug. Bild © Imago Images

Die Eintracht geht gegen den FC Chelsea erneut als krasser Außenseiter in ein K.o.-Duell der Europa League und muss dazu auch noch Personal-Probleme lösen. Bruno Hübner erkennt dennoch einen Trumpf auf Frankfurter Seite.

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Bruno Hübner lacht

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hübner:"Wir arbeiten auf die Sensation hin"

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Seit dem letzten Aufeinandertreffen zwischen Eintracht Frankfurt und dem FC Chelsea hat sich einiges getan. Immer Sommer 2010 gastierten die Londoner zuletzt in Frankfurt, damals als Ehrengäste und Sparringspartner im Rahmen der Saisoneröffnung. Das Testspiel endete nach Toren von Patrick Ochs, Halil Altintop und Frank Lampard mit einem 2:1-Sieg für die Hessen. Die anschließende Saison endete mit der Rückrunde der Schande und dem Abstieg in die zweite Liga.

"Inzwischen sind wir eine andere Hausnummer geworden", fasste Sportdirektor Bruno Hübner die Entwicklung der Eintracht in den vergangenen Jahren am Dienstag zusammen.

Mit Chelsea gab es zwar weiterhin Verknüpfungspunkte, so wurden etwa Michael Hector und Lucas Piazon ausgeliehen. Dass die Eintracht am Donnerstag (ab 21 Uhr im Social Radio) aber tatsächlich im Halbfinale der Europa League gegen die Blues antreten darf, hätte vor knapp neun Jahren wohl niemand gedacht. "Es ist schon gut, dass wir nicht mehr als kleiner Verhandlungspartner am Tisch sitzen, sondern als Gegner", so Hübner.

Chelseas Milliarden-Team

Die Ausgangslage vor dem Hinspiel in Frankfurt könnte dennoch wohl klarer nicht sein: Chelsea, in der heimischen Liga Vierter und normalerweise Stammgast in der Champions League, ist der haushohe Favorit. Spieler wie Eden Hazard, Weltmeister N’Golo Kanté oder der Brasilianer Willian gehören zur absoluten Weltspitze. "Der Kader hat zusammen einen Marktwert von einer Milliarde, da erkennt man Chelseas Stellenwert", so Hübner. Zum Vergleich: Alle Eintracht-Spieler zusammen bringen es auf ein Viertel dieser Summe (laut transfermarkt.de).

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Die weiße Fahne hisst bei den Hessen angesichts von so viel statistischer Aussichtslosigkeit aber niemand. Die Eintracht hat sich an die dauerhafte Rolle des Underdogs gewöhnt, auch gegen Donezk, Mailand und Lissabon standen die Vorzeichen eher auf Rausfliegen denn auf Rauswerfen. "Wir waren bisher immer krasser Außenseiter", so Hübner. "Deswegen sind wir optimistisch, dass wir eine Chance haben. Wir arbeiten auf die Sensation hin."

Stimmung ist der große Trumpf

Spielerisch kann die Eintracht, die auf den verletzten Sébastien Haller und den gesperrten Ante Rebic verzichten muss, zwar mit Sicherheit nicht mithalten. Und auch die einzige ausgemachte Schwäche der Londoner, nämlich die Anfälligkeit bei Pressing, verleitet nicht zu grenzenlosem Optimismus. Der große Trumpf der Eintracht steht und sitzt aber wieder einmal auf den Rängen.

Die Fans werden auch das siebte internationale Heimspiel in dieser Spielzeit in eine magische Nacht verwandeln und die Teams mit einer Choreo empfangen. "Das ist eine Atmosphäre, die selbst Chelsea so nicht kennt", schickte Hübner eine XS-Kampfansage in Richtung der nicht für ausufernde Akustik bekannten Stamford Bridge. Wie schon gegen Lissabon soll die Kurve der vielbeschworene zwölfte Mann werden, gemeinsam sei dann alles möglich: "Die Euphorie bei den Fans wird uns so tragen, dass wir Paroli bieten können."

Hübner träumt von Baku

Und mixt man diese Zuversicht mit der Erfahrung, dass in K.o.-Spielen immer eine Überraschung drin ist, kommt nicht nur Sportdirektor Hübner zur Erkenntnis: Warum sollte es die Eintracht nicht noch einmal schaffen? "Uns fehlen zwei Spiele zum Finale. Wenn man ein wenig träumt, ist natürlich Baku unser Ziel."