Adi Hütter und Luka Jovic

Ajdin Hrustic im Anflug, Luka Jovic im Hinterkopf und weitere Wünsche auf dem Zettel: Eintracht-Trainer Adi Hütter pocht auf Neuzugänge und spricht ein Machtwort in der Causa Kevin Trapp. Ein Überblick.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hütter: "Müssen besser verteidigen"

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Einen Tag  vor dem Auswärtsspiel bei Hertha BSC und elf Tage vor Ablauf der Transferfrist stand am Donnerstag die obligatorische Spieltags-Pressekonferenz auf dem Programm von Eintracht Frankfurt. Nach den üblichen Warnungen vor dem starken Gegner aus Berlin und den Versprechen, die eigene Leistung steigern zu wollen, rückten schnell die geplanten Aktivitäten auf dem Transfermarkt in den Mittelpunkt. Das ist der Stand der Dinge.

Ist die Rückkehr von Luka Jovic vom Tisch?

Höchstwahrscheinlich ja. Die Aussagen von Sportvorstand Fredi Bobic, der das Thema am Mittwoch in der Bild-Zeitung vom Tisch fegte, sind eindeutig. "Da ist gar nichts dran", sagte er. Und auch Trainer Hütter machte nicht den Eindruck, als stünde der verlorene Sohn mit Sporttasche und Eintracht-Trainingsanzug vor der Tür. Klar ist aber auch: Dass an der Sache "gar nichts dran" war, stimmt nicht. Jovic, der bei Real Madrid aktuell keine Chance hat, wollte (und will?) zur Eintracht.

"Es ist doch schön, wenn ein Luka Jovic sagt: 'Ich möchte zu Eintracht Frankfurt'", kommentierte Hütter den Beinahe-Coup. Das Problem: Das Gehalt von Jovic liegt außerhalb der Frankfurter Möglichkeiten. "Das ist schwer realisierbar", sagte Hütter und schob nach: "Denke ich mal." Da war sie: Die berühmte Hintertür.

Sollen noch Neuzugänge kommen?

Ganz klar: ja. Bobic und Sportdirektor Bruno Hübner betonten in den vergangenen Wochen zwar immer wieder unisono, dass der Kader auch in der derzeitigen Zusammenstellung stark genug sei. Aus Hütters Mund hörte sich das am Donnerstag aber anders an: "Wenn wir einen guten Tag haben, sind wir in der Lage, jeden zu schlagen. Wenn wir einen nicht so guten Tag haben, tun wir uns schwer." Heißt: Es fehlt individuelle Klasse.

Eine lautstarke Forderung nach Neuzugängen vermied der Österreicher dann zwar wie gewohnt. Sein Wunsch nach Verstärkungen ist trotz einer eher verklausulierten Ausdrucksweise aber klar erkennbar: "Ich bin der Meinung, dass wir in der Lage sein sollten, noch etwas zu tun."

Was darf es denn sein?

"Uns hilft alles, was uns besser macht", formulierte Hütter das überschaubare Anforderungsprofil für die potenziellen Kader-Bessermacher. Was die Eintracht dringend – und nicht erst seit diesem Sommer – benötigt, ist aber ohnehin klar: Kreativität und Tempo in der Offensive. Auf der Rechtsaußen-Position klafft ebenso eine Lücke wie in der Zentrale, auch ein weiterer Stürmer wäre nach dem Abgang von Gonçalo Paciência wünschenswert. "Es wäre schön, mal andere Lösungsansätze im Offensivbereich zu haben", so Hütter. "Ein kreatives Element, flexibel, über außen." Sprich: Weitere Spieler, die neben Filip Kostic und Daichi Kamada für ungewöhnliche Dinge sorgen könnten.

Was ist mit Ajdin Hrustic?

Es wäre wohl keine allzu große Überraschung, wenn Ajdin Hrustic in den kommenden Tagen als nächster Neuzugang bei der Eintracht vorgestellt würde. Offiziell müssen sich die Hessen und Groningen noch auf eine Ablösesumme einigen, das Ziel aller Beteiligten ist aber klar: Hrustic soll kommen. Vollzug wollte Hütter noch nicht vermelden, er erklärte aber vielsagend, den australisch-bosnischen Flügelflitzer schon persönlich getroffen zu haben. "Ich habe ihn kennengelernt", sagte er mit einem Augenzwinkern. Nachtigall, ick hör dir trapsen.

Ajdin Hrustic

Was passiert mit Kevin Trapp?

Apropos: Bleibt Kevin Trapp nun wirklich bei der Eintracht oder zieht es den Nationalkeeper im Transferfrist-Endspurt doch noch nach Rennes, Valladolid oder sonst wohin? Die Gerüchte reißen nicht ab, die endgültige Entscheidung fällt wohl erst am 5. Oktober. Für Hütter ist die Sache jedoch klar: "Ich weiß zu 100 Prozent, dass er hier bleiben will." Na dann.

Und jetzt?

Jetzt steht erst einmal Bundesliga-Alltag und das Auswärtsspiel am Freitag (20.30 Uhr) bei Hertha BSC an. Bis auf Evan N'Dicka, der bestenfalls in einem Monat ins Training zurückkehren soll, sind alle Mann an Bord. Ob es zu einem Auswärtspunkt reicht, bleibt abzuwarten. "Berlin ist speziell in der Offensive sehr, sehr gut besetzt", warnte Hütter. Ein Satz, der auf die Eintracht derzeit nicht zutrifft. Noch nicht. 

Sendung: hr1, 24.09.20, 16 Uhr