Die Ersatzbank von Eintracht Frankfurt beim Europa-League-Spiel gegen Marseille.
Einige Eintracht-Profis fristen ein Reservisten-Dasein. Bild © Imago

Eintracht-Trainer Adi Hütter kann auf eine Masse an Spielern zurückgreifen. Die Auswahl wird sich dank einiger Rekonvaleszenten bald sogar noch vergrößern. Nur wann sollen die alle spielen?

Dass die Frankfurter Eintracht einen großen Kader brauchen wird, darüber waren sich vor der Saison angesichts der Teilnahme an der Europa League alle Experten einig. Eine weit verbreitete Meinung: Der Kräfteverschleiß wird groß werden. Wollen die Hessen in der Bundesliga nicht unten reinrutschen, brauchen sie ein gewisses Maß an Rotation. Nur ist diese unter Trainer Adi Hütter in letzter Zeit überschaubar geblieben.

Situation "nicht immer rosig"

Gerade einmal 13 Spieler finden sich regelmäßig in der Frankfurter Startelf wieder. Im defensiven Mittelfeld besetzen seit der Verletzung von Lucas Torró Jonathan de Guzmán und Gelson Fernandes die beiden Planstellen. Im Angriff muss mal Mijat Gacinovic auf die Bank, mal einer der drei Top-Angreifer Ante Rebic, Sébastien Haller und Luka Jovic. Die ersten Optionen von der Bank heißen derzeit Nicolai Müller, Jetro Willems und Marc Stendera. Letzterer dürfte davon profitieren, dass Torró bis weit ins neue Jahr ausfällt, und zumindest der erste Backup von de Guzmán und Fernandes bleiben.

Bei einigen Spielern stellt sich unweigerlich die Frage, ob und wie lange sie mit ihrem Reservisten-Dasein noch zufrieden sein werden. Willems wich einer entsprechenden Frage nach dem Training am Dienstag geschickt aus. Es sei noch "zu früh", um sich über einen Wechsel Gedanken zu machen, die Situation sei für ihn aber sicherlich "nicht immer rosig", gab der vergangenen Sommer für rund sechs Millionen Euro verpflichtete Niederländer zu. Da werden ihm einige Teamkameraden zumindest hinter vorgehaltener Hand beipflichten.

Externer Inhalt

Externen Inhalt von Youtube anzeigen?

An dieser Stelle befindet sich ein von unserer Redaktion empfohlener Inhalt von Youtube. Beim Laden des Inhalts werden Daten an den Anbieter und ggf. weitere Dritte übertragen. Nähere Informationen erhalten Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Ende des externen Inhalts

Tawatha spielt keine Rolle mehr

Noch zu Saisonbeginn hatte Hütter viel ausprobiert. Mal bot er Marco Fabián in der Startelf auf, dann bekam Liverpool-Leihgabe Allan eine Chance. Marco Russ und Simon Falette profitierten von Verletzungen und Sperren, kommen auf je zwei Einsätze in der Bundesliga und der Europa League. Selbst Taleb Tawatha, Linksverteidiger Nummer drei, hat in dieser Saison schon 124 Minuten Bundesliga-Luft geschnuppert. 123 davon in den ersten beiden Saisonspielen. Gegen Schalke 04 "durfte" er eine weitere Minute ran.

Die Eintracht hat auf gewissen Positionen ein Überangebot an Spielern. Auf der linken defensiven Außenbahn ist das derzeit am offensichtlichsten. In der Innenverteidigung hat sich der Langzeitverletzte Carlos Salcedo wieder zurückgemeldet. Auch dort wird sich spätestens im neuen Jahr der Konkurrenzkampf weiter verschärfen. Wann der ebenfalls wiedergenesene Chico Geraldes (offensives Mittelfeld) oder der noch verletzte Stürmer Goncalo Paciencia (Meniskus) zum Einsatz kommen sollen? Bleiben Hütters Stammkräfte verletzungsfrei, wohl selten bis gar nicht.

Chancen in der Europa League?

Die Ausnahme ist Timothy Chandler. Die Rückkehr des US-Amerikaners dürfte vor allem Dauerläufer Danny da Costa herbeisehnen. Da Costa hat in dieser Saison bereits 1.497 Minuten auf dem Rasen gestanden – so viele wie kein anderer Eintracht-Profi. "Die Länderspielpause tat mir auf jeden Fall sehr gut. Man hat schon gemerkt, dass sieben Spiele am Stück irgendwann an die Substanz gehen", gab der Rechtsverteidiger bereits Ende Oktober zu. Ende November sieht das bestimmt nicht anders aus. Zumal die Frankfurter bis Jahresende noch drei Englische Wochen vor sich haben.

Was da Costa an die Substanz geht, könnte vielleicht die einzige Chance für die Reservisten sein: die Doppelbelastung. In der Europa League, in der die Eintracht den Sprung in die K.o-Phase vorzeitig geschafft hat, könnte Coach Hütter einigen Stammkräften eine Pause gönnen. Willems, Müller, Russ und Co. dürfen sich also zumindest Hoffnung auf ein paar weitere Pflichtspiel-Minuten machen. Allan und Fabián sind in der Europa League hingegen nicht spielberechtigt.

Videobeitrag
Danny da Costa - Eintracht Frankfurt

Video

zum Video da Costa: "Mein Tank ist noch sehr voll"

Ende des Videobeitrags

Ein offenes Geheimnis

Dass der Mexikaner Fabián, der Israeli Tawatha und der Schwede Branimir Hrogta (vier Bundesliga-Minuten) auf der Verkaufsliste stehen, ist ein offenes Geheimnis. Die Verträge aller drei laufen kommenden Sommer aus. Ein Verkauf im Winter wäre für die Eintracht demnach die letzte Chance, noch eine Ablöse zu erzielen. Sportlich kommen die Hessen ohnehin schon ohne das Trio aus.