Eintracht Collage 2019 Teil 2

Ohne die Büffelherde, dafür mit einigen Neuzugängen startet Eintracht Frankfurt im Sommer in das zweite Jahr unter Adi Hütter. Der Start ist vielversprechend, zum Winter ist in Hessen aber Krise angesagt.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Der große Eintracht-Jahresrückblick 2019

Imago Eintracht Jubel Hertha
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Hinter Eintracht Frankfurt liegt ein Kalenderjahr voller Höhen und Tiefen. Das zweite Halbjahr startet dabei für die Hessen mit einer herben Enttäuschung: Die gesamte Büffelherde bestehend aus Luka Jovic, Sébastien Haller und Ante Rebic verlässt den Verein. Dafür steht früh fest: Auch in der neuen Saison gibt es europäische Abende. Ein weiteres Highlight ist das Heimspiel gegen Bayern, zum Gruseln sind leider alle Bundesliga-Spiele nach dieser Partie.

Juni

Viel Fußball ist im Juni nie angesagt. Für Eintracht Frankfurt gibt es dafür die erste Hiobsbotschaft: Luka Jovic verlässt die Hessen Richtung Spanien. Genauer gesagt Real Madrid. Das Trostpflaster: eine üppige Ablöseseumme für den Ausnahmestürmer der vergangenen Saison. Ein aufsehenerregendes Instagram-Scherzchen von Sébastien Haller gibt es auch noch, mehr passiert aber an der Transferfront - noch - nicht. Grund zum Feiern gibt es dennoch: Die Eintracht wird 120 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch!

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zum Video Sebastien Haller erklärt seinen Abschieds-Scherz

Sebastien Haller
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Juli

Aus einem Scherz kann aber schnell mehr werden. Das müssen die Eintracht-Fans erfahren, als Haller tatsächlich Frankfurt verlässt. Den Franzosen zieht es in die Premier League zu West Ham United. Keine wirkliche Top-Adresse. Es ist ein Wechsel, der einige Fragen aufwirft. Und vor allem stehen die Frankfurter nun mit nahezu ausgedünntem Sturm da.

Die Eintracht präsentiert zum Start zwar in Dominik Kohr, Erik Durm oder Djibril Sow eifrig Neuzugänge, bei einem Trio hakt es aber noch. Sebastian Rode, Martin Hinteregger und Kevin Trapp, alle in der vergangenen Saison auf Leihbasis für die Eintracht am Ball, hängen bei ihren ehemaligen Vereinen in der Warteschleife fest. Erst Ende Juli kommen die Rückholaktionen ins Rollen. Der erste, der wieder bei den Hessen landet, ist Rode.

Rode bei seiner Ankunft im Trainingslager

August

Nur wenige Tage später ist auch Martin Hinteregger wieder ein Teil der Eintracht-Familie. Beim Österreicher geht es auf einmal ganz schnell, sein Abgang in Augsburg verläuft jedoch nicht gerade professionell. Eine Woche darauf ist auch Trapp wieder da. Die Saison kann also losgehen. Und das tut sie für die Eintracht deutlich früher und intensiver als für die anderen Bundesligisten.

In sechs kräftezehrenden Quali-Spieler mitten in der Vorbereitung erspielen sich die Hessen ihren Zulassungsschein für die diesjährige Europa-League-Saison. Besonders die letzten beiden Spiele in der Qualifikation gegen Straßburg zehren an den Nerven und Kräften der Eintracht. Zusätzlich gibt es neben dem sportlichen Tagesgeschäft eine weitere positive Nachricht: Die Hessen legen den Grundstein für ihre neue Geschäftsstelle für den Profifußball.

Eintracht Frankfurt gegen RC Straßburg

September

Lange kann sich in Frankfurt aber niemand über den Einzug in die Europa League freuen. Denn: Anfang September, am letzten Tag des Transferfensters, verlässt mit Ante Rebic auch der dritte Büffel aus dem Angriffs-Trio die Eintracht. Der Kroate schließt sich nach einigem Hickhack dem AC Mailand an. Im Tausch kommt dafür André Silva nach Frankfurt.

Nach diesem Wechsel steht erst einmal die Länderspielpause an. Ruhiger wird es dennoch nicht. Der Grund: Martin Hinteregger. Der Verteidiger gerät zwischen zwei Länderspielen in die Schlagzeilen, nachdem er bei seinem 27. Geburtstag den teaminternen Zapfenstreich eigenständig gehörig verlängert. Es ist nicht der erste Fehltritt Hintereggers.

Martin Hinteregger im Training der österreichischen Nationalmannschaft

Oktober

In der Bundesliga groovt sich die Eintracht langsam aber sicher ein, die Hütter-Elf sorgt gegen Leverkusen für Furore und weiß nach anfänglicher Niederlage gegen den FC Arsenal auch in der Europa League zu überzeugen. Insgesamt scheinen die Hessen trotz einiger Schwankungen auf dem richtigen Weg zu sein. Probleme bietet der Herbst zu diesem Zeitpunkt nur abseits des Fußballplatzes.

Genauer gesagt: im Nachwuchsleistungszentrum. Dort wird seit dem Ausscheiden von Armin Kraaz nämlich ein neuer Boss gesucht. Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic entscheidet sich für seinen ehemaligen Teamkollegen Andreas Möller. Das ruft den Anhang der Hessen auf den Plan. Der demonstriert mit aller Macht gegen den Ex-Eintracht-Profi. Die Kluft zwischen Vereinsführung und Fankurve wird immer größer. Trotz der Widerstände tritt Möller sein Amt am Riederwald an.

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November

Der sonst ja eher triste November beginnt für die Eintracht furios. Mit 5:1 fegen die Frankfurter den FC Bayern München aus der heimischen Arena und sorgen damit früh in der Saison für ein ligaweites Highlight. Was der Startschuss für eine erneut glorreiche Saison sein könnte, wird der Beginn einer dramatischen Abwärtsfahrt.

Das alles fängt bei der eigentlich harmlosen, knappen Niederlage in Freiburg eine Woche später an. Als das Spiel fast schon abgepfiffen ist, rammt Eintracht-Kapitän David Abraham den Freiburger Trainer Christian Streich um und sieht folgerichtig Rot. Nicht der erste Ausfall des Argentiniers auf dem Platz. Für die Aktion in Freiburg bekommt der Verteidiger eine siebenwöchige Sperre und darf sich die restlichen, unrühmlichen Bundesliga-Partien der Eintracht im Jahr 2019 von der Tribüne aus ansehen.

Szene aus Eintracht Bayern

Dezember

Das einzig Positive im Jahresendspurt aus Frankfurter Sicht: Auch in der Rückrunde darf die Eintracht europäisch spielen. Nach einem Sieg in London reicht den Hessen auch eine wenig schmeichelhafte Niederlage gegen Guimaraes zum Weiterkommen. Im Europa-League-Sechzehntelfinale wartet nun Salzburg.

Die Bundesliga-Talfahrt geht in der besinnlichen Adventszeit aber gnadenlos weiter. Zum absoluten Fiasko wird die letzte englische Woche des Jahres mit Pleiten auf Schalke, gegen Köln und in Paderborn. Nur noch drei Punkte trennen die Hessen vor dem Relegationsrang. Der Start 2020 sollte aus Eintracht-Sicht im besten Fall ganz anders aussehen als das Ende 2019. Sonst droht im Mai des neuen Jahres ein noch größeres Unglück.

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zum Video Hütter: "Das 1:0 geht überhaupt nicht"

Adi Hütter Paderborn HR still
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Hier geht's zum ersten Teil des Eintracht-Jahresrückblicks.