Makoto Hasebe und Daichi Kamada von Eintracht Frankfurt

Bei der 0:4-Klatsche in Dortmund auf der Bank, in der Europa League Matchwinner: Daichi Kamada und Makoto Hasebe rotieren gegen Salzburg in die Startelf und unterstreichen ihren Wert fürs Team. Wenn alle fit sind, haben sie es aber schwer.

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Eintracht gegen Salzburg
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Selbst als Dolmetscher machte Makoto Hasebe nach dem 4:1-Sieg von Eintracht Frankfurt gegen RB Salzburg eine gute Figur. Der 36 Jahre alte Japaner sprang in der Mixed Zone kurzerhand seinem 13 Jahre jüngeren Landsmann Daichi Kamada zur Seite und half ihm beim Gespräch mit den Journalisten. Frage auf Deutsch, Hasebes Übersetzung auf Japanisch, Kamadas Antwort auf Japanisch, Hasebes Antwort auf Deutsch. "Ich freue mich sehr, dass ich heute drei Tore geschossen habe", sagte Hasebe. Also Kamada. Das japanische Duo sorgte am Donnerstagabend für die Highlights. Auf und neben dem Platz.

Hasebe und Kamada mit starker Vorstellung

Während Kamada die Eintracht mit seinem Dreierpack fast alleine in Richtung Achtelfinale schoss und dabei endlich mal seine Qualitäten aufblitzen ließ, dirigierte Hasebe als einziger Sechser die Defensive und ordnete den Spielaufbau. Vorne gefährlich, hinten sicher. Zwei Japaner als Abbild der neuen Frankfurter Spielweise.

"Das war eine tolle Europacup-Nacht. Bei dieser Leistung wird mir ganz warm ums Herz", freute sich Trainer Adi Hütter. Eine gehörige Portion Zufall war allerdings auch dabei.

Hinteregger und Gacinovic sei Dank

Denn ohne die Ausfälle von Martin Hinteregger (Gelbsperre) und Mijat Gacinovic (Erkältung) hätten wohl weder Hasebe noch Kamada in der Startelf gestanden. "Bei mir gibt es keine Opfer", hatte Hütter zwar Ende Januar gesagt. Genau das waren die beiden Japaner im Zuge der Systemumstellung aber. Der langjährige Führungs- und Stammspieler Hasebe wurde seit dem Jahreswechsel in der Bundesliga lediglich beim 5:0 gegen Augsburg eingewechselt. Kamada, den in der Winterpause ein Bänderriss gestoppt hatte, erlebte seine einzige Halbzeit des Jahres beim 1:1 in Düsseldorf. Beim 0:4 in Dortmund am vergangenen Freitag saßen beide nebeneinander auf der Bank.

Makoto Hasebe und Daichi Kamada von Eintracht Frankfurt

Der Hauptgrund für die zwischenzeitliche Degradierung ist die neue Taktik. Im Zuge der Umstellung von Dreier- auf Viererkette wurde Hasebes Libero-Job quasi über Nacht abgeschafft. Ein Spielmacher hinter einer Doppelspitze oder einen hängenden Stürmer, beides die bevorzugten Aufgabengebiete von Kamada, gibt es ebenfalls nicht mehr. Folge: Die beiden Japaner mussten sich beruflich erst einmal umorientieren.

Hasebe und Kamada tun der Eintracht gut

Hasebe, der diese Aufgabe bereits gegen Augsburg, im Pokal gegen RB Leipzig und jetzt gegen Salzburg übernahm, ist ab sofort eine Art Libero vor der Abwehr. Im neuen 4-3-3-System, einer Weiterentwicklung des zu Beginn der Rückrunde praktizierten 4-4-2, mimt der Altinternationale den Dirigenten auf der Sechser-Position. Im Spielaufbau lässt er sich gerne zwischen die beiden Innenverteidiger fallen und sorgt für Ordnung. Gegen den Ball agiert Hasebe als klassischer Abräumer vor der Viererkette. "Das trägt dazu bei, dass der Gegner gar nicht erst ins Spiel kommt. Das ist richtiger Stressfußball", fasste Bruno Hübner Hasebes neuen Aufgabenbereich zusammen. Hasebe 2.0.

Während Hasebe die Rolle des Beamten zukommt, ist Kamada eher der freie Radikale. Gegen Salzburg agierte er als Gegenpart von Filip Kostic in einer Art Dreiersturm und tobte sich dabei richtig aus. Das erste Tor erzielte er per Tunnel, das zweite nach einem Sololauf, das dritte mit dem Kopf. "Er hat heute endlich gezeigt, was in ihm steckt", fasste Hasebe zusammen. Das große Problem: Das tut Kamada zu selten, in der Bundesliga steht sein Torkonto immer noch auf null.

Was passiert, wenn alle fit sind?

Dieser besondere Hasebe-Kamada-Mix aus Struktur und überraschenden Momenten könnte der Eintracht dennoch auch auf Dauer guttun. Die Viererkette steht zwar stabil, vor allem die Spieleröffnung und das schnelle Umschalten hakte aber auch nach der Winterpause noch zu oft. Die mögliche Lösung: Hasebe. In der Offensive, das ist nichts Neues, fehlt es zudem an Kreativität, Tempo und einem weiteren Unterschiedsspieler neben Kostic. Möglich Lösung: Kamada.

"Das war ein gutes Händchen", kommentierte Hütter seine personellen und taktischen Änderungen nach beim Erfolg gegen Salzburg. Einziger Haken: Was passiert, wenn Hinteregger und Gacinovic zurückkehren? Die Innenverteidigung mit Hinteregger und David Abraham steht, davor scheint Stefan Ilsanker gesetzt. In der Offensive hat zudem Gacinovic erst einmal die Nase vorne, auf der rechten Außenbahn wartet zudem Dauer-Torschütze Timothy Chandler auf seine Rückkehr in die Startformation. Keine guten Nachrichten für Hasebe und Kamada: Für die beiden Japaner bliebe dann kein Platz.

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