Carlos Salcedo
Carlos Salcedo steht wieder auf dem Trainingsplatz der Eintracht. Bild © Imago

Mit der Rückkehr von Carlos Salcedo verschärft sich bei der Frankfurter Eintracht der Konkurrenzkampf in der Defensive. Für seinen Vertreter Evan N'Dicka findet der WM-Teilnehmer lobende Worte, meldet aber auch klare Ansprüche an.

Man musste am Mittwoch schon genau hinschauen, um alle Teilnehmer der Eintracht-Trainingsgruppe zu erkennen. Und das hatte nicht nur mit dem dichten Nebel rund um die Frankfurter Arena zu tun. In Abwesenheit von gleich zehn Nationalspielern stockte Coach Adi Hütter seinen Kader zum Auftakt in die neue Trainingswoche mit einigen Jugendspielern auf. Dazu gesellten sich mit Chico Geraldes und Carlos Salcedo auch zwei Rekonvaleszenten, die nach langer Verletzungspause ihren Dienst aufnahmen.

"Ich freue mich, wieder bei der Mannschaft zu sein", gab Salcedo hinterher zu Protokoll. Zweieinhalb Monate nach seinem im Heimspiel gegen Werder Bremen erlittenen Riss des Syndesmosebandes mischte der Mexikaner früher als erwartet munter mit. Angesprochen auf seine Comeback-Pläne gab er sogleich ein ambitioniertes Ziel aus: "Ich rechne mir schon aus, gegen Augsburg wieder einsatzfähig zu sein", sagte der Innenverteidiger mit Blick auf das kommende Bundesliga-Auswärtsspiel der Hessen in gerademal anderthalb Wochen.

Länderspiel-Reise abgesagt

Salcedo, das war deutlich zu spüren, wollte keinen Hehl um seine Ansprüche auf einen Platz in der Eintracht-Defensive machen. Dass er nach ausgiebigem Krafttraining während seiner Reha auch rein körperlich mit breiter Brust auftrat, unterstrich seine Ambitionen. "Ich fühle mich gut und fit", meinte der 25-Jährige, der vom mexikanischen Verband bereits eine Einladung für die aktuelle Länderspiel-Reise erhalten hatte. Salcedo sagte dankend ab, um sich in Frankfurt und bei Trainer Hütter anzubieten.

Der WM-Teilnehmer weiß, dass ihn seine Verletzung ein gutes Stück ins Hintertreffen gebracht hat. "Die Mannschaft hat einen Lauf, da wäre ich schon gerne dabei gewesen", meinte er. Den eigentlich für ihn reservierten Platz neben Kapitän David Abraham in der Innenverteidigung übernahm in der Zwischenzeit Evan N'Dicka. Und der junge Franzose nutzte seine Chance eindrucksvoll. Er überzeugte nicht nur als kluger und ruhiger Zweikämpfer, sondern auch mit ordentlicher Technik – eine Qualität, die Salcedo in der Vergangenheit etwas abging.

Kampfansage an N'Dicka

"Ich freue mich sehr für ihn, dass er so aufspielt und eine solche Leistung bringt", lobte der Wiedergenesene seinen 19 Jahre alten Konkurrenten und sah sich gar an seine eigene Anfangszeit als Profi zurückerinnert. Genau hierin wähnt Salcedo aber auch seinen vielleicht entscheidenden Vorteil: "Wichtig ist, dass man dieses Niveau hält." Der mexikanische Internationale, der in seiner Heimat wegen seiner Kämpfernatur den Spitznamen "El Titan" trägt, hat das bereits bewiesen.

Überhaupt ist Salcedo kein Freund, einzelne Akteure aus der bislang so stark aufspielenden Frankfurter Mannschaft herauszuheben. Natürlich habe das so überschwänglich gelobte Sturmtrio mit Luka Jovic, Ante Rebic und Sebastien Haller "einen riesen Lauf". Allerdings sei die Offensiv-Power auch ein Resultat der gesamten Teamleistung. "Vielleicht wird die Arbeit der Verteidiger nicht ganz so wertgeschätzt, dabei tragen sie auch ihren Anteil zum Erfolg bei", warb der Mexikaner für die abwehrende Zunft. In naher Zukunft will auch er wieder dazugehören. Wenn's nach ihm geht, schon beim nächsten Spiel in Augsburg.