David Abraham im Kampf mit der Freiburger Bank

Nach seinem Bodycheck gegen Freiburg-Trainer Christian Streich dürfte die Hinrunde für David Abraham gelaufen sein. Für Eintracht Frankfurts Trainer Adi Hütter ergibt sich daraus auch ein Personalproblem.

Videobeitrag

Video

zum hr-fernsehen.de Video Die Eintracht nach den Freiburg-Tumulten - heimspiel! | ganze Sendung

Szene aus dem heimspiel!
Ende des Videobeitrags

Wenn Christian Streich über die Dinge redet, klingt gleich alles viel weniger schlimm. "Der Ball isch an mir vorbeig'rollt, und dann hat er mich – bumm – über de' Hufe g'rannt", beschrieb Freiburgs Trainer in dem ihm eigenen tiefen Alemannisch den Bodycheck, mit dem ihn Eintracht-Kapitän David Abraham wenige Minuten zuvor umgerannt und dafür Rot gesehen hatte. Bevor er dann beschwichtigte: "Ich bin scho so lang auf'm Kickplatz, so isch der Fußball au'. Des isch keine Story wert."

Nicht jeder, der aktuell zur Debatte um Abrahams Tätlichkeit gegen Streich beiträgt, ist mit dessen zen-artiger Tiefenentspannung gesegnet. Richtig ist aber auch: Natürlich ist Abrahams Bodycheck eine Story wert. Und sie stellt Eintracht Frankfurt vor größere Probleme, als den Hessen lieb sein dürfte. Noch steht das Strafmaß nicht fest, es wird sich aber "im Rahmen dessen bewegen, was für eine Tätlichkeit angemessen ist. Da ist das normale Maß eine Sperre von sechs Spielen", hieß es bereits seitens DFB-Chefankläger Anton Nachreiner.

Hütter gehen die Rechtsfüße aus

Damit wäre die Hinrunde, zumindest in der Bundesliga, für den Kapitän gelaufen. Abraham hatte in dieser Saison immer mal wieder mit Formschwankungen zu kämpfen, verlor zeitweise seine Position an Almamy Touré. Nach dessen Sehnenverletzung aber war der 33-Jährige zuletzt wieder gesetzt und traf prompt gegen Lüttich und Bayern München. Es ist aber weniger die neuentdeckte Torgefahr des Argentiniers, die ihn für Hütter aktuell eigentlich unverzichtbar macht. Es ist sein rechter Fuß.

Denn mit Abraham ist nach den Ausfällen von Marco Russ und Touré nun auch der letzte verbliebene Rechtsfuß unter den Innenverteidigern unpässlich. An anderen Bundesligastandorten wäre das kein großes Thema, schließlich stehen noch drei Innenverteidiger für zwei Positionen zur Verfügung. Hütter jedoch gilt als ausgewiesener Fan davon, Rechtsfüße rechts und Linksfüße links aufzustellen. Erst als es im Herbst um die Frage ging, wer den damals mit muskulären Problemen unpässlichen Abraham ersetzen könne, sagte Hütter über Evan N'Dicka: "Wenn ich einen Rechtsfuß wie Touré habe, werde ich doch keinen Linksfuß dahinstellen."

Wird Touré rechtzeitig fit?

Vor allem in der stark auf das Spiel über die Außen ausgelegten Vorwärtsbewegung bringt Hütters Dogma entscheidende Vorteile mit sich: Der Spielaufbau die Linie entlang fällt mit dem starken Fuß leichter, das gilt noch mehr für die zahlreichen Flanken, die die Innenverteidiger zu schlagen haben. Allein gegen Bremen segelten elf Flanken von Touré in den Werder-Strafraum.

Touré befindet sich aktuell noch in der Reha, dass er in der Länderspielpause wieder ins Mannschaftstraining einsteigt, scheint zumindest nicht ausgeschlossen. Sollte das nicht der Fall sein, wird Hütter wohl Martin Hinteregger nach rechts ziehen und N'Dicka links aufstellen, mit dem aktuell formschwachen Makoto Hasebe in zentraler Position und Simon Falette auf der Bank. Immerhin: In exakt dieser Formation machten die Hessen in der vergangenen Rückrunde drei ihrer besten Spiele, gegen Borussia Dortmund, RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach ließen die Hessen nur zwei Tore zu. Zumindest defensiv dürfte die Abwehr also funktionieren.

Externer Inhalt

Externen Inhalt von Youtube (Video) anzeigen?

An dieser Stelle befindet sich ein von unserer Redaktion empfohlener Inhalt von Youtube (Video). Beim Laden des Inhalts werden Daten an den Anbieter und ggf. weitere Dritte übertragen. Nähere Informationen erhalten Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Ende des externen Inhalts