Eintracht-Trainer Adi Hütter

Adi Hütters Unterschrift unter einen neuen Vertrag schien nur noch Formsache, genau das ist sie aber nicht. Der Trainer von Eintracht Frankfurt lässt sich Zeit und erhöht den Druck auf die Chef-Ebene. Der entscheidende Punkt: der Kader.

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Nach dem Urlaub, das verkündete Fredi Bobic vor dem Urlaub, werde Adi Hütter einen neuen Vertrag bei Eintracht Frankfurt unterzeichnen. "Wir werden unsere Gespräche zum richtigen Zeitpunkt führen und ich gehe davon aus, dass wir im Anschluss daran die Verlängerung vermelden können", sagte der Sportvorstand Anfang Juli. Nun ist seit dem Urlaubsende am Montag noch nicht viel Zeit vergangen und der richtige Zeitpunkt kann und wird wohl noch kommen. Seit Mittwoch ist aber klar: "Eine Formsache ist das nicht."

Gespräche mit der Eintracht laufen

Genau das verkündete Hütter nämlich etwas überraschend bei seiner ersten Pressekonferenz nach rund vierwöchiger Pause. Der Österreicher, der gut gebräunt und sichtlich erholt über die kommenden Wochen und Aufgaben sprach, machte klar, dass eine Ausweitung seines Engagements in Frankfurt an Bedingungen geknüpft ist. Erste Gespräche zwischen Hütters Berater Christian Sand und den hessischen Verantwortlichen um Bobic und Sportdirektor Bruno Hübner wurden bereits geführt, eine Einigung gibt es aber noch nicht. "Wir müssen noch ein paar Dinge klären und besprechen."

Diese Dinge, die es zu klären gilt, sind vor allem der Kader und die sportliche Perspektive. Hütter, der in zwei Jahren bei der Eintracht zwei Kaderumbrüche moderieren musste, will nicht schon wieder bei Null anfangen. Nach den Abgängen von Kevin-Prince Boateng, Marius Wolf, Lukas Hradecky und Omar Mascarell im ersten sowie der Büffelherde im zweiten Jahr will er nicht erneut Leistungsträger abgeben und ersetzen müssen. "Ich möchte eine schlagkräftige Mannschaft haben." Genau das scheint derzeit aber nicht ganz sicher zu sein.

Eintracht braucht Geld

Die Eintracht, auch das verkündete Bobic vor dem Urlaub, hat durch die Coronakrise an Finanzkraft verloren. Im Etat klafft ein 20-Millionen-Euro-Loch, das vor einer Shopping-Tour auf dem Transfermarkt wohl erst einmal, zumindest teilweise, gestopft werden muss. Heißt: Transfer-Einnahmen stehen vor Transfer-Ausgaben. Konkret: Auch in diesem Sommer müssen wohl prominente Spieler zu Geld gemacht werden. Und das womöglich schon bald.

"Ich wünsche mir, dass wir bis zum Basel-Spiel noch alle Spieler an Bord haben. Aber es kann jeden Tag etwas passieren", prophezeite Hütter. Ganz oben auf der Liste der Verkaufs-Kandidaten stehen Martin Hinteregger, Filip Kostic, Evan N’Dicka oder auch Kevin Trapp.

Hütter klingelt bei Trapp durch

Vor allem die Wechselgerüchte um Letzteren sorgten dafür, dass Hütter selbst während seines Urlaubs zum Telefon griff und ein paar persönliche Worte an Trapp richtete. "Ich habe ihm gesagt, dass er ganz klar die Nummer eins bei mir ist."

Das Bemerkenswerte daran: Zweifel, dass Trapp der richtige Keeper für die Eintracht ist, gab es nie. Hütter ging es viel mehr darum, die Wichtigkeit seines Führungsspielers auch nach außen noch einmal zu unterstreichen. Eine Verlängerung seines Vertrags, das fügte Hütter an, sei zwar unabhängig von der Zukunft Trapps. Ein Fingerzeig ist die Deutlichkeit seiner Aussagen aber definitiv.

Aus Formsache wird Fragezeichen

Die Eintracht muss es trotz aller Schwierigkeiten schaffen, den Ansprüchen von Trainer Hütter gerecht zu werden und sollte nicht allzu viele Spieler abgeben. Nach einem Jahr mit einem fragwürdig zusammengestellten Kader und spielerischen Schwierigkeiten, die zu einer Abkehr von Hütters Offensiv-Fußball führten, will der 50-Jährige wieder an der Entwicklung des Teams arbeiten. "Ich möchte wieder eine Mannschaft haben, die versucht, die Art und Weise von Fußball aus dem ersten Jahr zu spielen." Sollte er die nicht bekommen, droht der Eintracht Ungemach.