Aymen Barkok hat in Frankfurt wohl keine Zukunft mehr.

Aymen Barkok und Eintracht Frankfurt werden wohl im kommenden Sommer getrennte Wege gehen. Es ist eine Personalie, die das Umfeld bewegt.

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Oliver Glasner über Aymen Barkok

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Der 4. November dieses Jahres war wohl der entscheidende Tag in der Akte Aymen Barkok. Der in Frankfurt geborene Marokkaner durfte nach einem starken Kurzauftritt gegen RB Leipzig beim Auswärtsduell in der Europa League in Piräus von Beginn an mitwirken. Barkok erwischte jedoch einen schwachen Tag auf der rechten Seite, nach einer Stunde war Schluss für das Eigengewächs von Eintracht Frankfurt. 

Glasner äußert sich zu Barkok-Gerüchten

In den darauffolgenden vier Bundesligapartien berief ihn Trainer Oliver Glasner nicht mehr in den Kader. Einem Bericht der Bild zufolge wurde Barkok nun mitgeteilt, dass er keinen neuen Vertrag erhält. Der Kontrakt des 23-Jährigen läuft im Sommer aus.  

Barkok stand bislang nur am ersten Spieltag bei Borussia Dortmund und eben in Piräus in der Startelf, ansonsten kam er wettbewerbsübergreifend dreimal von der Bank aus auf den Platz. Glasner sagte auf der Pressekonferenz vor dem Duell bei Fenerbahce Istanbul zwar: “Ich kann die Berichte über Aymen nicht bestätigen. Wir haben diese Entscheidung so noch nicht getroffen. Vielleicht wurde da etwas reininterpretiert, weil sein Vertrag ausläuft. Doch das kam nicht von unserer Seite."

Andererseits ließ die Analyse des Österreichers tief blicken: "Ich habe ihm unter vier Augen erklärt, warum er nicht im Kader stand und was er besser machen soll. Es war eine schwierige, harte Entscheidung, ihn nach dem Startelfeinsatz in Piräus ganz rauszunehmen. Die Leistung war aber nicht so, wie wir uns alle das vorgestellt haben."

Eine verpasste Chance

Es droht ein insgesamt unbefriedigendes Ende für Barkok. Der Käfig-Kicker aus der Frankfurter Nordweststadt wollte nach zwei Leihjahren bei Fortuna Düsseldorf den Durchbruch in seiner Heimat unbedingt schaffen. Sein größtes Ziel war ein langer Verbleib am Main. Doch die Chancen dafür sind nach der aktuellen Entwicklung erheblich gesunken. Die Eintracht hat sich in den vergangenen Wochen eingespielt, Glasner seinen Stamm an Spielern gefunden.  

Aus Sicht der Frankfurter ist die Causa Barkok in vielerlei Hinsicht eine verpasste Chance. Der Offensivmann ist der einzige Spieler weit und breit, der 2016 den Sprung aus der Jugendabteilung zu den Profis geschafft hat. Auch die Fans hatten große Hoffnung in ihn gesetzt, ihm den Durchbruch gegönnt. Die Verbindung zwischen Barkok und Anhängerschaft ist eng, was sich zuletzt auch nach einem Dribbling gegen RB Leipzig zeigte. Er holte eine Ecke raus, peitschte das Publikum an und sorgte für einen "Hallo-Wach-Effekt". Barkok auf dem Weg zum Publikumsliebling? Es wäre bei dem Potenzial wohl möglich (gewesen).

Ablösefreier Verlust täte Eintracht weh

Statt in Frankfurt spielt Barkok, wenn er denn nominiert wird, beim Afrika-Cup in Kamerun (9. Januar bis 6. Februar) höchstwahrscheinlich für einen anderen Klub vor. Das Nationalteam Marokkos zählt zu den Mitfavoriten auf den Titel, ein langer Verbleib bei diesem Turnier ist somit realistisch. Da Barkok seinem neuen Verein erst nach nach einem Urlaub - also Ende Februar oder Anfang März - zur Verfügung stünde, ist ein Winterwechsel für Interessenten wenig attraktiv.

Bei einem Wechsel im Sommer ginge hingegen die Eintracht leer aus und würde das Ziel, Ablöse für einen eigenen Nachwuchsspieler zu generieren, verpassen. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Corona-Zeiten schmerzt dieser Umstand. Dabei haben starke Leistungen im Nationalteam neben Stars wie Hakim Ziyech oder Achraf Hakimi den Marktwert von Barkok steigen lassen. Profitieren werden die Frankfurter davon höchstwahrscheinlich aber nicht.