Barkok im Training von Eintracht Frankfurt

Aymen Barkok ist zurück bei der Eintracht und will nun endlich den Durchbruch schaffen. Der gebürtige Frankfurter hat sich extra operieren lassen, um rechtzeitig fit zu sein. Sein Können präsentierte er am Dienstag erstmals wieder vor Fans.

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Aymen Barkok im Training von Eintracht Frankfurt
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Gemessen an den aktuellen Verhältnissen herrschte rund um die Arena von Eintracht Frankfurt am Dienstag Volksfeststimmung. Während im nur wenige Kilometer entfernten Offenbach das U19-Derby zwischen dem OFC und dem Eintracht-Nachwuchs den Corona-Richtlinien zum Opfer fiel und abgesagt wurde, durften in Frankfurt erstmals seit Monaten wieder Fans das Training verfolgen. Die insgesamt 125 Tickets für ein Stück Fan-Normalität gingen in Windeseile über die virtuelle Ladentheke, wie ein Vereinssprecher mitteilte. Frankfurt meldet ausverkauft.

"Es war schön, endlich wieder einmal Fans zu sehen", kommentierte Aymen Barkok nach der rund 90-minütigen Einheit, die Kapitän David Abraham nach überstandener Verletzung wieder voll absolvierte, die Light-Version der Fan-Rückkehr. Sprechchöre oder Anfeuerungsrufe waren von den streng in einzelne Separees eingeteilten Kiebitzen zwar noch nicht zu vernehmen. Die Einsamkeit auf dem Trainingsplatz ist aber wohl erst einmal vorbei. "So macht es schon mehr Spaß", so Barkok.

Barkok ist ein Frankfurter Junge

Ein Satz, der wohl auch Barkoks Gemütszustand derzeit perfekt beschreibt. Der 22-Jährige ist nach zwei Jahren bei Fortuna Düsseldorf, die von vielen Verletzungen und nicht allzu vielen Spielen geprägt waren, zurück in Hessen und unternimmt einen zweiten Anlauf bei seinem Heimatverein. Der gebürtige Frankfurter, der im Alter von 18 Jahren für die Profimannschaft der Eintracht debütierte und dabei direkt ein Tor erzielte, ist wieder da, wo er am liebsten ist: zu Hause. "Als ehemaliger Jugendspieler gibt es nicht Schöneres, als diese Stadt und diesen Verein zu repräsentieren."

In den beiden Testspielen gegen Monaco und Eindhoven, die Barkok beide von Beginn an bestritt, zeigte der ehemalige U21-Nationalspieler phasenweise schon wieder, was ihn vor rund vier Jahren zum großen Hoffnungsträger gemacht hatte: Barkok hat Technik, scheut kein Dribbling und spielt kluge Pässe. Auch im Training am Dienstag versteckte er sich in einer auf Tempo und Abschlüsse ausgelegten Spielform nicht. Barkok hat Power und das Verständnis für Pressing, ein Spielertyp wie er könnte der Eintracht-Offensive durchaus guttun. "Ich bin körperlich bei 100 Prozent. Ich will es dem Trainer schwer machen, mich nicht aufzustellen."

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OP für die Eintracht vorgezogen

Wie ernst es ihm mit seinem zweiten Versuch ist, verdeutlicht der Zeitpunkt seiner Schulteroperation. Nachdem sich Barkok im vergangenen Sommer drei Tage vor Rundenbeginn das Schultereckgelenk gesprengt, anschließend 16 Wochen komplett pausiert und sich dann mühsam zurückgekämpft hatte, legte er sich rund anderthalb Monate vor Ende der Corona-Saison erneut unters Messer. Der Grund: Da eine Platte in der Schulter entfernt werden musste und der neue Fortuna-Coach Uwe Rösler ohnehin nicht auf Barkok setzte, galt es, keine Zeit zu verlieren. "Ich habe das gemacht, um fit für die Eintracht zu sein."

Ob sich der ganze Stress letztlich wirklich gelohnt hat, bleibt aber abzuwarten. Das Talent von Barkok ist zwar unbestritten, nach fast acht Monaten ohne Pflichtspiel ist "der Rhythmus aber noch nicht so da", wie er selbst zugab. Hinzu kommen jede Menge prominente Mitstreiter um einen Platz im Mittelfeld. Auf Barkoks Lieblingsposition in der Zentrale muss er sich gegen Daichi Kamada, Sebastian Rode, Djibril Sow oder Dominik Kohr behaupten, auch Neuzugang Steven Zuber könnte dort eine Option sein. "Der Konkurrenzkampf ist groß, das weiß ich", so Barkok. "Da, wo ich spielen will, wollen auch sechs andere spielen."

Barkok schließt Leihe aus

Bis zum Saisonauftakt bleiben Barkok noch rund zweieinhalb Wochen Zeit, um Trainer Adi Hütter von ihm zu überzeugen. Allzu große Veränderungen im Kader, das deutet sich in Zeiten von klammen Corona-Kassen an, wird es wohl nicht mehr geben. Die große Chance für Barkok, für den es ab sofort definitiv nur noch einen Verein geben soll: "Eine weitere Leihe kommt für mich nicht mehr in Frage." Barkok will sich im zweiten Anlauf in Frankfurt durchbeißen. Eintracht oder nix.