Leere Ränge in der Frankfurter Commerzbank-Arena

Eintracht Frankfurt spielt wohl ohne Zuschauer gegen Bremen. Sport und Politik diskutieren über das Für und Wider von Geisterspielen. Gefüllte Stadien wären jetzt ein völlig falsches Signal. Ein Kommentar contra Fans in den Arenen.

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Ein Fußballspiel vor tausenden Zuschauern in der sich immer weiter zuspitzenden Corona-Lage in Frankfurt – dieses Ziel verfolgt die Eintracht hartnäckig. Und tut damit leider weder sich noch den Anhängern einen Gefallen.

In Frankfurt dürfen sich aktuell maximal Gruppen von fünf Personen oder Menschen aus zwei Haushalten im öffentlichen Raum treffen. Es gibt eine Sperrstunde in der Stadt, der Weihnachtsmarkt ist abgesagt. Da ein Ende des Anstiegs nicht in Sicht ist, drohen weitere Einschränkungen. Ein mit 8.000 Besuchern gefülltes Stadion wäre in einer Zeit, in der alle dazu aufgerufen sind, ihre Kontakte einzuschränken, ein verheerendes und nahezu absurdes Signal.

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Die Eintracht verweist darauf, dass es bei den bisherigen Spielen mit Zuschauern keine Ansteckungen gegeben habe. Das mag stimmen, ist aber als Prognose völlig untauglich, wenn schon jetzt ein Großteil der Infektionsketten gar nicht mehr nachvollzogen werden kann und das Pandemie-Geschehen kaum noch mit dem der vergangenen Monate vergleichbar ist.

Zumal der Verein die Anreise seiner Fans kaum kontrollieren, sondern nur Empfehlungen aussprechen kann. Es würden sich also zwangsläufig tausende per S- oder Straßenbahn auf in Richtung Stadtwald machen oder sich zu Fahrgemeinschaften zusammenschließen. Einem solchen Risiko darf die Eintracht ihre Anhänger, die sich bei den Spielen gegen Bielefeld und Hoffenheim im Stadion vorbildlich verhalten haben, nicht aussetzen.

Konzept macht Mut für bessere Zeiten

Dass das Hygienekonzept der Eintracht von allen Seiten gelobt wird, sollte dem Verein Mut machen, in einer verbesserten Lage schnell wieder vor Zuschauern spielen zu können. Aber eben nicht, wenn die Inzidenz in Frankfurt über 200 liegt – dem aktuell höchsten Wert in ganz Hessen. Neuerliche Geisterspiele sind ein trauriger, aber notwendiger Rückschritt.

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