Hütter Mainz

Eintracht Frankfurt droht auf den letzten Metern der Saison, die Qualifikation zur Champions League zu verspielen. Und auch Trainer Adi Hütter agiert aktuell eher unglücklich - warum sich die Eintracht trotzdem nicht vor dem Saisonende von ihm trennen sollte? Ein Kommentar.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hütter: "Haben teilweise über unsere Verhältnisse gespielt"

Adi Hütter
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Vorweg: Adi Hütter hat in den vergangenen Wochen mehrmals falsch gelegen - sportlich und verbal. Er verzichtete auf Amin Younes und die Doppel-Zehn, zeigte sich zudem in Interviews ohne jedes Fingerspitzengefühl. Außerdem konnte er den offenkundigen Bruch in der Mannschaft nach seiner Abgangsankündigung nicht operieren. Durch all dies droht die Eintracht das große Ziel Champions League zu verpassen.

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Pro & Contra: Sollte sich die Eintracht sofort von Hütter trennen?

Lesen Sie hier, warum sich die Eintracht sofort von Trainer Adi Hütter trennen sollte.

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Nur: Ohne Adi Hütter wäre Frankfurt erst gar nicht in die Position gekommen, um die Königsklasse zu spielen. Er hat im Club der 100-Spiele-Trainer einen der besten Punkteschnitte. Er war es, der überhaupt erst Spieler wie Younes zur Entfaltung brachte, und den ungewöhnlichen Mut zu einer Doppel-Zehn bewies. Hütters Satz "Wir haben teilweise über unseren Verhältnissen gespielt" mag zwar vom Zeitpunkt her am Saisonende unpassend sein; das macht ihn aber nicht weniger wahr. Die Eintracht agierte in dieser Saison teilweise über dem Limit und konnte nur so die viel besser besetzte Dortmunder Mannschaft überhaupt herausfordern - und das auch dank der Trainerleistung von Hütter. Allein deshalb wäre es unangebracht, ihn zwei Spiele vor Saisonende freizustellen.

Ohne ihn würde die Eintracht gar nicht um die Königsklasse spielen

Die aktuelle Debatte verdeutlicht, dass vorherige Meriten schnell vergessen sind. Genau diesen Umstand könnte Hütter schon bei seiner Entscheidung für einen Weggang bedacht haben. Denn sollten im Sommer Ausnahmespieler wie Filip Kostic oder André Silva den Club verlassen, in der nächsten Saison die Doppelbelastung hinzukommen und gegnerische Mannschaften derart tief stehen wie Mainz 05, könnte die Eintracht nicht mehr so oft ihr Leistungslimit erreichen.

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Portrait von Ron Ulrich, daneben steht das Wort "Meinung"-

Ron Ulrich
hr-sport

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Die Konsequenzen einer zähen Saison mit der Eintracht aber hätte vor allem er tragen müssen. Selbst Claudio Ranieri wurde nach seinem sensationellen Meisterstück 2016 mit Leicester City im Folgejahr entlassen. Für Trainer heißt die Maßgabe derzeit "Karriereplan", für den Verein aber von jeher "Erfolg". Da können beide Seiten früher oder später recht unromantisch sein.

Ganz abgesehen von der Unruhe eines jetzigen Trainerwechsels und der offenen Frage nach einem Nachfolger wäre ein Rauswurf auch ein Eingeständnis: Viele aus dem Eintracht-Kosmos haben Hütter nach seinem "Ich bleibe"-Bekenntnis und dem folgenden Weggang vorgeworfen, er handele unprofessionell, illoyal und instinktlos. Wenn die Eintracht in der besten Saison seit Ewigkeiten ihren Trainer zwei Spieltage vor Schluss freistellen würde, dann würde sie sich nicht viel besser verhalten.