Dass Adi Hütter Eintracht Frankfurt den Rücken kehrt, ist nicht das Problem. Aber die Art und Weise seines Abgangs lässt die Eintracht-Familie fassungslos zurück.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Philipp Hofmeister kommentiert den Wechsel von Adi Hütter

Collage: Eintracht-Trainer Adi Hütter im Vordergrund, das Logo von Borussia Mönchengladbach im Hintergrund.
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Ich bleibe. Zwei Worte, eine klare Botschaft, garniert mit einer unmissverständlichen, ultimativen Aussagekraft. Und vor allem: mit wenig Raum für Interpretationen. 

Dachte man, damals, Ende Februar. Doch der Fall Adi Hütter zeigt: im Geschäft Profi-Fußball sind immer mehr Worte immer weniger wert. 

Pragmatismus trifft Emotion

Dass der Österreicher nach drei sportlich äußerst erfolgreichen Jahren eine neue berufliche Herausforderung sucht, dass er möglicherweise in Frankfurt nur noch wenig Luft nach oben sieht, sich nach einem anderen Projekt sehnt - alles inhaltlich in Ordnung, und dank der vertraglich verankerten Ausstiegsklausel auch mehr als legitim. Es geht hier auch nicht darum, dass Adi Hütter von der Eintracht zur Borussia geht - sondern wie er geht.

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Portrait von Philipp Hofmeister. Daneben steht "Meinung"

Philipp Hofmeister
hr-Sport

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Der Österreicher ist ein lupenreiner Karrieretyp, der vielen bei der Eintracht auf persönlicher Ebene in seinen drei Jahren noch immer sehr fremd geblieben ist. Weil er als Typ pragmatisch bis unnahbar daherkommt und als Trainer trotz seiner hohen Fachkompetenz mitunter extrem dünnhäutig auf Kritik reagiert. Und ausgerechnet dieser Mann führt einen derart emotionsgeladenen Klub wie die Eintracht erstmals in Richtung Champions League, um dann kurz vor diesem einmaligen Erlebnis freiwillig darauf zu verzichten. Ein Vorgang, der das leidenschaftsgetriebene Umfeld der Eintracht heute ziemlich fassungslos zurücklässt.

Schlechter Moderator

Ich bleibe. Zwei Worte, mit denen Adi Hütter eine Fallhöhe geschaffen hat, an der er sich jetzt selbst messen lassen muss. Die Moderation der daraus resultierenden Konsequenzen hat Hütter entweder nicht mitgedacht oder sie war ihm herzlich egal. 

Adi Hütter geht jetzt plötzlich doch lieber, statt zu bleiben. Was ihn begleiten wird, ist der Anstrich einer Ich-AG, die den Wortbruch im Bundesligageschäft auf ein ganz neues Level gehoben hat.

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zum Video Adi Hütter verlässt die Eintracht

Eintracht-Trainer Adi Hütter konnte mit dem Punkt in Leipzig leben.
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