Niko Kovac
Eintracht-Trainer Niko Kovac Bild © Imago

Der Erfolg von Eintracht Frankfurt beruht auch auf ständigem Wechsel. Coach Niko Kovac hat die Rotation aus seiner Zeit bei Bayern München importiert – und damit bisher erstaunlichen Erfolg.

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Die Rotation beschäftigt Eintracht Frankfurt sogar bei Medienterminen. Nach dem Sieg der Eintracht gegen Mainz stand Frankfurts Außenverteidiger Danny da Costa vor den Journalisten im Bauch des Waldstadions und lächelte. "Der Wolf macht Stress. Wenn es jetzt nichts Zwingendes mehr gibt...", sagte er mit Blick auf Teamkollege Marius Wolf, der da Costa schon mehrmals mit Zwischenrufen geneckt hatte. Wolf wollte endlich auch zum Interview – und danach unter die Dusche.

Die Chemie passt bei der Eintracht, das zeigen solche kleinen Szenen. Das liegt natürlich am souveränen Auftritt der Hessen gegen den Nachbarn vom Rhein. Fast schon in Bayern-Manier hatten die Hausherren früh durch Tore von Kevin-Prince Boateng (6.), Luka Jovic (23.) und Ante Rebic (41.) alles klar gemacht und dann eine zweite Halbzeit im Stile eines besseren Trainingsspiels abgespult. Zumindest an diesem Tag hat die Tabelle nicht gelogen, die Eintracht ist eine Spitzenmannschaft, Mainz ein potenzieller Absteiger.

Fast keiner ist vor der Rotation sicher

Aber die Stimmung ist nicht nur wegen der Erfolge und der Hoffnung auf Europa gut. Sie passt auch deshalb, weil Trainer Niko Kovac ein geschicktes Händchen dafür hat, alle seine Profis bei Laune zu halten. Das Zauberwort? Genau: Rotation. "Das habe ich als Spieler – gerade in München – gelernt. Man muss jeden dazuholen und so versuche ich auch, jedem Minuten zu geben", erklärte der Coach. Wichtig sei, dass sich die Spieler im Training anbieten würden. Nur darauf komme es an. "Alle, die Gas geben, sind dabei und die, die mehr Gas geben, sind noch mehr dabei."

23 gesunde Feldspieler mit ernsthaften Kaderchancen hat Kovac derzeit, da ziehen zwangsläufig einige pro Spieltag den Zonk. Nur eine kleine Achse ist mehr oder weniger gesetzt. Lukas Hradecky, David Abraham, Kevin-Prince Boateng – ein Grundgerüst, das, soweit gesund, eigentlich immer spielt. Aber schon direkt darunter in der Hackordnung greift die Rotation. Eben erst gesehen gegen Mainz. Timothy Chandler und Sebastién Haller – beide eigentlich auch Spieler der Kategorie "sichere Bank" – verloren ihren Platz in der Startelf. Außenverteidiger Chandler stand nicht mal im Kader.

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Alles ganz normal, versicherte Kovac. "Timmy hat viel gespielt. In den vergangenen Wochen hat man gesehen, dass ihm etwas die Körner gefehlt haben", begründete der Coach die Pause. "Ich habe ihm gesagt, du bist nicht dabei – das hat aber keine Auswirkungen." Bislang funktioniert die Rotation: Chandler-Ersatz Jetro Willems zeigte ein starkes Spiel gegen Mainz, nachdem er in der Rückrunde bisher noch gar keine Option war. Dasselbe kann man über Joker Danny Blum sagen, der vergangene Woche in Dortmund nach seiner Einwechslung traf.

Solange die Spieler wissen, dass sie ihre Chance bekommen, und dann auch für Erfolge sorgen, funktioniert dieses System bestens. Und wenn Kovac nicht genug Bewegung sieht, dann packt er auch mal einen öffentlichen Rüffel aus. So wie zuletzt für Marco Fabián. Eigentlich ja der beste Fußballer der Hessen, aber nach seiner verletzungsbedingten Pause noch nicht auf dem Level, das sich Kovac wünscht. "Ich erwarte von ihm mehr, weil ich weiß, er kann mehr. Das habe ich ihm auch schon in mehreren Gesprächen gesagt", stellte der Coach klar. Das Motto ist einfach: Kein Einsatz, keine Rotation.

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