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Eintracht Frankfurt beschränkte sich gegen Leipzig auf die Defensive. Bild © Imago Images

Gegen RB Leipzig sucht Eintracht Frankfurt sein Heil in langen Bällen, einen Plan B sieht man nicht. Fehlt ein Kreativspieler in den Reihen der Hessen?

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Oliver Mayer am Mikro

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Nicht nur das Spiel war nach Abpfiff unentschieden, Eintracht-Keeper Kevin Trapp erging es ebenso. "Es war kein schönes Spiel, aber es hätte effektiv sein können. Wir wollten kein Risiko eingehen. Das war ein Mittel. Ob es das Beste war, weiß ich nicht", so der Schlussmann der Hessen nach dem wenig ansehnlichen 0:0 seiner Mannschaft gegen RB Leipzig. Immerhin, so Trapp: "Es hat geholfen."

Was die Punkteausbeute angeht, mag der Nationalkeeper damit recht haben. Die spielerische Darbietung seiner Mannschaftskollegen dürfte bei Trainer Adi Hütter allerdings leichte Sorgenfalten verursacht haben. Auch wenn dieser sich nach der Partie verständnisvoll zeigte. "Spielerisch war es manchmal nicht das Gelbe vom Ei, insbesondere von unserer Seite. Aber hier muss man so spielen", sagte der Coach, der an diesem Montag seinen 49. Geburtstag feiert.

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Adi Hütter in der Pressekonferenz

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Hütters Plan war es, "Leipzigs erste Pressinglinie" zu überspielen, dementsprechend hatte seine Mannschaft 90 Minuten lang hohe Bällen auf die Stürmer geschlagen. Das allerdings ausschließlich – und komplett erfolglos. An der Marschroute änderte auch die Hereinnahme von Mijat Gacinovic nichts, der im Kader der Hessen so etwas wie einem Spielmacher am nächsten kommt. Der Eintracht fehlte ein Plan B, am Ende standen magere sechs Torschüsse zu Buche, Saison-Tiefstwert. Bereits im Spiel in Bremen vor zwei Wochen kamen die Frankfurter nur zu acht Abschlüssen. Für eine Mannschaft mit internationalen Ansprüchen ist das zu wenig.

Gegen Werder war es der Klasse Ante Rebics und Sébastian Hallers zu verdanken, dass am Ende noch ein Punkt heraussprang. Nur: Erwischen die Top-Stürmer der Eintracht einen schwarzen Tag, so wie gegen Leipzig, wird das Fehlen eines Kreativspielers im Zentrum eklatant. Sebastian Rode ackert, kämpft und läuft, ein genialer Regisseur für den finalen Pass aber ist er nicht. Auch Jonathan de Guzmán ist eher eine Acht, Gacinovic zu unbeständig in seinen Leistungen. Der ursprünglich für diese Position verpflichtete Chico Geraldes erwies sich als Missverständnis und kehrte nach nur einem halben Jahr in seine Heimat zurück. Was bleibt, ist ein kreatives Vakuum.

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Schalte Leipzig

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Einzig der Defensive um den starken Neuzugang Martin Hinteregger war es zu verdanken, dass die Eintracht am Ende einen Punkt aus Leipzig entführte. Also genau jenem Mannschaftsteil, in dem die Verantwortlichen im Winter ordentlich nachbesserten. Auf die Verpflichtung eines kreativen Mittelfeldspielers wurde hingegen verzichtet, und das, obwohl mit bereits angesprochenem Geraldes und Marco Fabián gleich zwei Spieler dieses Typus' den Verein verließen.

Ein Risiko? Das Spiel gegen Dortmund zeigte zuletzt, dass die Eintracht durchaus auch ohne klassische Zehn spielerisch glänzen kann. Und letztlich zählen am Ende des Tages die Ergebnisse. Oder wie Kevin Trapp es ausdrückte: "Wir haben mit Bremen, Dortmund und Leipzig gegen drei starke Mannschaften nicht verloren und das ist wichtig."