Adi Hütter

Die Bundesliga darf ihren Spielbetrieb wieder aufnehmen. Quarantäne, Geisterspiele, Mund-Nasen-Masken: Trainer Adi Hütter und Eintracht Frankfurt stehen vor einigen Herausforderungen. Der Österreicher bittet bereits um Nachsicht.

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Auch bei Eintracht Frankfurt und Trainer Adi Hütter ist die Erleichterung über den bevorstehenden Neustart der Fußball-Bundesliga greifbar. "Das war eine sehr lange Zeit der Ungewissheit", sagte der Österreicher während einer Video-Pressekonferenz am Freitag. "Wir haben wochenlang ein Wechselbad der Gefühle erlebt. Dürfen wir Bundesliga-Fußball spielen? Wann geht die Saison weiter?"

Hütter selbst hat die kritischen Stimmen, die es an dieser Entscheidung der Politik gab, auch im eigenen Umfeld wahrgenommen: "Es gibt durchaus Menschen in meinem Bekanntenkreis, die das weniger verstehen, aber andererseits auch welche, die sich darüber freuen, wenn die Bundesliga wieder läuft."

Auch bei seinen Spielern überwiege das Gefühl der Vorfreude. Der Coach hatte schon nachgefragt, welcher Profi möglicherweise nicht auflaufen oder mittrainieren wolle, weil er sich unwohl fühle: "Es haben alle zugestimmt, dass sie dabei sein wollen."

"Quarantäne-Trainingslager" vor dem Bundesliga-Neustart

Mit dem gewohnten Bundesliga-Alltag hat der Re-Start aber nichts gemeinsam. Mannschaft und Betreuer befinden sich in einem "Quarantäne-Hotel" in der Frankfurter Innenstadt. Sie alle werden mit einem Shuttlebus zum Training ins Stadion gebracht und müssen beispielsweise auch in zwei getrennten Gruppen beim Essen erscheinen.

Hütter selbst wird bei den Partien zu Beginn möglicherweise mit der Mund-Nasen-Maske zu kämpfen haben. Auf der Bank muss er diese aufsetzen, an der Linie der Coaching-Zone dann aber abziehen. Hütter bat daher schon um Nachsicht: "Emotionen können auch mal ausbrechen. Man sollte nicht jeden Fehltritt zu hoch hängen."

Hütter: "Wollen uns besser platzieren"

Spannend werden die sportlichen Fragen. Reicht den Mannschaften eine Woche im "Quarantäne-Trainingslager"? Wie fit kommen die Profis aus der beinahe zweimonatigen Pause? Bleiben die Spieler mit Blick auf die vielen Partien in den kommenden Wochen gesund? Und: Gelingt der Umgang mit den Geisterspielen?

"Die ersten Spiele könnten dementsprechend aussehen. Es wird für jeden Spieler und Verein eine neue Aufgabe sein. Ich kann mir daher vorstellen, dass die Spiele am Anfang nicht so eine hohe Qualität haben werden", vermutete Hütter. Zudem muss die Eintracht bei sechs Punkten Vorsprung auf Relegationsrang 16 auch den Abstiegskampf im Blick halten: "Daran denke ich noch nicht. Wir wollen uns besser platzieren."

Hohe Belastung bis Ende Juni

Los geht es am 16. Mai (18.30 Uhr) gegen Borussia Mönchengladbach, es folgen neun weitere Bundesligaspiele bis Ende Juni. Der Eintracht-Coach will der hohen Belastung mit der richtigen Trainingssteuerung und vor allem mit Rotation entgegentreten.

Sollte die Deutsche Fußball Liga (DFL) der Regeländerung des International Football Association Board (IFAB), wonach ab sofort fünf statt drei Auswechslungen pro Spiel erlaubt sind, die Zustimmung erteilen, wären die Hessen auch während der 90 Minuten noch flexibler. "Wir werden alle Spieler brauchen", prophezeite Hütter. Selbst Akteure wie Jonathan de Guzmán oder Marijan Cavar, die aus verschiedenen Gründen keine Chance mehr hatten, könnten plötzlich auflaufen: "Jeder Spieler muss bereit sein."