David Abraham im Duell mit Augsburgs Niederlechner

Gegen den FC Augsburg zeigt Eintracht Frankfurt eklatante Schwächen in der Abwehrarbeit. Um nun gegen den FC Arsenal zu bestehen, müssen die Fehler schnell abgestellt werden.

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Eintracht-PK nach Augsburg
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Mal rein hypothetisch: Würde Arsenals Pierre-Emerick Aubameyang innerorts mit voller Geschwindigkeit durch eine 30er-Zone sprinten, würde ihn ein Bußgeld von 15 Euro erwarten. Aubameyangs Top-Speed, gemessen im Jahr 2018, beträgt nämlich stolze 34,98 km/h.

Im Frankfurter Waldstadion wird Aubameyang am Donnerstag wohl eher kein  Bußgeld erwarten, mal davon abgesehen, dass 15 Euro bei einem Jahressalär von etwa 10,5 Millionen Euro sowieso nicht so doll ins Gewicht fallen. Teuer könnte es dennoch werden. Allerdings für Eintracht Frankfurt.

Einfaches Augsburger Erfolgsrezept

Deren Abwehrreihe zeichnet sich aktuell nämlich eher durch Instabilität aus, sieht sie sich mit erhöhter Geschwindigkeit konfrontiert. Das 1:2 am vergangenen Samstag in Augsburg war auch deshalb so unnötig, weil die ansonsten unbewaffneten Fuggerstädter mit einer arg simplen Marschroute zum Erfolg kamen: Lange Bälle hinter die Frankfurter Abwehr und dann mit ordentlich Geschwindigkeit hinterher. "Wir haben uns auf die einfachen Sachen beschränkt", sagte FCA-Torschütze Marco Richter im Anschluss treffend.

Insbesondere Kapitän David Abraham wirkte gegen die flinken FCA-Spieler ein ums andere Mal überfordert. Vor dem 0:1 war er weit und breit überhaupt nicht zu sehen, Martin Hinteregger verlor das entscheidende Kopfballduell und Richter traf. Auch beim 0:2 sah Abraham nicht gut aus, als er Florian Niederlechner vor dessen Sonntagsschuss nur Geleitschutz gab.

"Wir sind in unglaublich viele Konter gelaufen"

Nicht umsonst sagte Trainer Adi Hütter: "Wir waren unachtsam, sind in unglaublich viele Konter gelaufen und standen oft in Unterzahl im eigenen Strafraum. Das geht einfach nicht." Abraham gewann am Samstag nur 40 Prozent seiner Zweikämpfe, für einen Innenverteidiger ein desaströser Wert.

Genau das wird spätestens dann zu einem Problem, wenn beide Frankfurter Innenverteidiger einen ausbaufähigen Tag haben. Abraham ist mittlerweile 33 Jahre alt und hatte in den vergangenen Jahren vermehrt mit muskulären Problemen zu kämpfen. Immer öfter erlangt man den Eindruck, darüber seien ihm einstige Kernkompetenzen wie Schnelligkeit und Zweikampfstärke verloren gegangen.

Hinteregger, dessen Zweikampfwert am Samstag immerhin bei gut 80 Prozent stand, scheint derweil mit dem Kopf immer mal wieder woanders zu sein. Top-Leistungen wechseln sich mit durchschnittlichen Partien ab, für die internationale Klasse, deren Potenzial Hinteregger fraglos hat, agiert er oft zu inkonstant. Evan N'Dicka spielt aktuell überhaupt keine Rolle.

"Schnell umgeschaltet, mit drei, vier Spielern in die Tiefe"

Wenn dann, wie am Samstag, die "Rückwärtsbewegung nicht passt", wie Hütter monierte, wird es nach Ballverlusten schnell problematisch. "Augsburg hatte einen guten Matchplan, hat schnell umgeschaltet und ist mit drei, vier Spielern in die Tiefe gegangen."

Auch Arsenal wird am Donnerstag versuchen, mit Aubameyang oder dem nicht wesentlich langsameren Nicolas Pépé in die Tiefe zu kommen. Beide sind noch schwieriger zu stoppen als Richter, Niederlechner und Co. Außer vielleicht per Radarfalle.