Martin Hinteregger applaudiert bei seiner Rückkehr im Stadion.

Martin Hintergger kehrt zurück zu Eintracht Frankfurt. Hinter dem Verteidiger liegt ein ereignisreicher Monat, bei dem nicht alles nach Plan lief. Der Wechsel selbst kommt zum Ende dann aber Knall auf Fall - und wirft Fragen auf.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Martin Hinteregger auf dem Weg zur Eintracht

Martin Hinteregger kommt mit Kissen und Buch im Augsburger Trainingslager an.
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Am Ende zog es sich dann doch nochmal. Dienstags Abfahrt zum Medizincheck, Donnerstags die endgültige Präsentation. Aber: Jetzt ist er wieder da, wieder in Frankfurt. Martin Hinteregger, vergangene Rückrunde von der Eintracht vom FC Augsburg ausgeliehen, schließt sich langfristig den Hessen an. Er erhält einen Vertrag bis zum Sommer 2024. Dieses Mal aber nicht auf Leihbasis, dieses Mal vollständig. Die Wunschlösung für die Frankfurter Defensive ist also endlich Teil des Teams. Die Störgeräusche drumherum waren jedoch so laut wie bei kaum einem anderen Transfer - und begannen schon vor Wochen.

Rückblick: Kaum war die vergangene Saison der Frankfurter vorbei, betonte Hinteregger, dass er seine Zukunft nur bei der Eintracht sehen würde. Und das, obwohl er noch einen gültigen Vertrag bis 2021 beim FCA besaß. Die bayrischen Schwaben hatten einst neun Millionen Euro für den 26-Jährigen ausgegeben - eine stattliche Summe. Das bedeutete: Hinteregger würde teuer werden für die Hessen.

Lange kommt keine Bewegung in die Sache

Dies auch wegen der Umstände, unter denen sich der Österreicher im Januar den Frankfurtern angeschlossen hatte. Nach einer deutlichen Kritik an Ex-FCA-Coach Manuel Baum durfte Hinteregger den Verein auf Leihbasis Richtung Hessen verlassen. Das Tischtuch zwischen ihm und dem FC Augsburg war zu diesem Zeitpunkt zerschnitten. In Frankfurt spielte er dann eine mehr als überzeugende Rückrunde. Sportlich gut für die Eintracht, aus Verhandlungssicht aber schlecht. Denn so ließ sich der Preis für den Verteidiger schwerlich drücken.

Und so ging die zähe Poker-Partie los. Die Eintracht bot dem Vernehmen nach zehn Millionen Euro für den österreichischen Nationalspieler, die Augsburger wollten 15 Millionen. Bewegung kam in die Sache nicht wirklich rein. So musste Hinteregger nach seinem Urlaub beim Training der Schwaben antreten - und das etwas widerwillig. Der Verteidiger soll zum Start sogar mit einem Eintracht-Rucksack aufgetaucht sein. Der Verein dementierte das umgehend.

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Hinteregger fehlt auf Teamfoto

Bei diesem einen Störgeräusch blieb es jedoch nicht. Der Verteidiger, der zwischenzeitlich Individual-Training aufgrund einer Rippenverletzung absolvieren musste, wollte auch nicht auf das Teamfoto des Vereins. Frankfurt oder nix - so blieb die Haltung Hintereggers. Auch die Eintracht-Fans legten sich ins Zeug, kreierten extra den Slogan #freehinti. Nur: Bewegung kam weiter nicht in die Sache. Daher ging es für den Verteidiger auch mit ins Trainingslager des FCA nach Bad Häring - wo es zur letzten Wendung dieses an Irrungen und Wirrungen nicht armen Julis kam.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Ganz viel Liebe für "Hinti" auf Twitter

Martin Hinteregger im Spiel der Österreicher gegen Slowenien
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Nach einem langen Abend auf dem örtlichen Dorffest zum Ende des Trainingslagers torkelte Hinteregger sichtlich betrunken umher, gestützt von einem FCA-Teamkollegen. Der ganze Auftritt wurde per Video gefilmt und ins Internet gestellt. Am nächsten Morgen verpasste er das Training und erschien auch nicht zum obligatorischen Abschiedsfoto mit der Crew des Hotels. Kein wirklich professionelles Verhalten. Aber genau nach diesem Abend nahm die Hinteregger-Geschichte Knall auf Fall richtig Fahrt auf.

Video aus Bad Häring sorgt für Aufruhr

Denn noch am Montag war zu hören, dass eine Verpflichtung Hintereggers schwierig werden würde. Dann aber veröffentlichte die Bild-Zeitung am Montagabend einen Artikel zu dem Vorfall in Bad Häring, in dem auch FCA-Manager Stefan Reuter mit folgenden Worten zitiert wird: "Wir haben Kenntnis über dieses Video. Wir bitten um Verständnis, dass wir uns erst abschließend äußern können, wenn wir mit der Mannschaft und Martin gesprochen haben."

Genau dieses Gespräch dürfte danach zeitnah geführt worden sein. Von Augsburger Seite war auf hr-Anfrage am Dienstag niemand zu erreichen. Kurzum: Danach ging es mit dem Wechsel am Dienstag sehr schnell. Ein Umstand, der auch für die Eintracht, wie aus Vereinskreisen zu hören ist, überraschend kam. All der zähe Poker, all das Taktieren um die Ablöse war auf einmal kein großes Thema mehr.

Wohl zwölf Millionen Euro Ablöse

Zehn bis zwölf Millionen Euro soll der Verteidiger nun gekostet haben, was sehr nahe am ursprünglichen Angebot der Eintracht wäre. Ein Ergebnis, das man auch früher hätte haben können. Die Frage ist nur, ob es auch ohne die Vorkommnisse in Bad Häring am Ende so schnell gelaufen wäre wie nun am Montag und Dienstag.