Sebastian Vettel und Charles Leclerc.

Sebastian Vettel ist nicht gut in die Saison gestartet. Jetzt will der Heppenheimer Formel-1-Pilot beim Großen Preis in Shanghai zurück auf die Siegerstraße. Dabei muss er gegen einen starken Stallkollegen fahren – und gegen das eigene Image.

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Sebastian Vettel beim Crash
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Jetzt will es Sebastian Vettel beim großen Jubiläum der Formel 1 erst recht allen beweisen. Im 1000. Grand Prix der Königsklasse geht es für den angeschlagenen Ferrari-Star um viel mehr als nur WM-Punkte - es geht ums Prestige und die Klarstellung der Hackordnung in seinem Team. "Ich hatte in der Vergangenheit hier ein paar gute Rennen mit Ferrari. Vielleicht haben wir diesmal auch das Quäntchen Glück, so dass wir das 1000. Rennen wirklich feiern können", sagte der gebürtige Heppenheimer vor dem dritten Saisonlauf am Sonntag in Shanghai.

2009 gewann Vettel im Red Bull zum bislang einzigen Mal den Großen Preis von China. Auf reichlich Gegenwehr muss sich der 31-Jährige auch diesmal einstellen. Vor allem auch vom eigenen Stallrivalen Charles Leclerc, der ihn zuletzt in Bahrain düpierte. Nach dem bitter verpassten Sieg in der Wüste wegen technischer Probleme am ansonsten äußerst schnellen Ferrari will sich der 21-Jährige nun in China zum jüngsten Grand-Prix-Sieger der Scuderia küren. Der Monegasse peilt dort die Ergebnisse an, "die wir verdienen".

"An die Power, die sie haben, kommt keiner ran"

Die Strecke könnte dem Ferrari-Duo dabei helfen. Mercedes sieht sich trotz der beiden Auftaktsiege in der Defensive. "An die Power, die sie haben, kommt keiner ran", meinte Teamchef Toto Wolff.

Das Problem aus Mercedes-Sicht: Das Motoren-Kräfteverhältnis hat sich gedreht. Auf der Qualifikationsrunde sei Ferrari auf der Geraden in Bahrain fünf Zehntelsekunden schneller gewesen, erklärte Wolff. Den Sieg sicherte sich Hamilton vor Bottas und Leclerc nur dank der besseren Zuverlässigkeit des Silberpfeils. Und weil Vettel patzte.

Debatte um Vettels Nervenkostüm

Der Heppenheimer heizte damit auch die Debatte um sein Nervenkostüm im Titelkampf wieder an. Es war nicht das erste Mal, dass ihm ein vermeintlich leichter, aber rennentscheidender Fehler unterlief. Nach einem Dreher kam er in Sakhir nicht über den fünften Platz hinaus.

Dass er in diesem Jahr in Leclerc einen überaus talentierten und ehrgeizigen Teamkollegen neben sich hat, wird zur weiteren großen Herausforderung für den viermaligen Weltmeister. Umso wichtiger wäre ein Sieg im Prestige-Rennen der Formel 1.

"Die Leute unterschätzen Sebastian"

Immerhin der frühere Chefvermarkter Bernie Ecclestone ist sicher: "Die Leute unterschätzen Sebastian." Vettel werde sich aus seinem aktuellen Tief herauskämpfen, sagte der Brite im Interview von Sport Bild und Auto Bild Motorsport. Schließlich brauche die Formel 1 einen siegenden Vettel. "Es gibt keinen Grund, warum neben Lewis nicht auch Sebastian Michael Schumachers sieben Titel erreichen kann", versicherte der 88 Jahre alte Ecclestone.

Bis dahin aber ist der Weg weit. 22 Punkte hat Vettel bisher aus den beiden ersten Rennen geholt. Bottas führt mit 44 Zählern vor Hamilton (43). Leclerc ist Vierter mit 26 Punkten hinter Max Verstappen im Red Bull auf Rang drei (27). Bei insgesamt 21 WM-Läufen ist die Aussagekraft allerdings noch sehr gering. Mit einem Sieg und der schnellsten Rennrunde würde Vettel mit einem Schlag 26 Punkte holen.