Filip Kostic im Duell mit Daniel Brosinski

Ungeliebte Zeit, ungeliebter Ort: Eintracht Frankfurt will den Fluch gegen Mainz 05 endlich besiegen und erstmals in der Bundesliga beim FSV gewinnen. Personell plagen Trainer Adi Hütter aber weiter Probleme.

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Eintracht PK vor Mainz
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Tennisbälle, Toilettenpapier, Transparente - im Kampf gegen die ungeliebten Montagsspiele in der Bundesliga haben die Fans schon viel Einfallsreichtum bewiesen. Das wird wohl auch an diesem Montag so sein, wenn der FSV Mainz 05 den Nachbarn Eintracht Frankfurt (20.30 Uhr) zum brisanten Rhein-Main-Duell empfängt. Obwohl die DFL bereits die Abschaffung der maximal fünf Bundesligapartien zum Wochenbeginn pro Spielzeit zur Saison 2021/22 beschlossen hat, planen die Mainzer Anhänger in der Anfangsviertelstunde einen Stimmungsboykott. Proteste auf Frankfurter Seite sind ebenfalls nicht ausgeschlossen.

Auf dem Rasen wird es dagegen von der ersten Minute an hoch hergehen. "Ein Derby ist emotional gesehen immer hochinteressant", sagte Eintracht-Trainer Adi Hütter am Sonntag. Und sein Mainzer Kollege Achim Beierlorzer betonte: "Die Mannschaft ist einfach heiß gegen Frankfurt zu spielen."

Dost und Rode weiter fraglich

Trotz des ungeliebten Termins werden rund 6.000 Fans die Hessen begleiten. Wie sie hofft Hütter auf das Ende einer besonderen Negativserie: In elf Anläufen hat die Eintracht im nur 40 Kilometer entfernten Mainz noch nie einen Bundesligasieg landen können. "Wir wollen diese Serie endlich durchbrechen", verkündete Hütter, der personell noch mit einigen Fragezeichen zu kämpfen hat.

Die zuletzt angeschlagenen Bas Dost und Sebastian Rode haben am Sonntag zwar wieder trainiert, ein Einsatz ist aber weiter fraglich. "Ich kann es derzeit nicht sagen. Wir werden nach dem Vormittagstraining am Montag entscheiden, ob beide spielen, einer spielt oder keiner spielt", so Hütter. Fest eingeplant ist hingegen Almamy Touré, der den gesperrten Kapitän David Abraham ersetzen soll.  

Aufstellung Mainz Eintracht

Trainer-Push bei Mainz?

Dass die Mainzer vor rund zwei Wochen den Trainer ausgetauscht haben – für Sandro Schwarz kam der kurz zuvor beim 1. FC Köln entlassene Beierlorzer – macht die Aufgabe jedoch nicht leichter. "Wir haben für die Vorbereitung alle Spiele unter Schwarz ad acta gelegt", berichtete Hütter. "Mainz spielt jetzt einen ganz anderen Fußball."

Mut macht den Frankfurtern der 2:1-Sieg beim FC Arsenal in der Europa League. "Da hat die Mannschaft bewiesen, dass sie Mentalität und Charakter hat», sagte Hütter. Beides ist in Mainz gefragt, um bei den Rheinhessen zu bestehen. Denn auch die Beierlorzer-Truppe hat nach dem 5:1 in Unterzahl bei der TSG 1899 Hoffenheim plötzlich ein breites Kreuz bekommen. "Jeder muss jetzt darauf brennen, das nächste Spiel zu spielen. Und das ist für uns das Derby", sagte FSV-Sportvorstand Rouven Schröder.

Fernandes trifft Fernandes

Es gibt wohl kaum etwas Schöneres, als dem auf allen Feldern boomenden und längst zur unbestrittenen Nummer eins in der Region gewachsenen Rivalen ein Bein zu stellen. Das weiß auch Beierlorzer, für den es das erste Nachbarschaftsduell ist. "Ich bin gut vorbereitet", sagte der 52-Jährige vor seiner Heimpremiere als 05-Coach. "Aber wichtiger ist natürlich, dass die Mannschaft weiß, was dieses Derby ausmacht."

Frankfurts Gelson Fernandes erwartet daher ein "heißes Spiel", für das Beierlorzer "seine Mannschaft sicher extrem motivieren", werde. Für den Defensivmann könnte es dabei zum Familienduell mit Cousin Edimilson Fernandes kommen. "Natürlich ist eine gewisse Vorfreude da, aber am Montag sind wir vor allem Gegner", sagte der Eintracht-Routinier. "Ich habe ihm geschrieben, dass der Kontakt bis dahin ruhen muss und wir uns am Montagabend nach dem Spiel sehen." Bleibt abzuwarten, wer von beiden dann die bessere Laune hat.