Eintracht Frankfurt Computer Spionage
Die Eintracht muss sich mit neuen Vorwürfen auseinandersetzen. Bild © Imago Images

Der Datenbank-Betreiber ISB bezweifelt, dass eine einzelne Person für die zahlreichen illegalen Zugriffe auf Scouting-Daten verantwortlich sein kann und spricht von einem Skandal. Die ausgespähten Daten werfen Fragen auf.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht Frankfurt kam auch an Profi-Daten von RB Leipzig

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Eintracht Frankfurt sieht sich in der Datenklau-Affäre um die vermeintliche Spionage bei Konkurrent RB Leipzig mit neuen Vorwürfen konfrontiert. Wie das Unternehmen International Soccer Bank (ISB), das die betroffene Scouting-Plattform betreibt, dem Bayerischen Rundfunk bestätigte, könnte das Ausmaß des Daten-Diebstahls deutlich größer sein als bisher angenommen. "Für uns ist das ein Riesenskandal", sagte ISB-Geschäftsführer Jürgen Kost.

Eintracht späht Daten von Profi-Talenten aus

Vor allem die Annahme, dass der inzwischen entlassene U17-Trainer Frank L. allein verantwortlich für den unberechtigten Zugriff auf die Nachwuchs-Scouting-Datenbank war, wird von Kost bezweifelt. "Ich kann hier nur Widerspruch erheben", sagte er: "In Anbetracht der Vielzahl der Zugriffe ist es schwer vorstellbar, dass hier eine einzelne Person tätig war."

Über 5.600 Abrufe seien allein aus der Geschäftsstelle des hessischen Klubs erfasst worden, darunter auch solche auf Profile hochkarätiger Profi-Talente außerhalb des Junioren-Bereichs. Daten, die für einen Nachwuchstrainer völlig irrelevant seien, so Kost. Zudem sei der Datendiebstahl durch eine Aussage des Chefscouts der Eintracht aufgeflogen, der gegenüber einem RB-Kollegen von den unerlaubten Zugriffen sprach.

ISB reicht Klage ein

Die Eintracht hatte am Dienstag Presseberichte bestätigt, wonach der Account eines ehemaligen Leipzig-Mitarbeiters über einen längeren Zeitraum unerlaubt von dem Frankfurter Jugendtrainer genutzt worden war. Frank L., früher selbst in Leipzig angestellt, hatte sich das Passwort von einem befreundeten RB-Mitarbeiter besorgt. Einen Zusammenhang zwischen den Zugriffen auf die Datenbank und Spielerverpflichtungen sahen beide Klubs allerdings nicht. Die ISB hat wegen der Vorgänge am Landgericht Frankfurt Klage gegen die Eintracht eingereicht.