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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Die Heldenreise des Rodrigo Zalazar

Rodrigo Zalazar

Beim FC St. Pauli ist er im Moment der gefeierte Star: Eintracht-Leihspieler Rodrigo Zalazar. Kehrt der Mittelfeldspieler im kommenden Sommer als Leistungsträger nach Frankfurt zurück?

Nach gut einer halben Stunde Spielzeit bat Rodrigo Zalazar zum Tanz. Der Leihspieler von Eintracht Frankfurt im Trikot des Zweitligisten FC St. Pauli dribbelte mit hohem Tempo an gleich drei gegnerischen Nürnberger Spielern vorbei. Von den Rängen kam Szenenapplaus, auch wenn das Happy End diesmal aufblieb. Zalazar verpasste den entscheidenden Augenblick, um den Ball Richtung Tor oder Mitspieler zu befördern.

Doch da der 21-jährige Uruguayer schon kurz zuvor per Elfmeter getroffen hatte und beim 2:2 gegen Nürnberg auch sonst sein stärkstes Saisonspiel für St. Pauli zeigte, waren sich nach dem Spiel Fans und Journalisten einig: Zalazar war der Mann des Tages. Die heimische Hamburger Morgenpost überschlug sich fast verbal: "Dreh- und Angelpunkt", "Dampfmacher", "Wirbelwind" waren die Schlagworte, die Note 1,5 gab's als Zugabe.

Zalazar lebt nach der Pleite in Polen auf

Zalazar, Typ Straßenfußballer, ist in aller Munde. Und das war nicht unbedingt zu erwarten. Denn St. Pauli ist nicht die erste Ausleih-Station von Zalazar, der im Sommer 2019 als 19-Jähriger von der zweiten Mannschaft des FC Malaga zur Eintracht wechselte. Denn bevor der Uruguayer auch nur einmal für Frankfurt spielen konnte, wurde er an den polnischen Erstligisten Korona Kielce verliehen.

Doch der Vereinsname war nicht das Hauptproblem für den zentralen Mittelfeldspieler. Zalazar erlebte eine Saison mit Pleiten, Pech und Pannen. Zunächst wurde er in Kielce in die zweite Mannschaft abgeschoben, dann musste er eine lange Rotsperre abbrummen und schließlich wurde die Saison in Polen wegen Corona abgebrochen. An die von der Eintracht erhoffte Spielpraxis war nicht zu denken.

Breitbeinig zum Elfmeter

Ganz anders ist die Lage jetzt am Millerntor. Von den vier Saisonspielen des FC St. Pauli in der zweiten Liga stand Zalazar dreimal in der Startelf. Nach seinem überragenden Auftritt gegen Nürnberg, ist er bei den Kiezkickern im offensiven Mittelfeld nun endgültig gesetzt. Zalazar überzeugt nicht nur durch seine Spiel- und Dribbelstärke, der 21-Jährige präsentiert sich auch als unermüdlicher Antreiber und verbissener Zweikämpfer.

Und dass er sich als Neuzugang und Youngster von St. Pauli vor dem Elfmeter auch noch den Ball schnappte ist auch nicht selbstverständlich. Wie Cristiano Ronaldo, breitbeinig und mit durchgedrückten Armen, stand er da und versenkte den Ball zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich. "Der Junge macht Spaß", freute sich Pauli-Sportchef Andreas Bornemann. Bei der Eintracht freuen sie sich derzeit auch, denn im kommenden Sommer kehrt Zalazar nach Frankfurt zurück.

Zalazar auf den Spuren von Kamada?

Mit ihren Ausleihen hatte die Eintracht in naher Vergangenheit großen Erfolg. So kehrte Daichi Kamada im Sommer 2019 nach einjähriger Leihe an den VV St. Truiden stark formverbessert aus Belgien zur Eintracht zurück und ist mittlerweile in Frankfurt zum Stammspieler geworden. Auch der bis dahin wenig beachtete brasilianische Verteidiger Tuta kam in diesem Sommer nach einem Jahr beim belgischen Erstliga-Team KV Kortrijk runderneuert heim an den Main.

Nun auch Zalazar? Die Leistungskurve des Uruguayers zeigt auf jeden Fall steil nach oben. Sollte er seine Spiel- und Zweikampfstärke und seine energiegeladenen Auftritte im hohen Norden weiter kultivieren, kann sich die Eintracht im kommenden Sommer auf einen ziemlich interessanten "Neuzugang" freuen.