Die Frankfurter Eintracht hat im Nachwuchsbereich erneut einen namhaften Neuzugang. Mit Jürgen Kramny kommt ein Coach, der im Profifußball überschaubare Erfolge feierte, für die U19 aber genau der richtige sein könnte.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht Frankfurt holt Jürgen Kramny

Imago Kramny
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Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic legte seine Stirn in Falten und dachte kurz nach - über den Nachwuchsbereich der Frankfurter, aus dem es in den vergangenen Jahren bis auf Aymen Barkok kaum ein Spieler zu den Profis geschafft hat. "Das ist ein Prozess", sagte er schließlich. Jetzt aber sei endlich alles auf dem richtigen Weg. Endlich. Das schien er zu betonen auf der Pressekonferenz vor Anfang Juli.

Teil des richtigen Weges ist seit Montag auch Ex-Bundesliga-Coach Jürgen Kramny. Er wird neuer Trainer der Frankfurter A-Junioren und ist nach Thomas Broich und Jerome Polenz (U15) und Fußballgott Alex Meier (U16 Co-Trainer) bereits der vierte namhafte Neuzugang im Eintracht-Nachwuchsbereich.

Kramny will Identifikation

Kramny soll bei den Hessen einen Zweijahresvertrag unterschrieben haben, berichtet der Wiesbadener Kurier. Mit der Verpflichtung des Schwaben wechselt auch der bisherige U19-Coach Marco Pezzaiuoli vom Rieder- an den Stadtwald. Er soll Technischer Direktor in der Profiabteilung werden. Mit Kramny, dem emsigen Schwaben mit hervorragendem Ruf im Nachwuchsbereich bleibt die Eintracht ihrer Linie treu.

Denn der 48-Jährige, der einst auch die Profis des VfB Stuttgart und von Arminia Bielefeld trainierte, suchte in den vergangenen zwei Jahren stets eine Aufgabe mit hohen Identifikationswert - Feuerwehrmann im Abstiegskampf? Retter in der Relegation? Nicht mit Kramny. "Ich hätte schon längst wieder auf dem Platz stehen können, aber ich möchte mit einer Mannschaft arbeiten, mit der ich mich identifizieren kann, mit der ich etwas aufbauen kann", sagte er im vergangenen Sommer im Interview mit transfermarkt.de.

Back to the roots

Die Zeit bei "seinem VfB" hat bei Kramny offenbar Spuren hinterlassen. Denn im aufgeregten Umfeld des Wasen verlor er mit seinem Team nicht nur die Rückendeckung der Fans, sondern letztlich auch den Kampf um den Klassenerhalt. Auf Bad Cannstatt folgte Bielefeld - aber auch da war nach 14 Partien Schluss.

Nun kehrt Kramny bei der Eintracht zu seinen Wurzeln zurück - und wenn es nach den Frankfurtern geht, auch zum Erfolg. Denn der Ludwigsburger, den Jürgen Klopp einst in Mainz zum U19-Coach beförderte, gilt als akribischer Arbeiter, als einer, der seine Worte mit Bedacht wählt. "Das Schönste als Trainer ist, die Entwicklung der Spieler hautnah miterleben zu können. Wenn man sieht, wie sich ein Spieler innerhalb von Monaten zu einem komplett anderen Spielertypen entwickelt", sagte er transfermarkt.de.

Manager für zerplatzte Träume

Genau das könnte sein neuer Job bei der Eintracht nun für ihn bereithalten, wenn er nach zwei Jahren an die Seitenlinie zurückkehrt. Zuletzt war der 48-Jährige übrigens Cheftrainer im Trainingslager der Vereinigung der Vertragsfußballer und betreute all jene, für die der Traum vom Profifußball mindestens eine Pause eingelegt hat. Mit zerplatzen Träumen und großen Hoffnungen kennt Kramny sich also aus, wenn er die Frankfurter U19 übernimmt. Das dürfte Sportvorstand Bobic die ein oder andere Sorgenfalte weniger bescheren.