Kevin Trapp von Eintracht Frankfurt

Da der wiedergenesene Kevin Trapp sein Comeback ankündigt, könnte Frederik Rönnow seinen Stammplatz im Tor von Eintracht Frankfurt schon bald wieder verlieren. Die Statistik spricht jedoch für den Dänen.

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Es sind die kleinen Dinge des Lebens, die Kevin Trapp derzeit glücklich machen. Handy in die Hand nehmen, eine Tasse greifen, Schuhe binden. Allesamt Alltagssituationen, die für den Keeper von Eintracht Frankfurt in den vergangen Wochen eine unüberwindbare Hürde darstellten. "Jetzt kann ich das alles wieder, ich bin froh über jeden kleinen Schritt", sagte der 29-Jährige am Samstag vor dem 5:1-Spektakel gegen den FC Bayern auf der Waldtribüne.

Die Schulterverletzung mit dem sperrigen Namen "Rotatorenmanschettenruptur" ist ausgeheilt. Nach der Abschlusskontrolle gab es "Grünes Licht" vom Arzt, wie Trapp verkündete. "Ich darf Vollgas geben."

Trapps Glück ist Rönnows Pech

Vollgas beinhaltet in Trapps Fall zwar erst einmal keine harten Schüsse von Torwarttrainer Moppes Petz, auch in Abschlüsse von Goncalo Paciencia oder Filip Kostic wird sich der Nationaltorhüter vorerst noch nicht schmeißen. Die Zeit der Schonung ist aber vorbei, die Schiene am linken Arm hat ausgedient. "Ich kann wieder richtig trainieren", so Trapp.

Rund fünf Wochen nach seinem verhängnisvollen Zusammenprall mit Makoto Hasebe beim Auswärtsspiel gegen Union Berlin (2:1) kommt diese schnelle Rückkehr durchaus überraschend. Die gerissene Sehne in der Schulter, so die allgemeinverständliche Umschreibung der Verletzung, ist im Eiltempo zusammengewachsen. Die Beweglichkeit ist zurück. "Ich bin froh, dass es so schnell gegangen ist", resümiert Trapp, dem jetzt nur eines fehlt: die Wettkampfhärte.

Ein Blitz-Comeback des 29-Jährigen in der Hinrunde ist deshalb wohl weiter ausgeschlossen, spätestens im Winter-Trainingslager will Trapp aber wieder voll dabei sein und damit die Zeit von Frederik Rönnow als Nummer eins beenden.

Rönnow spielt sich ins Rampenlicht

Der Däne, der seit sieben Spielen das Tor der Eintracht mit Bravour bewacht, könnte damit in seinen Endspurt bei den Hessen starten. Bis Weihnachten stehen noch zehn Pflichtspiele auf nationaler und internationaler Bühne auf dem Programm, pünktlich zur Bescherung wird Rönnow dann wohl ins zweite Glied zurückversetzt. Echte Zweifel an der Re-Installation des im Sommer mit einem gut dotierten Fünfjahresvertrag ausgestatteten Trapp gibt es nicht. Rönnow, ein Stammtorwart auf Zeit.

Bei einem Blick auf die Zahlen könnte man die Rolle rückwärts im Frankfurter Tor jedoch noch einmal überdenken. Rönnow, der nach zahlreichen Verletzungen und Wacklern schon abgeschrieben schien und im Sommer kurz vor dem Wechsel zu einem anderen Club stand, hat seine Bewährungschance im Scheinwerferlicht genutzt und seine Klasse gleich mehrfach bewiesen. Stark auf der Linie, Ruhe am Ball, dazu vor allem beim 3:0-Sieg gegen Leverkusen gleich reihenweise Glanzparaden und ein neuer Saisonrekord: Kein anderer Keeper wehrte in dieser Saison mehr Torschüsse ab.

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Die Erfahrung spricht für Trapp

In sieben Spielen in Bundesliga und Europa League kassierte Rönnow neun Gegentore, Trapp kommt in denselben Wettbewerben auf acht Partien und 14 Gegentreffer. Die Statistik und der tabellarische Aufschwung sprechen für Rönnow, die Erfahrung und die Rolle als Führungsspieler jedoch wohl klar für Trapp.

Drei Jahre an der Seite von Superstars wie Neymar oder Kylian Mbappé beim Spitzenclub Paris St. Germain haben Trapp menschlich und sportlich wachsen lassen. In Sachen Ausstrahlung und Siegermentalität ist er eine Stufe weiter als der eher schüchtern wirkende Rönnow. Trapp kann und will die Eintracht führen. "Paris hat mich weitergebracht. Und wenn ich davon der Mannschaft etwas weitergeben kann, mache ich das sehr gerne." Spätestens in der Rückrunde wird es wohl soweit sein.