Nicht nur beim Verteidigen der Standards spielte N'Dicka in Portugal eine zentrale Rolle.

Lange Zeit war Evan N'Dicka bei der Eintracht nur Statist, beim Sieg gegen Vitoria Guimaraes wurde er jetzt zum Hauptdarsteller. Für den jungen Franzosen schloss sich in Portugal ein Teufelskreis.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht-Trainer Adi Hütter: "Bin zufrieden mit dem Ergebnis"

Eintracht-Trainer Adi Hütter
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Wer hätte das vor gut einer Woche gedacht? Als die UEFA am Freitagmorgen ihre Elf des Spieltags veröffentlichte, fand sich unter den elf Besten des abgelaufenen Europa-League-Spieltags auch der Name Evan N’Dicka. Jener Frankfurter, der zwar in den sportlich wenig brisanten Quali-Spielen gegen Tallinn und Vaduz mitwirken durfte, ansonsten aber seit geraumer Zeit nur zum Auffüllen des Kaders von Trainer Adi Hütter berücksichtigt wurde.

N'Dicka, zuvor in sechs Pflichtspielen ohne jede Einsatzzeit, stand im Gastspiel der Hessen bei Vitoria Guimaraes nicht nur über die volle Distanz auf dem Rasen, er wurde dank seines Kopfballtreffers zum 1:0-Endstand auch zum Mann des Abends für die bieder auftretenden Frankfurter. "Er hatte zuletzt wenig Spielpraxis. Deshalb ist es klasse, dass er als Gold-Torschütze vom Platz geht", freute sich nicht nur Trainer Adi Hütter mit dem 20-jährigen Franzosen. Für den hieß es: Mittendrin statt nie dabei.

Karriere im Schnelldurchlauf

So schnell, wie N'Dicka in seiner Premierensaison bei den Frankfurtern durchgestartet war, so hart landete der Shootingstar auf den Boden der Tatsachen: Sein Abstieg begann dort, wo er nun eine kleine Wiedergeburt erlebte: in Portugal. Eine Notbremse im Viertelfinal-Hinspiel bei Benfica Lissabon (2:4) führte zunächst zur Zwangspause des hochtalentierten Innenverteidigers. Die Spielerlaubnis kam zwar schnell zurück, die Spielzeit jedoch nicht. Hütter vertraute fortan anderen, auch wenn diese wie David Abraham zeitweise selbst Schwächen offenbarten.

Erst in der Not beziehungsweise nach den Ausfällen von Abraham und Abwehrchef Makoto Hasebe vertraute Hütter wieder auf N'Dicka. Und er wurde nicht enttäuscht: An der Seite des erfahrenen Martin Hinteregger machte der Franzose seine Sache über weite Strecken gut und unauffällig. Erst mit wachsendem Druck der Gastgeber in der zweiten Hälfte und bei nachlassender Kraft geriet N’Dicka zeitweise ins Wanken. Zum Fallen brachten ihn aber keine Portugiesen, sondern erst Wadenkrämpfe in der Schlussphase.

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Mehr als nur eine Alternative?

Sportvorstand Fredi Bobic attestierte N’Dicka eine "klasse Leistung, nicht nur wegen seinem Tor". Nun sei zu hoffen, dass der Matchwinner den Auftrieb mit in die nächsten Partien nimmt. Gleiches gilt übrigens auch für Frederik Rönnow, der in Abwesenheit des langzeitverletzten Kevin Trapp seinen Kasten sauber hielt. Beide, N’Dicka und Rönnow, hatten als Reservisten schwere Monate hinter sich. Beide zeigten, dass auf sie Verlass sein kann.

Während Rönnow seinen Startplatz noch für mehrere Monate inne haben dürfte, steht Hasebe nach seiner Gehirnerschütterung im Spiel gegen Bremen womöglich schon vor der Rückkehr. N’Dickas Aussichten auf weitere Bewährungsmöglichkeiten wird das sicherlich schmälern. Für ihn selbst als auch für Cheftrainer Hütter wird es aber enorm wichtig sein, zu wissen, dass N'Dicka (wieder) als ernsthafte Alternative bereitsteht. Stellt sich nach seiner ausgezeichneten Leistung im frühherbstlichen Guimaraes eigentlich nur noch eine Frage: Can he do it on a cold rainy night in Stoke?