Philip Holzer Eintracht Frankfurt

Philip Holzer ist neuer Aufsichtsratsvorsitzender von Eintracht Frankfurt. Nach der Wahl erklärte der ehemalige Banker, auf was es in der Zukunft ankommen wird - und wie sein Führungsstil aussieht.

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zum Video Neuer Eintracht-Aufsichtsrats-Boss Holzer: "Stolz und optimistisch"

Philip Holzer Eintracht Frankfurt still
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Die kleineren und mittleren Strapazen des Tages merkte man Philip Holzer, dem frischgebackenen neuen Aufsichtsratsvorsitzenden von Eintracht Frankurt, dann doch an. Er sei ja ein wenig neidisch, wenn er so auf die deutlich legerer gekleidete Journalistenschar blicke, sagte er ehrlich und musterte nach einem anstrengenden Tag seinen blauen Eintracht-Anzug. Von 14.30 bis kurz vor 19 Uhr hatte die Hauptversammlung getagt und durchgearbeitet - danach stand endlich das Ergebnis fest. Nach der Wahl erklärte der Nachfolger von Wolfgang Steubing in ruhigen Worten, was er mit dem Verein vorhat.

Philip Holzer über...

... seine Wahl: "Heute ist ein besonderer Tag für mich. Ich bin stolz und optimistisch. Ich fange durch meine zehn Jahre im Aufsichtsrat ja nicht von vorne an im Fußballgeschäft. Das ist auch wichtig. Die Themen werden interessant und herausfordernd blieben. Ich werde auch froh sein, wenn Wolfgang mir mit Rat und Tat zur Seite steht. Persönlich mag ich den Fußball wegen seiner gesellschaftlichen Wirkung. Ich glaube, dass der Fußball als Klebstoff der Gesellschaft immer wichtiger werden wird."

... die Corona-Pandemie: "Die Pandemie trifft uns alle. Die Gremien sind aber krisenerfahren. Generell müssen wir aber durch Corona und die damit einhergehenden Einbußen noch kreativer und innovativer sein. Wir müssen modernisieren, um wettbewerbsfähig zu sein. Wenn ich mir generell etwas wünschen könnte, wäre es, dass wir bald wieder Spiele mit Zuschauern haben."

... den anstehenden Transfermarkt: "Wir müssen niemanden um jeden Preis verkaufen. Das ist schon einmal wichtig. Aber wir werden jede Möglichkeit gegeneinander abwägen. Wir haben spannende Investionsprojekte. Bei manchen müssen wir schauen, ob wir sie in die Zukunft verschieben. Klar ist aber auch: Wir sind nicht alleine mit dieser Herausforderung. Insgesamt werden die Preise auf dem Transfermarkt nach unten gehen."

... seinen neuen Posten: "Das ist natürlich eine andere Situation. Man steht mehr in der Öffentlichkeit. Von manchen wurde ich ja schon als schüchtern bezeichnet. Das bin ich nicht. Aber ich halte mich gerne an Regeln und Absprachen. Meine Rolle war lange, nicht in der ersten Reihe zu stehen. Das ist jetzt alles natürlich eine neue Dimension."

... seinen Führungsstil: "Das Management größerer Gruppen ist mir nicht fremd. Jeder hat da seinen eigenen Stil. Wolfgang war mit seinem sehr erfolgreich, mein Stil wird etwas anders sein. Ich habe aber klare Überzeugungen, für die ich auch eintrete. Ich mag aber auch gerne Diskurs und finde, es hilft immer, wenn man konstruktiv miteinander diskutiert und andere Meinungen akzeptiert. Aus so einer Kultur komme ich."

... seine Kontakte in die Wirtschaft: "Ich habe sicherlich für eine kleine Annäherung an den Frankfurter Finanzplatz gesorgt und habe hier und da einen kleinen Anteil an dem einen oder anderen Deal. Generell wissen wir bei möglichen Investoren genau, was wir wollen."