Obwohl erst 24 Jahre alt, ist Eintracht Frankfurts Neuzugang Ajdin Hrustic schon ganz schön rumgekommen. Für die Hessen könnte der Australier wichtig werden, weil er eine von Trainer Adi Hütters Kerntugenden mitbringt.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hrustic-Wechsel zu Eintracht Frankfurt ist perfekt

Ajdin Hrustic
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50.000 Zuschauer, Topstars wie David Luiz oder Philippe Coutinho als Gegenspieler, und das alles mit gerade 112 Minuten Profifußball auf dem Buckel: Es gibt sicherlich bescheidenere Möglichkeiten, sein Länderspieldebüt zu feiern als Ajdin Hrustic anno 2017. Am Ende stand es im Freundschaftsspiel Australiens gegen Brasilien zwar 0:4, doch über Australien schien ein neuer Fußballstern aufzugehen. Ajdin Hrustic, damals gerade 20 Jahre alt, Sohn einer Rumänin und eines Bosniers und geboren in Melbourne, dem Austragungsort des Spiels.

Die Karriere Hrustics ist seither ein wenig schleppender verlaufen als es das frühe Nationalelf-Debüt hätte vermuten lassen. Die letzten drei Jahre kickte der Offensivspieler in der Eredivisie beim FC Groningen, auf sein zweites Länderspiel hat er satte 849 Tage warten müssen, auch seine Statistiken in Holland lesen sich mit zehn Torbeteiligungen in 67 Spielen eher mäßig. Hrustic ist eher Typ versteckte Perle statt Überflieger, kein Top-Talent, sondern einer auf den zweiten Blick. Und passt damit perfekt ins Beuteschema von Eintracht Frankfurt.

"Er kann ein außergewöhnliches Talent sein"

Dort, bei der Eintracht, hat Hrustic nun einen Vertrag bis 2023 unterschrieben und soll das einlösen, was sie beim australischen Verband schon seit 2017 in ihm sehen. "Er kann ein außergewöhnliches Talent sein", sagte Australiens Co-Trainer René Meulensteen dem australischen Medium The World Game anlässlich des Wechsels. "Er ist technisch exzellent, schießt fantastische Freistöße und aus der Distanz. Und er ist sehr vielseitig."

Attribute, die sie auch in der Scouting-Abteilung der Eintracht ausgemacht haben. Sportvorstand Fredi Bobic lobte Hrustic bei Bekanntgabe des Transfers als "variablen und zielstrebigen Mittelfeldspieler, der unsere Möglichkeiten auf den Außenbahnen und im Zentrum erweitert", sowie seine "Flexibilität und technischen Fähigkeiten." Bobic ist sich sicher, dass Hrustic "mit 24 Jahren längst nicht am Ende seiner Entwicklung" ist. Nun ist es an Hrustic, das zu beweisen.

"Ich mag Risiken, sicher spielen kann jeder"

Zumindest was die Spielidee angeht, dürfte der Australier mit seinem neuen Trainer Adi Hütter auf einer Linie liegen. "Ich bin ein Spieler, der gerne Risiken eingeht", sagte Hrustic im März dem australischen Sportmedium Optus Sport. "Vielleicht kommen von zehn Pässen neun nicht an, aber einer schon und du gewinnst das Spiel 1:0. Ich mag Risiken, sicher spielen kann jeder." Nur konsequent also, dass er Ex-Ajax- und nun Chelsea-Flügelflitzer Hakim Ziyech als ähnlichen Spielertypen angibt. "Er geht viele Risiken ein, sammelt tonnenweise Tore und Assists und geht dann für 40 Millionen zu Chelsea." Würde Hrustic Ziyech nacheifern, bei der Eintracht hätten sie sicher nichts dagegen.

Der Transfer ist zwar perspektivisch angelegt, doch Hrustics Vita spricht für eine eher kurze Eingewöhnungsphase. Bereits mit 15 Jahren zog es ihn – samt Familie – zu Nottingham Forest nach England, über die Stationen Austria Wien und FC Schalke, wo er 2013 B-Jugend-Meister wurde und seinen Kumpel Leroy Sané kennenlernte, landete er schließlich in Groningen. Und schaffte so das Kunststück, schon mit 18 auf sieben Clubs in der Vita zurückblicken zu können.

Ein Transfer, der klappen kann, nicht muss

Nun also Eintracht Frankfurt als Club Nummer acht. Ein Transfer mit Fantasie, der nicht klappen muss, aber durchaus klappen kann. Und vielleicht muss Hrustic dann nicht wieder 849 Tage auf das nächste Länderspiel warten.