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Audioseite Jakic: "Das Stadion gefällt mir sehr gut"

Kristijan Jakic bei seiner Vorstellung.

Der Kroate Kristijan Jakic will bei Eintracht Frankfurt kein Bein zurückziehen. Genau solch einen Spielertypen braucht die Mannschaft. Er kommt zudem mit der Empfehlung einer Club-Legende.

Kristijan Jakic sprach nicht viele Worte bei seiner Vorstellung am Donnerstag in Frankfurt, aber die wenigen reichten für die Botschaft: Die Eintracht hat in ihm ihren "Aggressive Leader" im zentralen Mittelfeld gefunden. "Meine Stärken sind das Defensivspiel, das Stellungsspiel und die Aggressivität. Ich gehe bis zum Ende und ich ziehe mein Bein nicht zurück", sagte der 24-Jährige. Sein Tiger-Tattoo erklärte er damit, dass man schließlich im Leben und auf dem Platz kämpfen müsse.

Vergleiche mit seinem kroatischen Landsmann Luka Modric wies Jakic dann auch von sich, weil dieser ein anderer, eher offensiver Spielertyp sei. N'Golo Kante oder Marcelo Brozovic seien ihm ähnlicher, eben zwei lauf- und kampfstarke Sechser. Und genau nach diesem Profil fahndete die Eintracht nach dem Ausfall von Kapitän Sebastian Rode. Die jüngste Doppel-Sechs mit Djibril Sow und Ajdin Hrustic denkt eher offensiv und konnte die Angriffswellen in Bielefeld oder Dortmund nicht brechen.

Erst nicht mehr im Training, dann Tor zum Abschied

Jakic hingegen soll nun für die Stabilität sorgen, kroatische Fans umschreiben ihn als "Kampfschwein". Eine gewisse Resolutheit, aber gleichzeitig große Moral ließ Jakic bereits in der Anbahnung seines Wechsels erkennen. Vor 20 Tagen sei der erste Kontakt zur Eintracht geknüpft worden, berichtete er, jüngst verzichtete Zagrebs Trainer Medienberichten zufolge aufgrund des Wechselwunsches in Training und Spiel auf Jakic.

Am vergangenen Mittwoch, so erzählte der Kroate nun, fiel dann aber die Entscheidung: Sein Verein Dinamo Zagreb verpasste ohne ihn den Einzug in die Champions League gegen den Vertreter aus Moldau, Sheriff Tiraspol. "Da war der Wechsel klar", meinte Jakic. Augenscheinlich war sein Heimatclub nach dem Aus für die Königsklasse auf frisches Geld angewiesen und dem Angebot der Eintracht eher zugeneigt.

Gespräche mit Ante Rebic

Der Club leiht Jakic für ein Jahr aus, mit einer kolportierten Kaufoption von bis zu vier Millionen Euro. Obwohl am vergangenen Sonntag sein Wechsel also klar war, lief Jakic doch noch einmal für Zagreb auf. Beim 2:0-Sieg gegen NK Osijek erzielte er das Führungstor und wurde zum Abschied in der 89. Minute ausgewechselt. Von dort machte er sich umgehend auf den Weg nach Frankfurt. "Ich bin keine Person, die vor einer Hürde zurückschreckt. Es waren noch letzte Details zu klären, aber ich wollte noch einmal alles für Dinamo geben", erklärte der Mittelfeldspieler.

Die Entscheidung für die Hessen erleichterte ihm ein alter Bekannter. Jakic stammt aus dem gleichen Ort wie Ante Rebic und trat auch bei den ersten Karrierestationen in die Fußstapfen des Eintracht-Pokalhelden. "Ante hat mir gesagt, dass die Eintracht für mich die beste Quelle wäre“, sagte Jakic, der den Sprung ins Ausland auch wagen wollte, um endlich eine Chance in der kroatischen Nationalmannschaft zu bekommen. Experten und Fans fordern schon länger das Debüt von Jakic, der mit Zagreb in der vergangenen Saison bis ins Viertelfinale der Europa League vorgedrungen war.

Gleicher Weg wie Zvonimir Boban

Die Erwartungen speisen sich auch aus der Heimatmannschaft von Jakic: NK Mracaj Runovic. Genau dort begann schließlich auch Zvonimir Boban seine Laufbahn. Die kroatische Fußballlegende war nur zwei Jahre jünger als Jakic, als sie den Sprung von Dinamo Zagreb ins Ausland wagte. Er wurde dort zu einem der besten Mittelfeldspieler Europas. Es gab sicher schon schlechtere Vorbilder.