Amin Younes im Trikot des SSC Neapel

Nach zwei Stationen bei internationalen Top-Clubs heuert Amin Younes bei Eintracht Frankfurt an. Eine feste Position hat die Zaubermaus nicht, dafür aber große Ziele und Bock auf Vollgas-Fußball. Noch ist er aber nicht fit.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Die Vorstellungs-PK mit Amin Younes in voller Länge

Amin Younes im Trikot des SSC Neapel
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Amin Younes ging es im vergangenen Jahr wie vielen offensiven Mittelfeldspielern vor ihm: An Gennaro Gattuso kam er einfach nicht vorbei. Nachdem der frühere Wadenbeißer des AC Mailand das Traineramt von Carlo Ancelotti beim SSC Neapel übernommen hatte, spielte Younes bei den Süditalienern keine Rolle mehr. Der 27-Jährige kam zwischen Dezember und August noch auf genau drei Kurzeinsätze und schließlich zur Erkenntnis, dass ein Vereinswechsel zu Eintracht Frankfurt wohl das Beste wäre.

"Die Eintracht hat im genau richtigen Moment angerufen", sagte der Neuzugang bei seiner Vorstellung. "Wenn man die Eintracht in den vergangenen Jahren gesehen hat, hatte man das Gefühl, dass das ein verschworener Haufen mit Bock auf Fußball ist. Da wollte ich ein Teil von sein." Seine Trainings-Premiere im Team von Trainer Adi Hütter feierte Younes, der in der Gladbacher Jugend ausgebildet wurde, am Dienstag.

Younes noch nicht fit

Wann der gebürtige Düsseldorfer zum ersten Mal in der Startelf der Eintracht stehen wird, ist jedoch ungewiss. Nach monatelangem Reservistendasein, das gab er offen zu, fehlen ihm noch Fitness und Spielpraxis. "Ich beeile mich, dass es schnell geht." Wann er sein Top-Level erreicht, sei aber "schwer zu sagen", so Younes. Ein bisschen Geduld ist also gefragt.

Sobald es soweit ist, dürfen sich die Hessen auf einen (Achtung: neudeutsch) polyvalenten Freigeist freuen. Younes ist nämlich das, was man früher (Achtung: nicht neudeutsch) eine Zaubermaus nannte. 1,68 Meter groß, technisch stark, fintenreich. "Ich habe meine Stärken im letzten Drittel, in Eins-gegen-Eins-Duellen. Ich bin beweglich, kreativ und kreiere Chancen", beschrieb sich Younes selbst. Kurzum: Alles Dinge, die im Eintracht-Kader bislang eher spärlich vorhanden waren. Alles Dinge, die Younes in Frankfurt aber noch unter Beweis stellen muss.

Younes in der Offensive flexibel einsetzbar

Dass er das kann, ist freilich unbestritten. Younes zeigte vor allem im ersten Jahr bei Neapel, als er nach überstandenem Achillessehnenriss unter Ancelotti regelmäßig spielen durfte und im Saison-Endspurt in elf Spielen an sechs Toren beteiligt war, dass er auch auf hohem Niveau den Unterschied ausmachen kann. Während seiner Zeit bei Ajax Amsterdam, wo er zwischen 2015 und 2018 ebenfalls starke Leistungen zeigte, reifte er sogar zum Nationalspieler. Im Sommer 2017 wurde er Confedcup-Sieger mit der deutschen Nationalelf.

Klar ist: Younes weiß, wie man erfolgreich Fußball spielt. Und er bringt dank seiner Zeit bei Ajax auch noch eine Vorbildung in Sachen Pressing mit. Hohes Anlaufen, schnelles Umschalten, viel Tempo. All das sind Elemente, die jeder Profi in Amsterdam verinnerlicht hat. All das sind aber auch Elemente, die Eintracht-Coach Hütter in der Idealvorstellung seines Spiels sehen will. "Wenn wir hier auch so Fußball spielen und früh Bälle gewinnen, käme mir das natürlich entgegen", so Younes. Seine Position dabei: egal. Flügel, hängende Spitze, Zehner. "Ich kann das alles."

Über Frankfurt zurück zur DFB-Elf

Das Selbstvertrauen stimmt also, die Ziele sind dementsprechend knackig. "Ich habe ein Europa-League-Finale gespielt. Es ist mein Traum und Wunsch, das wieder zu schaffen. Ich habe Nationalelf gespielt, auch da habe ich die Hoffnung und den Wunsch, da noch einmal zu spielen." Um all diese Ziele zu erreichen, sollte Younes im Training Gas geben und möglichst schnell fit werden. Die nötige Härte sollte er bei Gattuso ja gelernt haben.

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