Son von Tottenham trifft gegen Trapp und Eintracht Frankfurt

Fünf Tore, zwei Elfmeter, ein Platzverweis: Eintracht Frankfurt bekommt von Tottenham eine Lektion in Sachen Champions-League-Niveau und verliert verdient. In der Schlussphase wäre trotz Unterzahl dennoch ein Unentschieden drin gewesen.

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Rode: Tottenhams Qualität hat uns vor Probleme gestellt

Rode
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Eintracht Frankfurt hat das vierte Gruppenspiel in der Champions League am Mittwoch knapp verloren. Die Hessen unterlagen bei Tottenham Hotspur mit 2:3 (1:3) und rutschten auf den letzten Platz der Gruppe D ab.

Daichi Kamada hatte das Team von Trainer Oliver Glasner in Führung gebracht (14.), Heung-min Son mit einem Doppelpack (20./36.) und Harry Kane (28.) drehten die Partie aber noch vor der Pause. Der Sieg des Premier-League-Dritten, der nach einem Platzverweis gegen Tuta (60.) fast eine halbe Stunde in Überzahl spielte, geriet nach dem Anschlusstreffer von Faride Alidou (88.) und einem von Kane verschossenen Strafstoß (90.+2) noch einmal ins Wanken. Das Aufbäumen der Eintracht kam letztlich aber zu spät.

Götze zunächst auf der Bank

Eintracht-Trainer Oliver Glasner hatte auf das 0:3-Debakel in Bochum reagiert und in der Defensive wieder auf eine Fünferkette mit Abwehrchef Makoto Hasebe zurückgedreht. In Abwesenheit der verletzten Ansgar Knauff und Luca Pellegrini übernahmen Christopher Lenz und Kristijan Jakic die Außenpositionen, Weltmeister Mario Götze musste zunächst auf der Bank Platz nehmen.

Auf dem Platz sah das Spiel der Eintracht dann zunächst sehr ordentlich aus. Die Hessen störten die Gastgeber tief in der gegnerischen Hälfte und erzwangen einige frühe Ballverluste. Tottenham hatte sichtlich Probleme mit dem hohen Pressing und lud die Eintracht zu zwei Chancen selbst ein. Bei der ersten kam Kamada noch einen Schritt zu spät (3.), die zweite verwertete der Japaner zur verdienten Führung. Jesper Lindström hatte den Ball zuvor im Spurs-Strafraum erkämpft.

Eintracht verliert den Faden

Die Eintracht war gut im Spiel und zeigte wieder ihr Champions-League-Gesicht. Dann drehte Tottenham jedoch auf und die Hessen verloren zunehmend die Ordnung. Nur sechs Minuten nach der Führung ließ sich Kane aus der Sturmspitze etwas zurückfallen und zog Makoto Hasebe damit aus der Dreierkette raus. Die entstandene Lücke und das zu zaghafte Nachsetzen von Kristijan Jakic nutzte Son zum Ausgleich. Der Ex-Hamburger zog freistehend aus knapp 16 Metern ab und ließ Eintracht-Keeper Kevin Trapp keine Chance.

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Götze: War wild mit dem Elfmeter

Mario Götze
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Die Mannschaft von Trainer Glasner wackelte und bekam noch in der ersten Hälfte zwei weitere Tiefschläge. Erst verwandelte Kane einen an ihm verursachten Elfmeter, den Schiedsrichter Carlos del Cerro Grande erst nach Einschreiten des VAR gab. Ob der Check von Jakic aber wirklich ursächlich für den Fall Kanes und die erste Entscheidung des Unparteiischen wirklich eine krasse Fehlentscheidung war? Eher zweifelhaft. Dann sorgte Son mit einem satten Volleyschuss für den 3:1-Pausenstand.

Tuta fliegt vom Platz

Am Kräfteverhältnis änderte sich auch nach der Pause nichts. Die Eintracht mühte sich zwar, Tottenham war den Hessen letztlich aber körperlich und fußballerisch einfach zu überlegen. Die entscheidenden Zweikämpfe gingen nahezu alle an die Hausherren, die im Hinspiel noch so hochgelobte Frankfurter Defensive stieß im Norden Londons an ihre Grenzen.

Nach einem Patzer von Evan N’Dicka, der sich von Richarlison abkochen ließ, verpasste Ryan Sessegnon zwar die endgültige Entscheidung (52.), spätestens in der 60. Minute und dem Platzverweis gegen Tuta war dann aber erst einmal die Luft raus. Der Brasilianer flog nach wiederholtem Foulspiel zu Recht mit Gelb-Rot vom Platz und ersparte sich damit wohl selbst weitere verlorene Mann-gegen-Mann-Duelle.

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Eintracht-Niederlage in Tottenham: Die Highlights zum Nachhören

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Alidou macht's spannend

Nach einem Vierfach-Wechsel (70.), bei dem unter anderem der angeschlagene Makoto Hasebe vom Platz musste, beschränkte sich die Eintracht in der Schlussphase zunächst auf Schadensbegrenzung und verhinderte weitere Gegentreffer. Da Alidou nach einem Eckball noch zum 2:3 traf und Kane in der Nachspielzeit einen Elfmeter verballerte, wurde es plötzlich aber noch einmal spannend. Die zuvor so souverän auftretenden Spurs zeigten tatsächlich menschliche Züge und ließen die Eintracht noch einmal ins Spiel kommen. Trotz wilden Anrennens blieb der Lucky Punch in Unterzahl aber aus.

Klar ist: Auf der Einstellung und der Mentalität kann die Eintracht aufbauen, die Leistung langte in der Endabrechnung aber nicht an den Auftritt im Hinspiel heran und war auf diesem Niveau über weite Strecken zu wenig. Immerhin: In der engen Gruppe ist weiterhin alles möglich, der Rückstand der Eintracht auf die kommenden Gegner Marseille und Lissabon beträgt lediglich zwei Punkte. Klar ist aber auch: Die Eintracht wird sich strecken müssen.

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Die Eintracht-PK nach dem Spiel gegen Tottenham

Oliver Glasner
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Tottenham Hotspurs -Eintracht Frankfurt 3:2 (3:1)

Tottenham: Lloris - Romero, Dier (78. Sanchez), Lenglet - Emerson, Höjbjerg (85. Gil), Bentancur (67. Bissouma), Sessegnon - Richarlison (67. Skipp), Kane, Son (86. Moura)
Frankfurt: Trapp - Tuta, Hasebe (69. Ebimbe), Ndicka - Jakic, Sow, Rode (69. Smolcic), Lenz (70. Alidou) – Kamada (78. Götze), Lindström - Kolo Muani (69. Borre)

Tore: 0:1 Kamada (14.), 1:1 Son (20.), 2:1 Kane (28./FE), 3:1 Son (36.), 3:2 Alidou (87.)
Gelbe Karten:  Dier, Bentancur, Sessegnon / Hasebe, Smolcic

Gelb Rot: Tuta (60.)
Besondere Vorkommnisse: Kane vergibt FE (90.)

Schiedsrichter: del Cerro Crande (ESP)
Zuschauer: 60.000

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