Aymen Barkok Djibril Sow Eintracht Frankfurt VfL Wolfsburg

Kein Mut, keine Glanzpunkte, kein André Silva: Eintracht Frankfurt geht in Wolfsburg als Verlierer vom Platz und versinkt im Mittelmaß. Die Analyse in fünf Punkten.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht kassiert in Wolfsburg zweite Saisonniederlage

Wout Weghorst VfL Wolfsburg Eintracht Frankfurt
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Eintracht Frankfurt hat in der Bundesliga beim VfL Wolfsburg die zweite Saisonniederlage kassiert. Beim 1:2 (0:0) brachte zunächst Bas Dost per Foulelfmeter die Hessen in Führung (63. Minute), ehe Wout Weghorst mit einem Handelfmeter (76.) und einem Treffer kurz vor Schluss (88.) die Partie zugunsten der Niedersachen drehte.

1. Fahrige erste Hälfte

Im Spiel gegen Dortmund war die erste Halbzeit der Eintracht noch überragend - in Wolfsburg kam das Team dagegen nicht ins Spiel. Viel zu fahrig wirkten die zaghaften Angriffsversuche, bei den wenigen Aktionen im gegnerischen Strafraum fehlte die letzte Überzeugung.

Stattdessen konnte sich die Mannschaft bei Torhüter Kevin Trapp bedanken, der mehrfach zur Stelle war und auch die größte Wolfsburger Chance - einen Pfostenschuss von Xaver Schlager in der 9. Minute - gedankenschnell entschärfte. Allerdings waren besonders die ersten 45 Minuten des Freitagsspiels auch insgesamt enttäuschend und das torlose Unentschieden zur Halbzeit damit keine Überraschung.

2. Sieg eigentlich zum Greifen nahe

Die zweite Halbzeit nahm etwas mehr Fahrt auf und brachte sogar die Eintracht-Führung. Nachdem Filip Kostic zuvor eine Großchance vergeben hatte, machte es Dost vom Elfmeterpunkt besser (63.). "Normalerweise müssen wir mit 1:0 vom Platz gehen", konstatierte Verteidiger Martin Hinteregger nach dem Spiel.

Das gelang den Frankfurtern jedoch nicht. Einerseits, weil ein Handspiel von Stefan Ilsanker auch den Wolfsburgern einen Elfmeter bescherte, den Weghorst verwandelte. Und andererseits, weil jener Weghorst auch in der 88. Minute im Strafraum die Entschlossenheit zeigte, die der Eintracht an diesem Abend zu oft fehlte.

3. Kein Mut, keine Punkte

Entschlossenheit ist das Stichwort: Der Mut fehlte Eintracht Frankfurt in Wolfsburg fast völlig. Den unbedingten Willen, nach den zahlreichen Unentschieden mal wieder einen Dreier einzufahren, merkte man der Mannschaft nicht an. Im Spiel nach vorne fehlten Power und Präzision, hinten war das Gegentor zum 1:2 kurz vor Schluss sinnbildlich, als Hinteregger und Ilsanker nicht dicht genug an Weghorst dran waren.

Aber die Beschreibung "kein Mut" trifft durchaus auch auf Trainer Adi Hütter zu: In Wolfsburg ließ er neben dem nominellen Sechser Ilsanker mit Djibril Sow und Sebastian Rode zwei eher defensiv orientierte Akteure auflaufen, Kreative wie Aymen Barkok und Amin Younes saßen auf der Bank und wurden erst kurz vor Schluss eingewechselt. Resultat: Eine Eintracht, die vom gegnerischen Trainer Oliver Glasner zwar bescheinigt bekam, "physisch sehr präsent" gewesen zu sein, die aber keinerlei spielerische Glanzpunkte setzen konnte.

4. Weghorst trifft, Silva fehlt

Vor dem Spieltag hatten Weghorst und André Silva jeweils sieben Saisontore auf dem Konto. Während die Wolfsburger sich auf ihren Knipser verlassen konnten, bremsten Muskelprobleme den Eintracht-Stürmer aus. Ein Ausfall, der sich im Frankfurter Angriff deutlich bemerkbar machte: Vertreter Dost trat bis auf den verwandelten Elfmeter kaum in Erscheinung.

Derweil machte Weghorst für Wolfsburg den Unterschied und zeigte vor allem mit seinem Siegtreffer kurz vor Schluss, warum er einer der besten Torjäger der Liga ist.

5. Bonjour tristesse im Mittelfeld

13 Punkte aus elf Spielen - die Eintracht ist Mittelmaß, mehr nicht. In der Tabelle rücken die vorderen Plätze in immer weitere Ferne, der Blick sollte sich durchaus auch nach hinten richten. Außerdem weiß man in Frankfurt kaum noch, wie sich gewinnen anfühlt, denn den letzten Sieg gab es Anfang Oktober gegen Hoffenheim.

Immerhin kann sich die Eintracht gar nicht allzu lange mit den tristen Gedanken aufhalten, denn schon am Dienstag (18.30 Uhr) geht es in der Bundesliga weiter. Allerdings gegen ein Team, das gerade das Achtelfinale der Champions League erreicht hat. "Wir müssen nach vorne schauen, denn mit Gladbach kommt ein guter Gegner, nichtsdestotrotz müssen wir das Spiel zu Hause gewinnen", so Sportdirektor Bruno Hübner.