Die Eintracht-Spieler bejubeln das 2:1 in Dortmund

Eintracht Frankfurt ist auf direktem Weg in Richtung Champions League. Nach dem Sieg in Dortmund gibt es kaum etwas, was den hessischen Anhang ärgern könnte. Trainer Adi Hütter kann es. Die Analyse in fünf Punkten.

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Adi Hütter
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Eintracht Frankfurt hat im Kampf um die Champions-League-Plätze einen wichtigen Sieg eingefahren. Beim direkten Konkurrenten aus Dortmund gewannen die Hessen am Samstag mit 2:1 (1:1). Den ersten Treffer erzielte Nico Schulz per Eigentor (11. Minute), Mats Hummels konnte noch vor der Pause ausgleichen (45.). André Silva traf kurz vor Schluss zum Sieg für die Hessen (87.).

1. Und täglich grüßt das Murmeltier…

Je länger so eine Saison dauert, desto mehr macht es Sinn, nach einem spielübergreifenden Schema zu suchen. Bei der Eintracht ergibt sich so langsam, aber sicher ein genau solches in puncto kuriosen Eigentoren. Irgendwie scheint der ganzen Bundesliga daran gelegen, dass die Frankfurter zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte den Einzug in die Champions League schaffen. Anders sind die Slapstick-Einlagen einiger Gegner nicht zu erklären.

Robert Andrich von Union Berlin versenkte gegen die Hessen einen für seinen Keeper gedachten Pass aus mehr als 20 Metern im eigenen Tor. Keven Schlotterbeck schaffte gegen die Eintracht das Kunststück, einen Ball halb mit dem "Arsch", halb mit "den Eiern" ins falsche Netz zu bugsieren. Da mutete die unglückliche Kopfball-Bogenlampe von Dortmunds Nico Schulz am Samstag im Vergleich schon gar nicht mehr allzu merkwürdig an.

2. Und täglich grüßt das Murmeltier…

Je länger so eine Saison dauert, desto mehr macht es Sinn, nach einem spielübergreifenden Schema zu suchen. Bei der Eintracht ergibt sich so langsam, aber sicher ein genau solches in puncto merkwürdige Schiedsrichterentscheidungen. Wer es mit den Frankfurtern hält, wird bei den Stichworten Ragnar Ache gegen Bayern München und Makoto Hasebe gegen Union Berlin sofort wissen, was gemeint ist.

Gegen die Bayern wurde der Eintracht ein klarer Elfmeter verwehrt. Gegen Berlin zählte ein Union-Treffer, obwohl Julian Ryerson seine Stollen zuvor (und später für alle sichtbar) in Hasebes Oberschenkel gebohrt hatte. Gegen Dortmund nun bekam Thomas Delaney den Ball im eigenen Strafraum nicht nur an die Hand, der Schiedsrichter ging auch tatsächlich in die Review-Area, um sich die Szene noch einmal anzusehen. Einen Elfmeter gab es zum Unverständnis der Frankfurter trotzdem nicht. Aber wie schon gegen München und Berlin stimmte das Ergebnis aus hessischer Sicht am Ende versöhnlich.

3. André Silva kümmert‘s nicht

Hauptverantwortlich dafür: André Silva. Der Portugiese ist vielleicht in der Form seines Lebens und hat in Dortmund nicht nur sein 22. Saisontor, sondern zugleich den eminent wichtigen 2:1-Siegtreffer erzielt. Nach einer Willensleistung von Luka Jovic schnappte sich Filip Kostic den zweiten Ball, flankte auf den zweiten Pfosten und fand den vielleicht besten Eintracht-Stürmer aller Zeiten. Einen Kopfball später waren die Hessen der Champions League noch einmal einen ordentlichen Schritt nähergekommen.

4. Mit Mut ins Ziel

Als Eintracht-Fan muss man sich das Ganze wirklich noch einmal auf der Zunge zergehen lassen: Die Eintracht spielt beim BVB. Ein Club, gegen den man achtmal in Folge nicht gewinnen konnte, ein Club, der in den letzten Jahren ein Dauerabonnement auf die Champions League hatte und der ärgste Verfolger im Kampf um die Königsklassen-Plätze ist. Und trotzdem fährt die Eintracht in den Ruhrpott, läuft ohne den verletzten Martin Hinteregger und ohne den gesperrten Makoto Hasebe, dafür aber mit Doppel-Neun statt Doppel-Zehn auf und gibt sich mit einem 1:1 in der Schlussphase nicht zufrieden, obwohl doch die Verfolger aus Dortmund eigentlich unter Zugzwang stehen.

"Wir waren mutig", fasste Hütter das Spiel im Nachhinein kurz und knapp zusammen. Und mit diesem Mut hat die Eintracht das Tor in Richtung Königsklasse richtig weit aufgestoßen. Als Tabellenvierter liegen die Hessen nun schon sieben Punkte vor Dortmund, das den ersten Nicht-Champions-League-Platz belegt.

5. Das Störfeuer abseits des Feldes

Es könnte also Jubel, Trubel, Heiterkeit in Frankfurt herrschen, aber wie das eben ist, wenn das Wörtchen "könnte" in einem Satz vorkommt, sieht die Realität ein bisschen anders aus. Ja, das Umfeld ist geil auf die Champions League. Aber das Umfeld will eben auch wissen, wer die Eintracht als Trainer durch die Königsklasse führen könnte.

Adi Hütter, der mit Borussia Mönchengladbach in Verbindung gebracht wird? Der Österreicher vermied auch nach dem Sieg gegen Dortmund ein klares Bekenntnis zu Frankfurt. "Die Frage ist, ob ich immer Aufklärung betreiben muss, weil ich mich schon öfter geäußert habe", sagte Hütter am ARD-Mikrofon. Die Antwort auf diese Frage lautet natürlich: "Nein". Hütter "muss" schließlich überhaupt nichts. Aber dank solcher Aussagen ist die Euphorie in Frankfurt trotz aller guter Ergebnisse eben nicht grenzenlos.

Weitere Informationen

Borussia Dortmund – Eintracht Frankfurt 1:2 (1:1)

Dortmund: Hitz - Can, Akanji, Hummels, Schulz (80. Reinier) - Bellingham (56. Dahoud), Delaney – Hazard (63. Knauff), Reus (60. Reyna), Guerreiro – Haaland

Frankfurt: Trapp - Tuta, Ilsanker, Ndicka - Durm (74. Chandler), Sow, Rode (88. Barkok), Kostic – Younes (46. Kamada), Jovic - Silva (89. Zuber)  

Tore: 0:1 Schulz (11./ET), 1:1 Hummels (45.), 1:2 Silva (87.)
Gelbe Karten: - / Sow, Rode, Kostic

Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)

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Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! bundesliga, 04.04.2021, 22.50 Uhr