Eintracht Frankfurt Frust Hoffenheim

Eintracht Frankfurt kann in der Bundesliga doch noch verlieren. Nötig war die Pleite bei Hoffenheim aber nicht. Die Gründe liegen auf der Hand - und könnten einfach gelöst werden. Die Analyse in fünf Punkte.

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Die Pressekonferenz nach dem Spiel in Hoffenheim

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Eintracht Frankfurt hat in der Bundesliga nach einer kleinen Siegesserie wieder ein Spiel verloren. Bei der TSG Hoffenheim verloren die Hessen trotz einer frühen 1:0-Führung am Ende mit 2:3 (1:2). Rafael Borré hatte die Eintracht in Führung gebracht (15.), Dennis Geiger (23.), Georgino Rutter (30.) und Diadie Samassekou (60.) drehten die Partie. Das 2:3 von Goncalo Paciencia (72.) reichte nicht.

1. Die Führung verpufft schnell

Eigentlich war es aus hessischer Sicht ein Start nach Maß in der Arena in Sinsheim am Samstag. 15 Minuten waren gespielt, da führten die Gäste aus Frankfurt bereits mit 1:0. Borré durfte nach einer der vielen gefährlichen Standard-Situationen zur frühen Führung einnicken.

Alleine: Es brachte den Hessen nicht sehr viel. Die Eintracht verlor zunehmend die Kontrolle über das Spiel, die Gastgeber aus dem Kraichgau im Gegensatz kombinierten sich fortan nach Lust und Laune durch die Frankfurter Hälfte. Die bittere Konsequenz: Aus dem schönen 1:0 wurde flugs ein 1:2-Rückstand. Aus hessischer Sicht eine völlig unnötige Entwicklung. Denn ...

2. Defensiv völlig ungenügend

... beide Treffer hatten eine Vorgeschichte. Viel zu zaghaft verteidigten Makoto Hasebe und Co. - nicht nur bei den Gegentoren. Von der Frankfurter Giftigkeit, wie sie noch gegen Union Berlin zu sehen, war wenig bis nichts vorhanden. Die TSG spürte in den meisten Situationen kaum Druck. Ein Umstand, den Eintracht-Trainer Oliver Glasner nach dem Spiel richtig nervte.

"Wir haben die Kompromisslosigkeit im Defensiv-Spiel vermissen lassen. Wir waren als Mannschaft nicht gewillt, die Lücken zu schließen und die Zweikämpfe zu bestreiten", kritisierte der Österreicher. Seine Spieler sahen es ähnlich. "In der ersten Halbzeit haben wir einfach gar keinen Zugriff gefunden. Wir sind überall rumgelaufen, aber nur dem Ball hinterher", gab Timothy Chandler zu.

3. Viele Torchancen, wenig Ertrag

Es war aber nicht das einzige, das nicht wirklich klappte an diesem Samstag in Sinsheim. Zweiter Knackpunkt: die Chancenverwertung. Drei Gegentore sind natürlich alles andere als eine gute Ausgangslage, es war aber mitnichten so, dass die Eintracht nicht trotzdem das Spiel hätte gewinnen können. Die letzte Konsequenz vor dem Tor verhinderte das aber.

"Wir sind gut reingekommen und hätten, wenn wir sehr effektiv gewesen wären, früh 3:0 führen können", analysierte Glasner nach der Partie. Aber auch im zweiten Abschnitt hätten Borré, Kristijan Jakic oder Chandler die Eintracht zurück ins Spiel bringen können, es dauerte aber bis zum Gewalt-Abschluss von Paciencia, bis die Hessen durch das 2:3 wieder im Spiel waren.

4. Last Minute klappt nicht immer

Das Problem: Dabei blieb es. Die Hoffnung der Frankfurter Fans, dass ihre Last-Minute-Eintracht wieder zuschlägt, blieb eine Hoffnung. Die Hessen bestimmten die Schlussphase der Partie, erspielten sich auch aussichtsreiche Chancen, nur dieses Mal fiel der erlösende Treffer nicht mehr.

Was auch zeigt, und was freilich auch niemand erwartet: Die Eintracht kann sich nicht auf solche Last-Minute-Momente verlassen. Ohne das späte Tor, das definitiv nicht unverdient gewesen wäre, stand so am Ende eine mehr als vermeidbare Niederlage, deren Ursachen leicht zu beheben sein könnten - mit ein wenig Arbeit. "Ich hoffe, dass dieses Spiel die Sinne wieder schärft", so Glasner.

5. Angriff nach oben fällt erst einmal aus

Durch die Pleite ist aber auch eines klar: Der Angriff auf die europäischen Plätze ist erst einmal vertagt und der Bundesliga-Höhenflug mit drei Siegen am Stück erst einmal unterbrochen. Im enorm engen Mittelfeld der Tabelle ist die Eintracht weiter am unteren Ende.

Der genaue Blick auf das Tableau zeigt aber zudem: Auch wenn die Hessen nur auf Rang 13 sind, ist der Abstand zu den Europapokal-Plätzen genauso weit wie der Vorsprung zum Relegationsrang. Zeit für Trübsal ist in Hessen aufgrund einer einzigen Niederlage also definitiv nicht.