Frauenfußball bei Eintracht Frankfurt
In Frankfurt soll in Zukunft wieder häufiger gejubelt werden. Bild © Imago Images

Die Verhandlungen zwischen Eintracht Frankfurt und den Fußballerinnen des 1. FFC Frankfurt sind weit gediehen. Bereits 2020 könnte die Eintracht die Spiellizenz des Frauenfußball-Bundesligisten übernehmen.

Siegfried Dietrich ist ein umtriebiger Mensch.  Der Manager des 1. FFC Frankfurt weilt am Montag im französischen Montpellier, wo am Abend die deutsche Nationalmannschaft bei der WM auf Südafrika trifft. Ganz nebenbei kümmert er sich aber auch um die Saisonvorbereitung des Bundesligisten – und die langfristige Zukunft des traditionsreichen Clubs. "Der FFC muss sportlich wieder mithalten können", sagt Dietrich im Gespräch mit dem hr-sport. Eine Nachricht aus der sportlichen Heimat kommt da gerade recht.

In Frankfurt hatte Eintracht-Vorstand Axel Hellmann nämlich bekräftigt, dass man die Fußballerinnen des 1. FFC Frankfurt gerne eingliedern möchte. "Aus sportlichen und gesellschaftspolitischen Gründen kann ich sagen, dass Profi-Frauenfußball sehr gut zu Eintracht Frankfurt passen würde. Es spricht daher vieles dafür, dass wir in Zukunft gemeinsame Wege gehen", sagte er in einem Interview der Frankfurter Rundschau. Wenn es so kommt, würde der Männer-Bundesligist die Spiellizenz des 1. FFC vom Sommer 2020 an übernehmen - und direkt in der höchsten Spielklasse starten.

Plädoyer für das Stadion am Brentanobad

"Das ist ein positives Signal und ein wunderbares Bekenntnis vonseiten der Eintracht", frohlockte Dietrich auf das Interview angesprochen. Man sei in "guten Gesprächen". Details  zur bevorstehenden Eingliederung wollte oder konnte er aber noch nicht verraten.

Folgt man der Argumentation des 62-Jährigen werden die Frankfurterinnen aber auch in Zukunft an gewohner Spielstätte antreten. "Das Stadion am Brentanobad ist ein ideales Stadion und Basis des Frauenfußballs", so Dietrich. Ein "Mehrwert", den der FFC mit in die Verhandlungen mit der Eintracht bringt.

Von 2013 bis 2015 wurde das Stadion renoviert. Elf Millionen Euro investierte die Stadt, der alleine deshalb daran gelegen sein sollte, dass die Arena auch weiterhin genutzt wird. Ob mögliche besondere Spiele, wie etwa ein Champions-League-Finale, dann doch in der Eintracht-Arena im Stadtwald ausgetragen werden, ist eine ganz andere Frage.

Zu Barcelona, Chelsea und Bayern aufschließen

Dem einst so erfolgreichen FFC wurde in der Frauenbundesliga inzwischen der Rang abgelaufen. Der Trend, dass Männervereine ihre Frauenfußballsparten ausbauen, war in den vergangenen zehn Jahren unübersehbar. Das weiß auch Eintracht-Vorstand Hellmann, der auf die Besetzung der Champions-League-Halbfinals mit Olympique Lyon, dem FC Barcelona, FC Chelsea und FC Bayern München verwies.

Die Eingliederung des FFC Frankfurt soll für beide Seiten eine Win-Win-Situation werden – und den Erfolg zurück in die Mainmetropole holen. "Ich denke, wir werden uns zu dem Thema zeitnah öffentlich erklären", so Hellmann.