Bild mit Symbolcharakter: Eintracht-Torhüter Kevin Trapp packt seine Sachen.

Immer hartnäckiger hält sich das Gerücht, Kevin Trapp könnte Frankfurt in Richtung Berlin verlassen. Das wäre sportlich ein Verlust. Und doch sollte der Klub über einen Verkauf nachdenken.

Vorab: Kevin Trapp ist ein fantastischer Torwart und zu Recht Keeper Nummer drei in Deutschland. Und doch ist es ja so: Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen. Und eine solche ungewöhnliche Maßnahme seitens Eintracht Frankfurt wäre es, Stammkeeper Kevin Trapp zur angeblich interessierten Hertha ziehen zu lassen. Hertha ist nominell auf Augenhöhe, Trapp ein sportliches Aushängeschild der Eintracht, zudem einflussreich in der Kabine. So einen verkauft man nicht einfach so. Und doch würde es im Sommer 2020 Sinn machen.

Denn besagte ungewöhnliche Corona-Zeit schlägt sich auch bei Eintracht Frankfurt in den Büchern nieder. Der Umsatz hat sich halbiert, wann wieder Zuschauer ins Stadion können, weiß kein Mensch. Der Klub hat in den letzten Jahren viel Geld eingenommen, davon muss nun einiges benutzt werden, um die Corona-Löcher zu stopfen. Anders die Hertha: Investor Lars Windhorst hat 374 Millionen Euro in den Verein gepumpt, Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic hat das nicht zu Unrecht als "göttliche Fügung" bezeichnet. Mal ist man der Hund, mal ist man der Baum, und der gernegroße Big City Club Hertha ist anscheinend zum richtigen Zeitpunkt vom Baum zum Hund geworden.

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Pro und Contra: Sollte Eintracht Frankfurt Kevin Trapp verkaufen?

Lesen Sie hier, warum die Hessen ihren Stammkeeper unbedingt behalten sollten.

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Die Hessen hingegen, das haben sowohl Bobic als auch Aufsichtsratschef Wolfgang Steubing kommuniziert, sind bestrebt, Transfererlöse erzielen, den Kader und das Gehaltsbudget zu verschlanken und die Mannschaft trotzdem zu verstärken. Die Hessen haben einige Spieler, die einen gewissen Wert mit sich bringen: Filip Kostic, Evan N'dicka, Martin Hinteregger.

Wenn Trapp geht, muss die Hertha bluten

Trapp ist aber der einzige Verkaufskandidat, bei dem ein adäquater Ersatz schon bereitsteht und nicht erst für viel Geld verpflichtet werden muss. Dass Frederik Rönnow die nötige Klasse hat, hat er in seinen neun Einsätzen im Herbst 2019 bewiesen. Man denke nur an seine Gala-Vorstellung gegen Leverkusen. Bietet die Hertha einen zweistelligen Millionenbetrag für Trapp, ließe sich das Geld ensprechend für Nachbesserungen in anderen Mannschaftsteilen verwenden. Wichtig ist aber auch: Verscherbeln sollte man Trapp nicht. Wenn er geht, muss die Hertha bluten.

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Sollte die Eintracht Kevin Trapp verkaufen?

Sollte es dann so kommen, wäre der Verkauf wohl keine Entscheidung gegen Trapp, sondern eine pragmatische Entscheidung für jenen Transfer, der bei hohem finanziellen Ertrag den sportlichen Substanzverlust möglichst gering hält. Einen Kostic etwa könnte man nur dann ersetzen, wenn man einen Großteil der Transfersumme umweglos für einen Ersatz reinvestiert. Wenn überhaupt. Hinzu kommen die eingesparten Gehaltskosten des Großverdieners Trapp. Und klar, für die Fans wäre der Verlust des beliebten Keepers schade, schließlich war die Kombi Trapp und Eintracht Frankfurt als Langzeitprojekt angelegt. Das wäre es ohne Corona wohl auch geblieben. Aber ungewöhnliche Zeiten...

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zum Video Marvin Mendel von FUSSBALL 2000 über Kevin Trapp

Marvin über Trapp
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Ihre Kommentare Sollte Eintracht Frankfurt Kevin Trapp im Sommer verkaufen?

73 Kommentare

  • Ja, Kevin Trapp hat eine gute Strafraumbeherrschung, er ist ein echter Leader und tut - gerade jetzt, nachdem Abgang von Russ und Fernandez - der Eintracht in der kabine gut.....

    Aber: Auf der Linie ist er kaum Mittelmaß, kaum Dynamik, kommtnicht recht vom Fleck, Sprungkraft unterdurchschnittlich, Reflexe ... na ja.

    Man stelle sich vor, Trapp bliebe und rönnow wird an einen anderen Bundeligisten verkauft, bei dem er auf dem in der Vorrunde gezeigten Niveau reüssiert ... und damit eine Klasse besser spielt als Kevin....

    Nein, ich würde Kevin bei einem guten Angebot verkaufen, ist kein Muss, aber wir haben eine denkbar gute Alternative (eigentlich mehr als das).

    Wer dann die Leader-Funktion übernimmt, bleibt offen.

    Trotzdem: Ich plädiere für Rönnow, der übrigens aus dem Stand heraus diese Leistungen abgerufen hat. Vielleicht wird er noch besser ...

  • Sowohl Herr Trapp als aber auch Herr Kostic
    sind bei der Eintracht nicht wegzudenken und verkörpern
    nicht nur auf dem Spielfeld die Eintracht!
    Nein beide müssen bleiben - oder die Eintracht möchte sehenden Auges ins
    absolute Mittelmaß abtrifften mit der Tendenz nach unten.
    Um die Zwei muss die Mannschaft Alt und Neuzugänge aufgebaut werden.
    Schließlich ist die Eintracht es den Zuschauern schuldig - und wir
    wollen doch wieder nach Europa!

  • Dann seid doch mal Objektiv und schaut mal wo Kevin immer steht, viel zu weit vom Tor entfernt, es gab Situationen, wo er den Ball hätte halten können, wenn er nicht so weit vor dem Tor stehen würde, bitte schaut mal genauer hin, Rönnow nicht, er hat ein gutes stellungs Spiel, ich würde Ihn bevorzugen, nach meiner Meinung nach, ist er der Bessere!!!!!

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