Ante Rebic von Eintracht Frankfurt

Ante Rebic und Bas Dost strapazieren kurz vor Ende der Transferperiode die Frankfurter Nerven. Sollte die Eintracht die Europa League verpassen, ist auch die Bundesliga-Saison in Gefahr. Es droht ein Wettlauf gegen die Zeit.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hütter: "Habe bei Ante nicht gesehen, dass er sich zerreißt"

Rebic und Hütter reden miteinander.
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Auch am Tag nach der womöglich folgenschweren 0:1-Niederlage bei Racing Straßburg drehte sich bei Eintracht Frankfurt thematisch wieder einmal fast alles um das größte Sorgenkind: den Sturm. Das letztjährige Prunkstück gleicht elf Tage vor dem Ende der Transferperiode noch immer einer Großbaustelle. Luka Jovic und Sébastien Haller sind weg, Bas Dost ist noch immer nicht da. Und jetzt erhitzt auch noch Ante Rebic mit seinem fragwürdigen Auftritt im Playoff-Hinspiel die Gemüter.

"Wir haben miteinander gesprochen, ich bin mit der Leistung nicht zufrieden. Die Möglichkeit ist immer noch da, dass Ante den Verein lässt", sagte Trainer Adi Hütter am Freitag zum Verhalten und zur Zukunft von Rebic. "Natürlich wünscht man sich als Trainer, dass der Kader früher steht. Aber so ist es nun mal." Wer künftig für die Frankfurter Tore sorgen soll, bleibt also weiter ein Rätsel. Im Angriff brennt es derzeit an gleich mehreren Ecken.

Rebic wirkt lustlos

Brandherd Nummer eins ist die stete Unstetigkeit von Rebic. Der kroatische Vizeweltmeister schwankt in seinen Leistungen zwischen Kreis- und Weltklasse, seine auch in früheren Jahren oft kritisierte Körpersprache bietet Raum für allerlei Spekulationen und Interpretationen. "Wenn man ihn schützen möchte, kann man sagen, dass er sich alleine nicht so wohlfühlt", versuchte sich Trainer Adi Hütter zunächst an einer positiven Auslegung, schob dann aber nach: "Wenn es in den Playoffs um die Europa League geht, möchte ich einfach sehen, dass man sich zerreißt."

Genau das tat Rebic in Straßburg definitiv nicht. Auf zahlreiche Ballverluste, ständiges Abwinken und auffällige Lustlosigkeit folgte in der Halbzeit der Wunsch nach seiner Auswechslung. Rebic sah sich offenbar nicht in der Lage, in diesem für die ganze Saison richtungsweisenden Spiel dem Team zu helfen. Eine Offenbarung, die Hütter zu ungewohnt offener Kritik veranlasste. "Wenn er hier bleiben möchte, will ich, dass er das auch zeigt", sagte er. "Wenn nicht, müssen wir eine Lösung suchen."

Die Zeit drängt

Wie genau diese Lösung aussehen könnte, ist angesichts der immer näher rückenden Transfer-Deadline am 2. September jedoch völlig offen. Da selbst für Jovic und Haller, deren Abgänge sich seit Monaten abzeichneten, noch immer kein adäquater Ersatz präsentiert wurde und mit Max Kruse, Kevin-Prince Boateng und Mario Balotelli gleich drei Wunschkandidaten aus unterschiedlichen Gründen nicht an den Main wechselten, wird die Zeit allmählich knapp. Mit Bas Dost steht zwar ein neuer Torjäger in den Startlöchern. Sollte Rebic jetzt aber auch noch gehen, stehen Sportvorstand Fredi Bobic und Sportdirektor Bruno Hübner vor der nächsten Herkules-Aufgabe.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hütter: "Habe zwei unterschiedliche Halbzeiten gesehen"

Die erste Halbzeit hat auch Eintracht-Trainer Adi Hütter nachdenklich zurückgelassen.
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Klar ist auch: Sollte die Eintracht, die auch im Rückspiel auf Rebic angewiesen ist und selbst bei einem baldigen Wechsel von Dost noch nicht auf die Dienste des Holländers zurückgreifen könnte, die Europa League tatsächlich verpassen, wird die Suche nach einem weiteren Stürmer nicht einfacher.

Ohne das Pfund des internationalen Wettbewerbs würde den Hessen das wohl wichtigste Argument bei Verhandlungen mit potenziellen Neuzugängen wegbrechen. "Das Spiel wird unsere Saison definieren", hatte Keeper Kevin Trapp schon vor der Partie in Straßburg gesagt. Was er meinte: Die Eintracht braucht den Europacup für die Euphorie. Die Eintracht braucht den Europacup aber auch für die Kaderplanung.

Wann kommt Dost?

Wichtig wäre deshalb auch, dass Brandherd Nummer zwei möglichst bald kein Brandherd mehr ist. Das Transfer-Hickhack um Dost, der weiterhin in Lissabon trainiert, belastet Management- und Fanseele. Geholfen ist mit den seltsam anmutenden Verhandlungen zwischen Dosts Berater und dem abgebenden Verein Sporting Lissabon niemandem. Die Hoffnung auf eine Einigung ist aber weiter da. "Es ist unsere Wunschvorstellung, und die werden wir verfolgen", betonte Hübner. Die Eintracht sei sich mit Verein und Spieler einig. Alles andere liege nicht in Frankfurter Hand.

"Das ist eine nervige Geschichte", fasste Sportvorstand Fredi Bobic am Donnerstag bei RTL die Lage bei Dost und damit ungewollt das ganze hessische Sturm-Drama zusammen. Das Jahr eins nach der Büffelherde könnte ein ganz schwieriges werden. Ausgang: ungewiss.