Bildkombination aus zwei Fotos: links Adi Hütter und Fredi Bobic im Gespräch und rechts Oliver Glasner und Markus Krösche im Gespräch auf dem Fußballplatz.

Manager weg, Trainer weg - so war das bei Eintracht Frankfurt im Sommer. Dass die Neujustierung nicht leicht werden würde, war klar. Dass es aber so knirscht und knarzt, war nicht abzusehen. Und hat vielleicht doch seinen Grund im Frühling.

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Es läuft nicht wirklich rund bei Eintracht Frankfurt im Herbst des Jahres 2021. Das würde auch rund um den Stadtwald niemand bestreiten. Ein miserabler Liga-Start, das Aus im DFB-Pokal und noch immer ist nicht wirklich eine echte Linie im Spiel der Hessen zu erkennen. Die Eintracht ist eine Baustelle. Der Beginn der Baggerarbeiten genau dieser Baustelle begann aber schon ungewollt im Frühling - und könnte sich nun rächen.

Als erstes war es damals Fredi Bobic, der erklärte, ab dem Sommer keine Lust mehr darauf zu haben, Manager bei den Hessen zu sein. Nach zähen und langwierigen Verhandlungen war klar: Bobic tauscht Main gegen Spree und arbeitet ab der neuen Saison für Hertha BSC.

Erst Bobic, dann Hütter

Kurz darauf kam auch Adi Hütter um die Ecke und erklärte, ab dem Sommer keine Lust mehr darauf zu haben, Trainer bei den Hessen zu sein. Hier ging's kurz und schmerzlos, Hütter besaß schließlich eine Ausstiegsklausel. Von dem Moment an aber war klar: Auf der Kommandobrücke der Frankfurter sieht es personell bald komplett anders aus. Ein neuer Sportvorstand musste her, ein neuer Trainer musste her.

Das Problem war: Die Suche dauerte. Und dauerte. Erst spät kam Markus Krösche als neuer Sportvorstand, der dann spät Oliver Glasner als neuen Trainer präsentierte. Sicher nicht zu spät, aber viel Zeit war da schon verloren für einen solch umfangreichen Neustart.

Gefordert wird immer wieder: Zeit

Und jetzt, im Herbst, ruckelt es. Der Kader, so der allgemeine Eindruck, passt nicht wirklich, ist wenig harmonisch. Viele Neuzugänge sind weit weg vom Status "voll integriert", der Trainer sucht immer noch nach Formation und Ausrichtung. Gefordert wird immer wieder: Zeit. Zeit, die im eng getakteten Europa-League-Bundesliga-Rhythmus nicht wirklich vorhanden ist.

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Da bietet sich ein Gedanken-Experiment an: Was wäre denn gewesen, wenn, sagen wir, schon zum Jahreswechsel klar gewesen wäre, dass Hütter und Bobic gehen würden - und die Eintracht hätte zeitnah die beiden Nachfolger präsentiert? Diese hätten dann den Kader und alles andere für die neue Spielzeit in aller Ruhe vorbereiten können.

In Frankfurt läuft es am schleppendsten

Klar, auch viele andere Bundesligisten mussten im Sommer neu justieren - und sind mitten in der Findungsphase. Oder haben diese bereits wieder abgebrochen. Nachfragen können Sie da gerne in Wolfsburg. Auch in Mönchengladbach oder Leipzig haben sie sich den Start sicher anders vorgestellt Aber in Frankfurt, so scheint es zumindest, verläuft die Umstellung am schleppendsten. Nur hier mussten aber auch gleich zwei Positionen neu besetzt werden.

Anders als in Wolfsburg soll das in Hessen aber nicht zu Schnellschüssen führen. Hier wird weiter darauf gesetzt, dass die Neuerungen, die neuen Ideen, die neuen Spieler endlich, bald, hoffentlich zünden. Man wird aber das Gefühl nicht los, dass ein wenig mehr Vorlauf dem Projekt Eintracht 21/22 gut getan hätte. Es ist die späte Rache eines spektakulären Frühlings.